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Startseite Landkreis OsnabrückPferdestärke in der Forstarbeit: Landkreis Osnabrück setzt auf altbewährte Mittel
Landkreis OsnabrückOsnabrück

Pferdestärke in der Forstarbeit: Landkreis Osnabrück setzt auf altbewährte Mittel

von Jannis Brunsmann 18. August 2020
von Jannis Brunsmann 18. August 2020
Umweltfreundliche Forstarbeit: das Arbeitspferd. /Foto: Jannis Brunsmann
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Im Waldgebiet „Gehn“ nordwestlich von Bramsche wird nun mit Pferden gearbeitet. Anstatt großer Traktoren und Forstmaschinen sollen sich die Tiere um kleinere Bereiche kümmern, um dort ungewollte Pflanzen abzuwalzen.

Der sogenannte Adlerfarn ist eine invasive, dominante und giftige Pflanze, die sich in der Heide des Waldgebiets ausbreitet. Am Ende der Wachstumssaison kollabiert der Farn und bildet eine Art Stroh, dass das Gebiet bedeckt. „Dadurch ersticken die anderen Pflanzen – unter anderem auch die Heide – unter dem Farn“, erklärt Gerd Aschoff, Arbeitspferde-Besitzer. Nun sollen Arbeitspferde das Adlerfarn-Problem durch das sogenannte „Walzen“ beseitigen. Mithilfe einer Metall-Walze, die hinter das Pferd gesponnen wird, werden die Pflanzen beschädigt und abgeknickt. Dadurch wird der Farn veranlasst, seine Ressourcen zu mobilisieren. Dabei tritt ein Saft zur Selbstheilung aus der Pflanze, der dazu führt, dass die Pflanze keine lebenswichtigen Reserven mehr besitzt. So speichert die Pflanze während ihrer Ruhephase weniger Nährstoffe, wodurch in den folgenden Jahren das Wachstum der Pflanze stark eingeschränkt ist. Nach drei Jahren soll der Farn dann gar nicht mehr wachsen.

Pferdestärke in der Forstarbeit: Landkreis Osnabrück setzt auf altbewährte Mittel

Unerwünschte Begleitvegetation: Der Adlerfarn. /Foto: Jannis Brunsmann

Pferde als effiziente Arbeitskräfte

Das Walzen durch die Pferde gilt als besonders ökologisch sensibel und effizient. „Das Arbeitspferd ist eine gute Art, den Adlerfarn hier zu bekämpfen“, erklärt Michael Siefker, Gebietsmanager Nördlicher Teutoburger Wald/Wiehengebirge von TERRA.natura. Gerd Aschoff ergänzt: „Der Vorteil des Pferdes ist seine enorme Wendigkeit in kleineren und schmaleren Bereichen. Zwischen den Bäumen hier könnte eine mechanische Schleppe nicht so nah herfahren, ohne sie zu beschädigen. Außerdem hinterlässt das Pferd keine großen Spuren in der Heide.“

Pferdestärke in der Forstarbeit: Landkreis Osnabrück setzt auf altbewährte Mittel

Arbeitspferd „Hannah“ in Aktion. /Foto: Jannis Brunsmann

Nervenstärke und hoher Ausbildungsgrad

Damit ein Pferd zu einem effizienten und professionellen Arbeitstier wird, gibt es einige Voraussetzungen. „Das wichtigste ist die Nervenstärke“, berichtet Bernd Uwe Lange, Arbeitspferde-Besitzer aus Bad Oeynhausen. „Ein nervöses Pferd kann man im Wald nicht gebrauchen.“ „Außerdem ist die allgemeine Gesundheit wichtig“, fügt Gerd Aschoff hinzu. „Die Tiere sollten keine gesundheitlichen Voreinschränkungen haben.“ Sind diese Voraussetzung gegeben, erwartet die Tiere eine Ausbildung, die mindestens zwei Jahre dauert. „Der unruhige Boden, auf dem die Pferde arbeiten, erfordert einen besonders hohen Ausbildungsstand“, erklärt Gerd Aschoff. „Wir führen die Pferde mit ganz langsamen Schritten an das Geschirr heran“, so Bernd Uwe Lange. „Danach fangen sie an schwerere Objekte wie Lkw-Reifen zu ziehen. Außerdem machen wir immer wieder Abschreck-Trainingseinheiten, um die Ruhe aufzubauen, und ein Geräusch-Training, denn die Geräte, die sie in der Arbeit ziehen, können sehr laut werden.“ Auch das Vertrauen zu den menschlichen Mitarbeitern wird durch die Ausbildung gestärkt. „Durch das Vertrauen zu uns Besitzern regen sich die Tiere nicht so schnell auf und bleiben auch bei Unsicherheiten ruhig“, so Gerd Aschoff.

Pferdestärke in der Forstarbeit: Landkreis Osnabrück setzt auf altbewährte Mittel

Seelenruhig: Arbeitspferd Hannah entspannt in einer kleinen Pause. /Foto: Jannis Brunsmann

Umweltfreundliche Waldarbeit

Das Besondere an der Waldarbeit mit dem Pferd: Sie ist umweltfreundlich. „Das Gebiet „Gehn“ ist Teil des UNESCO Geoparks – da ist uns das Bodenbewusstsein und der Bodenschutz natürlich sehr wichtig“, berichtet Michael Siefker. „Außerdem liebt die Bevölkerung die Heide, da können wir nicht unachtsam sein.“ Die Heide wird durch die Walze nicht beschädigt. „Hier soll nur die Heide wachsen und die ist sehr viel resistenter gegen die Walze als der Adlerfarn. Wenn neben dem Farn noch weitere unerwünschte Begleitvegetation mit entfernt wird, ist das sehr positiv“, so Siefker.

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Jannis Brunsmann

Jannis Brunsmann studiert Medienkommunikation (Journalismus und PR) und unterstützt die Redaktion im Rahmen eines Praktikums.

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