Nordrhein-Westfalens stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) hat Collien Fernandes für deren Schritt an die Öffentlichkeit gelobt. In einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post" (Montag) würdigte sie Fernandes’ Umgang mit einem Deepfake-Fall und forderte schärfere gesetzliche Regelungen gegen digitale sexualisierte Gewalt.
Neubaur lobt "mutige Frau" Fernandes
In ihrem Gastbeitrag bezeichnete Mona Neubaur Collien Fernandes als „eine mutige Frau. Ihr Schritt an die Öffentlichkeit ist ein starkes Signal für viele andere Frauen, die schweigen, weil sie Angst davor haben, was mit denen passiert, die reden.“ („Rheinische Post“)
Neubaur warnte zugleich, dass Deepfakes längst kein Nischenthema mehr seien. „Gesetzgeberisch gehen wir aktuell noch nicht voran, sondern rennen hinterher“, kritisierte sie in der „Rheinischen Post“.
Forderung nach Reform des Sexualstrafrechts
Wer ein gefälschtes, sexualisiertes Bild einer Frau ins Netz stelle, zerstöre nach den Worten von Neubaur Würde und Sicherheit – oft mit denselben Folgen wie physische Gewalt. „Strafrecht muss das abbilden. Wir wollen deshalb das Sexualstrafrecht dahingehend reformieren, dass digitale und physische Gewalt gleichgestellt werden“, schrieb Neubaur in der „Rheinischen Post“ und erklärte, dass immer noch erhebliche Strafbarkeitslücken im Bereich von Deepfakes klafften, die man schließen wolle.
Plädoyer für spezialisierte Gerichte
„Und wir brauchen spezialisierte Gerichte für (analoge wie digitale) sexuelle Gewalt, wie es sie in anderen Ländern bereits gibt. In Spanien etwa, wo Collien Fernandes nun klagt“, so Neubaur in der „Rheinischen Post“. Frauen, die Anzeige erstatteten, verdienten auch in Deutschland ein System, das entsprechend geschult sei und ihnen nicht erst einmal das Gefühl gebe, selbst auf der Anklagebank zu sitzen.
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