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AktuellOsnabrück

Osnabrückerinnen setzen Zeichen für den Frieden in Europa

von Hasepost 11. Mai 2025
von Hasepost 11. Mai 2025
European Peace Project Osnabrück / Foto: Pohlmann
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Am Freitagnachmittag haben vier engagierte Osnabrückerinnen in der Altstadt ein deutliches Zeichen für den Frieden gesetzt. Unweit der HASEPOST-Redaktion beteiligten sie sich an einer europaweiten Aktion des „European Peace Project“, das zeitgleich in rund 10.000 Orten stattfand.

Zentrales Element der kleinen Versammlung war die öffentliche Verlesung eines Appells (im vollen Wortlaut unten auf dieser Seite) für ein friedliches, unabhängiges und geeintes Europa.

Die vier Teilnehmerinnen betonten im Gespräch mit HASEPOST-Herausgeber Heiko Pohlmann, dass sie keiner Partei oder Organisation angehören, die sie zu dieser Aktion gebracht hätte. Ihre Motivation sei die Sorge um eine Gesellschaft, die den Wert des Friedens zunehmend aus den Augen verliere. Die Idee, europaweit für den Frieden einzutreten, hat sie dazu gebracht auch die „Friedensstadt“ auf die Landkarte dieser Aktion zu bringen.

Manifest wurde gleichlautend tausendfach in Europa verlesen

In dem Manifest, das europaweit zeitgleich um 17 Uhr der jeweiligen Ortszeit verlesen wurde, üben die Initiatorinnen Kritik an der aktuellen Politik der Europäischen Union. Es fordert eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Friedensideale Europas, ruft zur bürgerlichen Diplomatie auf und lehnt weitere militärische Eskalationen im Ukrainekrieg ab. Ausdrücklich reichen die Unterstützerinnen und Unterstützer dieses Projekts sowohl den Bürgern Russlands, wie der Ukraine ihre Hand.

Konkret fordert das Manifest unter anderem die Einrichtung eines europäisch-russischen Jugendwerks sowie eine neue Sicherheitsarchitektur unter Einbeziehung Russlands.

Selbstgemachte Mini-Friedenstaube der Osnabrücker Teilenhmerinnen des European Peace Project

Selbstgemachte Mini-Friedenstaube der Osnabrücker Teilenhmerinnen des European Peace Project / Foto: Pohlmann

Informationen zum „European Peace Project“ sind unter www.europeanpeaceproject.eu abrufbar.

Das „Manifest – Friedensprojekt Europa“ des European Peace Project im Wortlaut:

„Heute, am 9. Mai 2025 – genau 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der 60 Millionen Menschen das Leben kostete, darunter 27 Millionen Sowjetbürgern, erheben wir, die Bürgerinnen und Bürger Europas, unsere Stimmen! Wir schämen uns für unsere Regierungen und die EU, die die Lehren des 20. Jahrhunderts nicht gelernt haben. Die EU, einst als Friedensprojekt gedacht, wurde pervertiert und hat damit den Wesenskern Europas verraten! Wir, die Bürger Europas, nehmen darum heute, am 9. Mai, unsere Geschicke und unsere Geschichte selbst in die Hand. Wir erklären die EU für gescheitert. Wir beginnen mit Bürger-Diplomatie und verweigern uns dem geplanten Krieg gegen Russland! Wir erkennen die Mitverantwortung des „Westens“, der europäischen Regierungen und der EU an diesem Konflikt an.

Wir, die Bürger Europas, treten mit dem European Peace Project der schamlosen Heuchlerei und den Lügen entgegen, die heute – am Europatag – auf offiziellen Festakten und in öffentlichen Sendern verbreitet werden.

Wir strecken den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine und Russlands die Hand aus. Ihr gehört zur europäischen Familie, und wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam ein friedliches Zusammenleben auf unserem Kontinent organisieren können.

Wir haben die Bilder der Soldatenfriedhöfe vor Augen – von Wolgograd über Riga bis Lothringen. Wir sehen die frischen Gräber, die dieser sinnlose Krieg in der Ukraine und in Russland hinterlassen hat. Während die meisten EU-Regierungen und Verantwortlichen für den Krieg hetzen und verdrängen, was Krieg für die Bevölkerung bedeutet, haben wir die Lektion des letzten Jahrhunderts gelernt: Europa heißt „Nie wieder Krieg!“

Wir erinnern uns an die europäischen Aufbauleistungen des letzten Jahrhunderts und an die Versprechen von 1989 nach der friedlichen Revolution. Wir fordern ein europäisch-russisches Jugendwerk nach dem Vorbild des deutsch-französischen Jugendwerks von 1963, das die „Erbfeindschaft“ zwischen Deutschland und Frankreich beendet hat. Wir fordern ein Ende der Sanktionen und den Wiederaufbau der Nord Stream II-Pipeline. Wir weigern uns, unsere Steuergelder für Rüstung und Militarisierung zu verschwenden, auf Kosten von Sozialstandards und Infrastruktur. Im Rahmen einer OSZE-Friedenskonferenz fordern wir die Schaffung einer europäischen Sicherheitsarchitektur mit und nicht gegen Russland, wie in der Charta von Paris von 1990 festgelegt. Wir fordern ein neutrales, von den USA emanzipiertes Europa, das eine vermittelnde Rolle in einer multipolaren Welt einnimmt. Unser Europa ist post-kolonial und post-imperial.

Wir, die Bürger Europas, erklären diesen Krieg hiermit für beendet! Wir machen bei den Kriegsspielen nicht mit. Wir machen aus unseren Männern und Söhnen keine Soldaten, aus unseren Töchtern keine Schwestern im Lazarett und aus unseren Ländern keine Schlachtfelder.

Wir bieten an, sofort eine Abordnung europäischer Bürgerinnen und Bürger nach Kiew und Moskau zu entsenden, um den Dialog zu beginnen. Wir werden nicht länger zusehen, wie unsere Zukunft und die unserer Kinder auf dem Altar der Machtpolitik geopfert wird.“

Es lebe Europa, es lebe der Friede, es lebe die Freiheit

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