Oppositionspolitiker haben den Aufruf von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an junge Menschen, frühzeitig privat für das Alter zu sparen, scharf kritisiert. Während Merz bei einem Wahlkampfauftritt für regelmäßige Rücklagen warb, bemängeln Vertreter von Grünen, Linken und AfD fehlende Realitätsnähe und ein Ausweichen vor notwendigen Reformen der gesetzlichen Rente.
Kritik an Sparappell des Kanzlers
Beim Wahlkampfabschluss der baden-württembergischen CDU in Ravensburg hatte Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen früh genug beginnen, für ihr Alter auch zu sparen." Merz sagte weiter: "Und wenn Sie mit 50 Euro im Monat anfangen, dann haben Sie eine sechsstellige Altersversorgung, wenn Sie dann mit 65, 68 in den Ruhestand gehen."
Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch betonte gegenüber der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe), private Vorsorge allein reiche nicht aus: "Private Altersvorsorge kann eine sinnvolle Ergänzung sein, dazu braucht es aber grundlegende Reformen". Zugleich verwies er auf die finanzielle Situation vieler Menschen: "50 Euro monatlich ist für viele Menschen viel Geld. Merz` Aufforderung zum Sparen wäre glaubwürdiger, würde er dafür sorgen, dass das Geld tatsächlich in die Altersvorsorge fließt."
Hinweis auf Lebensrealität junger Menschen
Die rentenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sarah Vollath, äußerte sich deutlich zu den Aussagen des Kanzlers: "Jede Woche zeigt der Kanzler aufs Neue, dass er auch keinerlei Bezug zur Lebensrealität junger Menschen hat", sagte sie. Mit Blick auf den vorgeschlagenen Sparbetrag ergänzte Vollath: "Für Millionen von Menschen, gerade in jungen Jahren, sind 50 Euro aber wirklich viel Geld. Nicht wenige müssen sich von diesem Betrag eine Woche ernähren."
AfD spricht von „Kapitulation“ vor Rentenreform
Auch aus der AfD-Fraktion kam Kritik. Die rentenpolitische Sprecherin Ulrike Schielke-Ziesing sagte zu den Aussagen des Kanzlers: "Damit kapituliert Merz vor der Herausforderung, das System der Rentenversicherung zukunftsfest zu machen." Sie fügte hinzu: "Und nicht nur das: Die Kampfansage an die Umlagefinanzierung ist ja auch ein Misstrauensvotum gegenüber der eigenen Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik."
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