Brent und WTI geben deutlich nach – Asiens Börsen bleiben unter Druck
Der Ölpreis ist nach der vorläufigen Absage eines geplanten US-Militärangriffs auf den Iran deutlich gesunken. US-Präsident Donald Trump hatte den von ihm als „größten Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg“ bezeichneten Einsatz vorerst gestoppt, um neuen Verhandlungen mit Teheran Raum zu geben, wie die Nachrichtenagentur dpa und das Nachrichtenportal onvista berichten. Der Preis für die Nordseesorte Brent sank um bis zu zehn Prozent und notierte am Montagmorgen bei rund 83,60 Dollar je Barrel – ein Rückgang von etwa sieben Prozent gegenüber dem Vortag. Die US-Sorte WTI verbilligte sich ebenfalls kräftig und lag bei etwa 80,66 Dollar. Die ZEIT und n-tv bestätigen ähnliche Kursverluste und führen diese auf die Aussicht auf eine Deeskalation zurück, die Trump mit seiner Ankündigung neuer Gespräche ab Montag weckte. Eine Bestätigung seitens des Irans für die geplanten Verhandlungen liegt jedoch bisher nicht vor.
KI-Boom zweifelt: Asiens Börsen fallen trotz Ölpreis
Trotz des fallenden Ölpreises zeigten sich die Börsen in Ostasien am Montag nicht erleichtert. Der südkoreanische Leitindex Kospi verlor bis 12:30 Uhr Ortszeit knapp fünf Prozent, der japanische Nikkei 225 gab 1,7 Prozent nach. Experten führen die schwache Entwicklung vor allem auf wachsende Zweifel zurück, ob der Boom rund um Künstliche Intelligenz in diesem Tempo anhalten kann, wie wiwo.de und n-tv berichten. In Hongkong reagierte der Markt dagegen nur verhalten: Der Leitindex Hang Seng stieg um 0,2 Prozent, während der chinesische CSI-300-Index rund 0,8 Prozent im Minus notierte.
Opec+ erhöht Fördermenge und drückt Ölpreise
Zusätzlichen Druck auf die Ölpreise übte die Opec+ aus. Die Allianz erdölexportierender Länder billigte am Sonntag eine Erhöhung der Förderquote um rund 188.000 Barrel pro Tag ab September, wie n-tv und die ZEIT melden. Zuvor hatten die Ölpreise im vergangenen Monat noch um mehr als 20 Prozent zugelegt, ausgelöst durch wieder aufgeflammte Kämpfe zwischen den USA und dem Iran sowie Angriffe auf Schiffe im Golf von Oman. Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO meldete am Wochenende drei weitere Angriffe auf Tanker, wodurch sich der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weiter verlangsamte.
Iran feuert Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten
Die geopolitische Lage bleibt angespannt. Laut dpa feuerte der Iran erstmals seit dem Stopp der US-Angriffe ballistische Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten ab, die jedoch abgefangen werden konnten. US-Streitkräfte griffen im Irak gemeinsam mit Saudi-Arabien Ziele an, die dem Iran nahestünden. RBC Capital Markets rechnet vorerst nicht mit einer Entspannung für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus, da die Bedrohung durch Raketen, Minen und Drohnen weiterhin bestehe.