Ökonomen sehen bei einer Ausweitung des Kriegs zwischen Iran, Israel und den USA erhebliche Risiken für die europäische Wirtschaft. Kurzfristig seien die direkten Folgen zwar begrenzt, doch ein längerer, intensiverer Konflikt könnte nach Einschätzung von Fachleuten zu spürbaren Einbußen bis hin zu Rezessionsgefahren führen.
Direkte Folgen zunächst begrenzt
Die unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs zwischen dem Iran, Israel und den USA werden von Experten derzeit als begrenzt eingeschätzt. „Die direkten Effekte sind überschaubar“, sagte Moritz Schularick, Präsident des Kiel-Instituts für Weltwirtschaft, dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe). Sollte sich der Konflikt jedoch ausweiten und über Monate andauern, seien „größere Effekte oder Rezessionsrisiken“ denkbar, so Schularick in dem Bericht des „Handelsblatts“.
Das Szenario gravierender ökonomischer Folgen knüpft Schularick an eine deutliche Intensivierung und Verlängerung der Kampfhandlungen. Das geschehe aber erst bei einem „wirklich großen und längeren Konflikt mit Kämpfen am Boden und entsprechender Zerstörung“, sagte der Präsident des Kiel-Instituts für Weltwirtschaft dem „Handelsblatt“.
Insbesondere für Europa könnte eine Eskalation des Kriegs kritisch werden, wenn zentrale Handelsrouten im Nahen Osten beeinträchtigt würden. Problematisch wäre laut Schularick vor allem, wenn die Straße von Hormus für längere Zeit unpassierbar bliebe. Die Meerenge vor dem Iran ist dem „Handelsblatt“ zufolge eine wichtige Transportroute für Öl und Flüssiggas.
Gefahr für Öltransporte durch Straße von Hormus
Auch Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), warnt vor den möglichen Auswirkungen einer Ausweitung des Kriegs. In einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ schreibt Hüther, die entscheidenden Fragen seien, ob sich der Krieg ausweite und die mit dem Iran verbündeten Milizen wie die Hisbollah und Huthi in den Konflikt einträten.
„Logistikrouten im Nahen Osten wären dann definitiv bedroht und nicht nur Förderkapazitäten für Öl; rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls – vor allem in Richtung Asien – wird durch die Straße von Hormus zwischen Oman und Iran transportiert“, so Hüther in seinem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“.
Bedrohung für Logistikrouten im Nahen Osten
Beide Ökonomen verweisen damit gegenüber dem „Handelsblatt“ auf die strategische Bedeutung der Öl- und Gasrouten im Nahen Osten. Eine längerfristige Blockade oder starke Beeinträchtigung der Straße von Hormus könnte demnach nicht nur die Energieversorgung, sondern auch die Stabilität der Weltwirtschaft und insbesondere die europäische Wirtschaft treffen.
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