Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat Überlegungen zu einer Erhöhung der Pendlerpauschale angesichts hoher Benzinpreise deutlich kritisiert. Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wendet sich gegen eine Ausweitung der steuerlichen Entlastung und fordert stattdessen andere Maßnahmen zur Unterstützung der Bürger. Unterdessen zeigt sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einem Bericht zufolge offen für eine spürbare Anhebung der Pauschale.
Kritik des DIW an Plänen zur höheren Pendlerpauschale
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, bewertete eine mögliche Erhöhung der Pendlerpauschale als falsches Signal. „Die Erhöhung der Pendlerpauschale wäre ein ineffizientes und teures Instrument, das die sozialen Ungleichheiten weiter verschärfen dürfte“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe). Aus seiner Sicht ist nicht der Spritpreis das größte Problem vieler Haushalte: „Viel wichtiger als der Benzinpreis sind für die meisten Menschen die hohen und steigenden Lebensmittelpreise.“
Fratzscher forderte in der „Rheinischen Post“, die Bundesregierung solle ihre „Priorität auf Einsparungen beim Energieverbrauch von fossilen Energieträgern“ legen und die Menschen entlasten, die besonders dringend Hilfe benötigten. Eine Ausweitung der Pendlerpauschale hält er dagegen für nicht zielgenau genug.
Deutsche Umwelthilfe warnt vor „Steuergeschenk“
Auch die Deutsche Umwelthilfe äußerte sich kritisch zu den Überlegungen. Die DUH bezeichnete eine höhere Pendlerpauschale als „Steuergeschenk für Besserverdienende“. Robin Kulpa, Leiter der Bereiche Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH, sagte der „Rheinischen Post“: „Menschen mit einem Einkommen unter dem Steuerfreibetrag profitieren gar nicht von der Pendlerpauschale.“
Statt einer Ausweitung der Pauschale sprach sich Kulpa gegenüber der „Rheinischen Post“ für ein „bezahlbares Deutschlandticket für 29 Euro für die nächsten Monate“ aus und forderte zudem die Einführung eines Tempolimits. Diese Maßnahmen seien aus Sicht der DUH geeigneter, um Bürger zu entlasten und gleichzeitig Umwelt- und Klimaschutzziele zu unterstützen.
Bericht über Offenheit von Kanzler Merz
Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung ist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) offen für eine spürbare Anhebung der Pendlerpauschale von derzeit 38 Cent auf bis zu 45 Cent je Kilometer. Konkrete Entscheidungen wurden in dem Bericht nicht genannt, die Diskussion über das Instrument der Pendlerpauschale erhält damit jedoch neuen politischen Schub.
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