Der Ökonom Lars Feld fordert angesichts steigender Belastungen für Berufspendler eine Anhebung der Pendlerpauschale auf 45 Cent pro Kilometer. Eine solche Maßnahme sei aus seiner Sicht ökonomisch gut begründbar und ermögliche eine schnelle Entlastung der Arbeitnehmer, ohne in die Preisbildung einzugreifen.
Forderung nach höherer Pendlerpauschale
Der Ökonom Lars Feld hat sich für eine deutliche Anhebung der Pendlerpauschale ausgesprochen. „Das lässt sich aus ökonomischer Sicht mit dem Nettoprinzip gut begründen und greift nicht in die Preisbildung ein“, sagte Feld der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Man kann die Pendlerpauschale auf 45 Cent je Kilometer anheben.“
Der frühere Chef der Wirtschaftsweisen sieht in einer höheren Pendlerpauschale einen Weg zur schnellen Entlastung der Bürger. „Die Bürger könnten die Entlastung schon im laufenden Jahr spüren, wenn sie sich diese auf der Lohnsteuerkarte eintragen ließen“, erklärte Feld der „Rheinischen Post“.
Rechenbeispiel zu Entlastung und Einnahmeausfällen
Nach einer von Feld genannten Daumenregel würde eine Anhebung der Pendlerpauschale um einen Cent pro Kilometer die Arbeitnehmer um rund 230 Millionen Euro entlasten. „Damit würden wir insgesamt bei Einnahmeausfällen für den Staat von rund 1,6 Milliarden Euro landen“, sagte er der „Rheinischen Post“.
Debatte um Alternativen wie Spritpreisdeckel
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) regt ebenfalls eine Erhöhung der Pendlerpauschale an. Dagegen lehnt Feld einen Spritpreisdeckel, wie ihn die SPD fordert, ab. „Ein Preisdeckel und ein Tankrabatt verzerren die Preise, die den Menschen signalisieren: Öl und Sprit werden knapper. Wir müssen die Preissignale wirken lassen, damit die Nachfrage sinkt und sich an das sinkende Angebot anpasst“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Zudem haben Preisdeckel und Tankrabatt den Nachteil, dass sie für alle gelten – und es daher zu teuren Mitnahmeeffekten kommt.“
Der Freiburger Ökonom war von 2011 bis 2021 Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland („Wirtschaftsweise“). Er beriet zudem Finanzminister Christian Lindner (FDP).
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