Der Ökonom Lars Feld spricht sich angesichts der hohen Energiepreise für eine gezielte finanzielle Entlastung von Bürgergeld-Empfängern aus. In einem Interview warnt er zugleich vor Eingriffen in den Markt wie einem Spritpreisdeckel oder Tankrabatt, wie sie von politischer Seite gefordert werden. Stattdessen plädiert er dafür, staatliche Hilfen auf Haushalte mit geringem Einkommen zu konzentrieren.
Einmaliger Zuschuss für Bürgergeld-Empfänger
Der Ökonom Lars Feld regt an, Bürgergeld-Empfänger bei anhaltend hohen Energiepreisen mit einer zusätzlichen Zahlung zu unterstützen. „Einige Monate hohe Preise müssen alle tragen. Dauert der Krieg länger, muss man sehen, wie man Haushalte mit geringem Einkommen gezielt entlasten kann. Dann könnte die Bundesregierung prüfen, ob sie Bürgergeld-Empfängern unterjährig einen einmaligen Zuschuss gewährt, bevor die reguläre Erhöhung des Bürgergeldes ansteht“, sagte der frühere Chef der Wirtschaftsweisen der „Rheinischen Post“ (Samstag).
Bei Rentnerinnen und Rentnern sieht Feld aktuell keinen zusätzlichen Handlungsbedarf. „Bei Rentnern muss nichts getan werden, die jüngsten Erhöhungen waren hinreichend hoch“, sagte er der „Rheinischen Post“.
Skepsis gegenüber Spritpreisdeckel und Tankrabatt
Einen von der SPD geforderten Spritpreisdeckel lehnt Feld entschieden ab. „Ein Preisdeckel und ein Tankrabatt verzerren die Preise, die den Menschen signalisieren: Öl und Sprit werden knapper. Wir müssen die Preissignale wirken lassen, damit die Nachfrage sinkt und sich an das sinkende Angebot anpasst. Zudem haben Preisdeckel und Tankrabatt den Nachteil, dass sie für alle gelten – und es daher zu teuren Mitnahmeeffekten kommt“, sagte er der „Rheinischen Post“.
Hintergrund zu Lars Feld
Der Freiburger Ökonom war bis 2021 Chef der Wirtschaftsweisen. Er beriet zudem Finanzminister Christian Lindner (FDP).
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