Nur eine kleine Minderheit der deutschen Unternehmen plant in den kommenden fünf Jahren, neue Mitarbeiterwohnungen zu schaffen. Obwohl viele Betriebe Vorteile bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften sehen, bremsen vor allem ungünstige Rahmenbedingungen und hoher Aufwand neue Initiativen. Die Unternehmen fordern bessere Informationen und erleichterte Genehmigungen, um Wohnraum für Beschäftigte bereitstellen zu können.
Nur wenige Betriebe wollen neue Mitarbeiterwohnungen anbieten
Nur vier Prozent der deutschen Betriebe planen, in den nächsten fünf Jahren neue Mitarbeiterwohnungen anzubieten. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Rund neun Prozent der Unternehmen stellen ihren Beschäftigten demnach bereits direkt Wohnraum zur Verfügung, während weitere 21 Prozent indirekt unterstützen, etwa durch interne Wohnungsbörsen oder die Übernahme von Maklerkosten.
Unternehmen sehen Vorteile bei Fachkräftegewinnung und -bindung
Die Studie zeigt, dass 58 Prozent der Unternehmen die Rekrutierung von Fachkräften durch Mitarbeiterwohnungen erleichtert sehen, und 55 Prozent berichten von Vorteilen für die langfristige Bindung. Dennoch zögern viele Betriebe, neue Angebote einzuführen.
Hürden bei Rahmenbedingungen und Kooperationen
Zwei Drittel der Betriebe nennen ungünstige Rahmenbedingungen für die Anmietung als größtes Hindernis, gut 45 Prozent zögern wegen erwarteter Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern in der Wohnungswirtschaft. Zudem halten fast 40 Prozent den finanziellen und organisatorischen Aufwand für zu hoch.
IW-Experte Philipp Deschermeier sagte, dass Mitarbeiterwohnungen im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte ein entscheidender Standortvorteil sein können. Dafür bräuchten Unternehmen aber bessere Informationen und Kommunen müssten den Wohnungsbau auf Betriebsgeländen leichter genehmigen. „Wenn Arbeitgeber, Wohnungswirtschaft und Kommunen enger zusammenarbeiten, profitieren alle: Die Betriebe sichern sich Fachkräfte und der Wohnungsmarkt entspannt sich“, so der Immobilienökonom.
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