Israels Premier attackiert UN-Diplomaten und New Yorker Bürgermeister
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat vor der UN-Generalversammlung in New York den Vorwurf eines Völkermords im Gazastreifen scharf zurückgewiesen. Wie die Berliner Zeitung berichtet, bezeichnete er die Anschuldigungen als „größte Lüge des Jahrhunderts“ und griff dabei auch den New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani persönlich an. Mamdani hatte Israel zuvor als „Architekten eines schrecklichen Völkermords“ bezeichnet. Netanjahu warf ihm Antisemitismus und Unterstützung der Hamas vor, ohne dafür Belege vorzulegen. Mamdani hatte während seines Wahlkampfs angekündigt, Netanjahu bei einem Besuch in New York festnehmen zu wollen, räumte später aber ein, dass ihm als Bürgermeister dafür keine rechtliche Befugnis zusteht. Gegen Netanjahu selbst liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen vor, den Israel nicht anerkennt.
Die Lage im Konflikt verschärft sich
Netanjahus Rede sorgte für Tumulte: Zahlreiche Delegierte verließen den Saal, während Unterstützer auf der Besuchertribüne applaudierten und „Am Yisrael Chai“ riefen. Der Präsident der Generalversammlung musste mehrfach um Ruhe bitten. Netanjahu bezeichnete die abwandernden Diplomaten als „moralische Feiglinge“.
Israel rechtfertigt Angriffe auf iranische Atomanlagen
Einen großen Teil seiner Ansprache widmete Netanjahu dem Iran. Die Angriffe auf iranische Atomanlagen im Februar, die Israel gemeinsam mit den USA durchgeführt hatte, seien notwendig gewesen, um eine iranische Atombombe zu verhindern, betonte er. Teheran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben. Netanjahu behauptete, Israel habe mit den Angriffen nicht nur sich selbst, sondern auch andere Staaten geschützt, deren Delegationen den Saal zuvor verlassen hätten. Einige Regierungschefs hätten Israel dafür sogar privat gedankt, wie er angab. Diese Aussage ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Netanjahu attackiert Katar und Türkei scharf
Zusätzlich kritisierte Netanjahu Katar und die Türkei. Katar warf er vor, über Medien wie Al Jazeera „Lügen“ über Israel zu verbreiten, während er der Türkei vorwarf, die Hamas zu unterstützen. US-Präsident Donald Trump lobte Netanjahu dagegen für dessen „mutige Führung“ und betonte die enge Partnerschaft zwischen beiden Ländern.
Netanjahu endet mit Verweis auf seinen gefallenen Bruder
Zum Abschluss seiner Rede erinnerte Netanjahu an seinen Bruder Jonathan, der 1976 bei der Befreiung israelischer Geiseln in Entebbe getötet wurde. Mit dessen Worten „Wir werden gewinnen. Wir haben keine andere Wahl“ beendete er seine Ansprache.