Mit einem bunten Programm haben die Stadt Osnabrück und die Lega S Jugendhilfe am Freitagnachmittag den neuen Naturerfahrungsraum Ziegenbrink eröffnet. Von 15:00 bis 18:00 Uhr erhielten zahlreiche Familien sowie Bürgerinnen und Bürger bei bestem Frühlingswetter einen ersten Einblick in das neue umweltpädagogische Angebot im Stadtteil Schölerberg. Das Projekt ist ein zentraler Baustein der Biodiversitätsstrategie „OSNATÜRLICH“ und markiert den Auftakt zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Grüne Finger“.
Naturerfahrungsraum soll Ausgleich schaffen
Unter dem Leitgedanken „Natur im Viertel entdecken und erleben“ bietet das Areal am Gemeinschaftszentrum Ziegenbrink Kindern und Jugendlichen im Alter von vier bis 14 Jahren Raum für unmittelbare Naturerfahrungen. Ziel der Stadtverwaltung ist es, jungen Menschen in einem urbanen Umfeld den Zugang zu „wilden“ Freiräumen zu ermöglichen und so das Bewusstsein für die Umwelt nachhaltig zu stärken.
Stadtbaurat Thimo Weitemeier hob während der Eröffnung die Bedeutung des Projekts hervor: „Dieser Naturerfahrungsraum schafft einen Ausgleich in unserer immer dichter werdenden Stadt. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch; das Balancieren auf Stämmen oder das Bauen von Hütten trainiert spielerisch motorische und soziale Fähigkeiten. Der Ziegenbrink ist damit gleichermaßen ein wichtiger Entwicklungsraum für unsere Kinder und für die Artenvielfalt.
Pädagogik trifft auf biologische Vielfalt
Für die inhaltliche Ausgestaltung und den laufenden Betrieb arbeitet die Stadt eng mit der Lega S Jugendhilfe gGmbH zusammen. Paulina Lüttmann, Umweltpädagogin bei Lega S, erläuterte vor Ort ihren pädagogischen Ansatz: „Mein Ziel ist es, dass Kinder die Natur hier mit allen Sinnen erfahren – ob beim Beobachten von Insekten und Fledermäusen oder beim Schmecken der Äpfel unserer Streuobstwiese.“ Ein zentraler Leitsatz ihrer Arbeit ist dabei die Wissensvermittlung als Basis für ökologisches Handeln: „Man schützt lieber das, was man kennt, als das, was man nicht kennt. Wenn wir den Kindern zeigen, was hier alles lebt und wie alles zusammenhängt, schaffen wir eine echte Bindung zur Umwelt.“
Das Projekt am Ziegenbrink ist Teil der Osnabrücker Biodiversitätsstrategie „OSNATÜRLICH“, die der Fachbereich Klima, Natur und Umwelt gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück bis 2030 entwickelt, und wird hierüber mit rund 135.000 Euro finanziert. Gefördert wird das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Osnabrücks Biodiversitätsmanager Martin Rudolph erläuterte dazu: „Biodiversität ist wie ein großes Puzzle, bei dem jede Art zählt. Am Ziegenbrink darf es deshalb auch mal wild aussehen: Totholz bleibt liegen und Wiesen werden seltener gemäht, damit Käfer, Wildbienen und Vögel einen stabilen Lebensraum finden. Wir machen diese Vielfalt hier direkt erlebbar“.
Auftakt zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Grüne Finger“
Die Eröffnung bildete zugleich den Startschuss für das Jubiläumsjahr „100 Jahre Grüne Finger“, das die Stadt gemeinsam mit zahlreichen Partnern in diesem Jahr unter dem Motto „Grüne Fingerspitzengefühle“ feiert. Der Ziegenbrink ist Teil des Grünen Fingers Berningshöhe – Ziegenbrink, einer von 13 Freiraumachsen, die das Stadtgebiet mit der umgebenden Landschaft verweben. „Die Grünen Finger bringen frische Luft in die Stadt und sind unsere Orte zum Atmen“, sagte Weitemeier. Zum Festprogramm gehören auch zahlreiche Exkursionen und Veranstaltungen im Rahmen von „OSNATÜRLICH“.
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