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Startseite Meinung & KolumneMösers Meinung – zum Thema „Feindbilder“
Meinung & KolumneMösers Meinung

Mösers Meinung – zum Thema „Feindbilder“

von Justus Möser 14. Oktober 2016
von Justus Möser 14. Oktober 2016
Feindbilder
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Guten Abend,

die Menschen neigen dazu, sich die Welt und ihre Protagonisten in schwarz und weiß zu unterteilen, in die Guten und die Bösen, die Gerechten und die Schlechten. Hilfreich hierbei sind Feindbilder jedweder Couleur. Die einen heften ein Bild von Angela Merkel und Joachim Gauck vor eine Dartscheibe, um ein Ziel für ihren Frust und ihren Hass zu haben, sie halten bei Demonstrationen einen Galgen hoch, an dem eine Puppe hängt, die Vizekanzler Sigmar Gabriel darstellen soll. Für andere sind alle, die die Flüchtlingskrise auch als solche empfinden und Bedenken äußern über die Vielzahl von Menschen aus fremden Kulturen, die nach Deutschland streben, potentielle Nazis, Pack, rassistisch, blöd, asozial. Die Handelsabkommen TTIP und CETA eignen sich ebenfalls hervorragend, um verquere Weltsichten zu projizieren und antiamerikanische und vor allem antikapitalistische Ressentiments neu zu beleben und sich klar abzugrenzen gegen diejenigen, die entweder anderer Meinung sind oder einfach zu doof, um die Gefahren zu erkennen, die von Chlorhühnchen und ähnlichen Dingen ausgehen. Was früher die Sozis und die Katholiken waren, sind heute wahlweise die Neoliberalen, die Moslems, Frauke Petry, Wladimir Putin, Vitali Klitschko, Pegida, Antifa, das OS-Team oder Wolfgang Griesert und Frank Henning. Die Welt ist voll von Feindbildern, wer soll sich da eigentlich noch zurechtfinden und feststellen können, welche Feindbilder zu ihm passen oder welche er sich möglicherweise zu eigen machen sollte?

Ich finde, daß die Aufteilung der Welt in Gut und Böse der Komplexität der Zustände, mit denen wir heutzutage leben müssen, nicht sonderlich gerecht wird. Viele Dinge sind doch vielschichtiger, als wir es zugeben wollen, auch wenn das oft so gar nicht in unser Weltbild passt. Das Feindbild hat das Vorurteil als nahen Verwandten, und aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer der Abschied von liebgewordenen Vorurteilen fallen kann. Ich neige aufgrund meines Alters zu einer eher unaufgeregten Betrachtungsweise der Dinge, manche mögen diese Haltung auch konservativ nennen. Nun ja, ich mag dieses Schubladendenken überhaupt nicht, weil ich in vielen politischen Positionen vorzugsweise mit einer linken Sichtweise der Dinge sympathisiere, während ich in einigen essentiell wichtigen Menschheitsfragen durchaus dem rechten Lager zugeordnet werden kann. Und da fangen die Probleme auch schon an. Ich trinke mit meinen Stammtischbrüdern gerne zusammen ein Bier ob der Feststellung, daß in Deutschland mehr für die soziale Gerechtigkeit, für die Armen, Kranken und Schwachen getan werden muß. Es kann nicht sein, daß Armut ein Gesundheitsrisiko ist, daß Armut zur Ausgrenzung von Kultur und Lebensfreude führt. Aber ich finde nicht, daß man die Autofahrer mehr belasten und die Gutverdienenden stärker zur Kasse bitten sollte. Auch bin ich ein entschiedener Gegner des Mindestlohns und des Rauchverbots, weil ich ein Zuviel an staatlicher Einmischung in wirtschaftliche und individuelle Freiheiten nicht zuletzt aufgrund unserer durchaus wechselhaften deutschen Geschichte und den Erfahrungen im Dritten Reich und der DDR für hochgefährlich halte. Möglicherweise tauge ich aufgrund dieser Vielzahl an politischen Einstellungen auch als Feindbild für die oder jene Seite; ich werde damit klarkommen müssen. Viel Feind, viel Ehr, wie wir früher zu sagen pflegten.

Vielleicht haben Feindbilder auch eine durchaus therapeutische Funktion. An wem könnten wir denn unseren ganzen Frust, unsere Unzufriedenheit, unsere Enttäuschungen und die ein oder andere Ebbe in der Kasse abarbeiten, wenn es Recep Tayyip Erdogan, Donald Trump, wahlweise die Neumarktsperrung oder -öffnung, die FDP, die Energiewende oder das OS-Team nicht gäbe?
Würden wir dann wieder anfangen, unsere Kinder zu schlagen? Oder zum Alkohol greifen, um den ganzen aufgestauten Frust zu betäuben? Da ist es mir schlußendlich doch lieber, wenn wir weiterhin über die bösen Politiker schimpfen, die sowieso keine Ahnung haben, oder nicht mehr in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub machen, weil da so viele Leute die AfD gewählt haben. Was wir auch tun, es trifft im Grunde immer die Falschen. Logisch ist das zwar nicht, aber durchaus menschlich. Mein Lieblingsfeindbild ist übrigens das Finanzamt. Aber dazu an anderer Stelle mehr. Die Beamten an der Süsterstraße tun schließlich nur ihre Pflicht. Wie unsere ganzen anderen Feindbilder auch. Würden sie das nicht tun, dann wären sie ja irgendwie keine guten Feindbilder mehr. Und dann würde uns was fehlen, da bin ich ganz sicher!

Ich wünsche allen HASEPOST-Lesern ein Wochenende, an dem es ausnahmsweise mal nichts zu mösern gibt. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Ihr

Justus Möser

Hier alle bislang erschienenen Kolumnen von Justus Möser.

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Justus Möser

Justus ist unser "ältester Mitarbeiter", seit 1720 wandelt er durch unsere Stadt - wobei er inzwischen eher "geistert". Sein Vertreter in der Gegenwart ist unser Autor Wolfgang Niemeyer, der sich in dieser Kolumne regelmäßig darüber Gedanken macht „was würde Möser dazu meinen“?

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