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Startseite Meinung & KolumneMösers Meinung – zum Thema “Klimawandel”
Meinung & KolumneMösers Meinung

Mösers Meinung – zum Thema “Klimawandel”

von Justus Möser 25. November 2016
von Justus Möser 25. November 2016
Mösers Meinung – zum Thema “Klimawandel”
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Guten Abend,

ich stelle mit Erschrecken fest, daß sich in unserem Land ein Klima der Gewalt breitmacht. Und es trifft wie immer zunächst mal die Schwächsten der Gesellschaft, Frauen, Kinder, Migranten, Obdachlose, Körperbehinderte.
Es werden Menschen wie Vieh hinter einem fahrenden Auto hergezogen oder mindestens halbtot geschlagen, weil sie nicht auf das Sorgerecht für ihr Kind verzichten wollen. Es werden Menschen drangsaliert, gequält und gedemütigt, weil sie der vermeintlich falschen Glaubensgemeinschaft angehören und nicht dem einzig wahren Propheten huldigen wollen. Menschen, die auf der Straße leben, denen nichts mehr geblieben ist außer vielleicht einem Schlafsack und den paar Sachen, die sie am Leibe tragen, laufen Gefahr, angezündet zu werden oder im glücklichsten Fall eine gehörige Tracht Prügel abzubekommen. Nur weil sie ein wenig anders leben als die anderen, weil sie sich nicht nach den Normen richten, die hierzulande wenigstens nach außen hin noch Gültigkeit haben, weil sie oftmals keiner geregelten Arbeit nachgehen und eventuell keine Steuern zahlen. Das ist natürlich eine Todsünde für das schlichte deutsche Gemüt. Ich könnte zahlreiche explizite Beispiele aufführen, doch weil hier möglicherweise auch ganz junge Menschen mitlesen, möchte ich darauf lieber verzichten. Allein, es bleibt die Feststellung: Gewalt ist wieder ein essentieller Bestandteil der gesellschaftlichen und leider auch politischen Kultur in Deutschland geworden, Gewalt beherrscht das allgemeine Klima und bestimmt, wie wir miteinander umgehen. Und das nicht erst seit der Silvesternacht von Köln, Hamburg, Bielefeld. Gewalt beginnt ja manchmal mit ganz kleinen Andeutungen, in Nuancen, die wir zunächst noch als völlig normal empfinden, die aber unseren Alltag, unser Zusammenleben, unser Land schließlich auf eine ganz brutale Art und Weise verändern. Das ist dann sozusagen ein Klimawechsel der etwas anderen Art, nicht dominiert vom sauren Regen und kontinuierlicher Erderwärmung, sondern von einem Meinungsklima, daß es schließlich als ganz normal empfindet, wenn man Frauen und Kinder wieder schlagen darf, wenn an den Grenzen auf Flüchtlinge geschossen werden soll, wenn von der eigenen Regierung Verträge zur Begrenzung der sogenannten Flüchtlingskrise mit einem Land gemacht werden, daß mit quasi faschistischen Methoden jegliche Opposition mundtot und handlungsunfähig macht und in dem nicht erst seit dem gescheiterten Putschversuch vom Juli dieses Jahres ein öffentliches Klima der Angst herrscht. Gewalt ist schon seit langem wieder salonfähig geworden, nicht nur in der Politik. Und nirgendwo ist eine Bewegung zu erkennen, die sich diesem Trend, diesem schrecklichen Klimawandel entgegenstellt. In den USA werden mit höchst gewalttätiger Rhetorik Präsidentschaftswahlen gewonnen, aber hierzulande scheint ein großer Teil der Bevölkerung mittlerweile so abgestumpft zu sein, daß es als völlig normal hingenommen wird, wenn man den politischen Gegner ins Gefängnis werfen will oder Mauern bauen möchte, um Menschen aus anderen Ländern am Betreten des eigenen Staatsgebietes zu hindern. Warum sind wir bloß so geworden, so desinteressiert, so emotionslos, so ohne Mitgefühl für das Elend um uns herum? So furchtbar verroht und abgestumpft!

Vielleicht ist die allgegenwärtige Kommerzialisierung des täglichen Lebens ein gewichtiger Grund für den gesellschaftlichen Klimawandel. Jetzt im Advent ist nicht mehr von Weihnachtsmärkten oder Krippenausstellungen die Rede, sondern von Winterdörfern, von Eiszauber und vom Black Friday, an dem ein Schnäppchen das nächste jagt. Es bleibt gar keine Zeit mehr für ein wenig Innehalten, für ein bißchen Besinnlich- und Nachdenklichkeit, für eine Konzentration auf die Dinge, die in unserem Leben wirklich wichtig sind. In einem Klima der Gewalt zählt schließlich nur noch der eigene Vorteil, gilt am Ende nur die Erkenntnis, daß sich jeder selbst der Nächste ist. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine erholsame Vorweihnachtszeit, die diesen Namen auch wirklich verdient. Ich will mich an dieser Stelle gar nicht darüber mokieren, daß schon Ende September Spekulatius und Spritzgebäck in den Regalen der Supermärkte stehen. Es ist mir auch egal, ob man Engel mittlerweile bevorzugt als Jahresendfiguren bezeichnet. Aber grade in der sogenannten besinnlichen Jahreszeit wird mir erst so richtig bewußt, wie weit sich das gesellschaftliche Klima in der letzten Zeit verändert hat. Wir haben es verlernt, unseren Mitmenschen zuzuhören und Meinungen, die von unserem Weltbild abweichen, zuzulassen. Es gilt auch nicht mehr die schöne preußische Maxime, nach der jeder nach seiner Fasson selig werden soll. Es findet ein hemmungsloses Hauen und Stechen statt, bei dem scheinbar diejenigen gewinnen, die die größte Klappe haben und die durch ein schamloses Belügen der Öffentlichkeit die Deutungshoheit in diesem Land für sich reklamieren. Ohne Rücksicht auf Verluste und ohne jegliches Mitleid für die Schwächsten unserer Gesellschaft. Die spüren diese dramatischen Veränderungen als erste, und leider oft am eigenen Leib. Das ist das gegenwärtige Klima in Deutschland und in großen Teilen der restlichen Welt. Manchmal ist mir ganz schön kalt!

Ich wünsche allen HASEPOST-Lesern ein Adventswochenende, an dem es ausnahmsweise mal nichts zu mösern gibt. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Ihr

Justus Möser

Hier alle bislang erschienenen Kolumnen von Justus Möser.

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Justus Möser

Justus ist unser "ältester Mitarbeiter", seit 1720 wandelt er durch unsere Stadt - wobei er inzwischen eher "geistert". Sein Vertreter in der Gegenwart ist unser Autor Wolfgang Niemeyer, der sich in dieser Kolumne regelmäßig darüber Gedanken macht „was würde Möser dazu meinen“?

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