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Startseite Meinung & KolumneMösers Meinung – zum Thema „Symbolpolitik“
Meinung & KolumneMösers Meinung

Mösers Meinung – zum Thema „Symbolpolitik“

von Justus Möser 2. Dezember 2016
von Justus Möser 2. Dezember 2016
Mösers Meinung – zum Thema „Symbolpolitik“
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Guten Abend,

in Deutschland hat die Symbolpolitik Einzug gehalten. Das, was wir am Politikstil der US-Amerikaner so gerne beklagen, machen wir uns nun selber zu eigen.
Mit Verwunderung mußte ich feststellen, wie die Bundeskanzlerin vor ein paar Tagen auf einer Regionalkonferenz ihrer Partei in Heidelberg einem kleinen afghanischen Jungen den Rat gab, fleißig Deutsch zu lernen und anschließend sogar von der großen Bühne abtrat, um diesen Jungen die Hand zu geben. Das arme Kind konnte vor lauter Aufregung nicht an sich halten und brach vor laufenden Kameras in Tränen der Rührung aus. Und Angela Merkel machte ein vergnügtes Gesicht und freute sich sichtlich. Nun kann man eigentlich wenig Verwerfliches darin finden, wenn jemand die Hände eines kleinen Jungen schüttelt. Auch andere Machthaber haben sich in der Vergangenheit gerne mit Kindern geschmückt – besonders im ehemaligen Ostblock war das Überreichen von Blumen durch die ganz junge Bevölkerung an Breschnew, Honecker & Co. gang und gäbe. Adolf Hitler tätschelte bevorzugt kleinen Mädchen die rosigen Wangen, sowas gibt schließlich immer wunderschöne Bilder. Aber im Grunde haben solche symbolischen Gesten nur ein Ziel: sie sollen eine tiefe Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer politischen Führung demonstrieren. Wie abgrundtief verzweifelt muß Angela Merkel sein, wenn sie mittlerweile zu solchen abgedroschenen Methoden der politischen Propaganda greift, um das einfache Volk und vor allem natürlich deren Wählerstimmen für sich gewinnen zu können. Möglicherweise hat ihr Handeln auch einen eher gegenteiligen Effekt. Sie bestärkt damit nämlich vor allem jene Gruppierungen in diesem Land, die sich angeblich abgehängt und unverstanden fühlen. Wenn die deutsche Bundeskanzlerin bei einem der ersten öffentlichen Auftritte nach Bekanntgabe ihrer erneuten Kanzlerkandidatur für die Bundestagswahl 2017 nichts besseres zu bieten hat als die erneute Demonstration ihres großen Herzens für alle, die mühselig und beladen sind, dann erscheint das doch vor dem Hintergrund der Vielzahl an Problemen, denen sich Deutschland im Moment gegenübersieht, als reichlich schwach, wenn nicht sogar arrogant. Dieses Verhalten schöpft wieder reichlich Wasser auf die Mühlen der sogenannten Populisten. Die Marketingmaschine der deutschen Bundesregierung sollte nicht soviel an das Herz der hier lebenden Menschen appellieren, sondern versuchen, der eigenen Bevölkerung klarzumachen, daß es auf die gegenwärtigen weltpolitischen Herausforderungen leider keine einfachen Antworten gibt. Und daß das Handeln der politisch Verantwortlichen in diesem Land nicht alternativlos ist, sondern hin und wieder auch mal klaren Strategien und Plänen folgt und sogar mit Zielen verbunden wird. Und man sollte endlich aufhören, die eigenen Bürger für dumm zu verkaufen und mit ihnen stattdessen gemeinsam über Deutschlands Zukunft nachdenken. Flüchtlinge können zum Beispiel keine Lösung für einen angeblichen Fachkräftemangel in Deutschland sein. Diese Menschen müssen doch vor allem im Sinn haben, schnellstmöglich in ihre Heimat zurückzukehren und dort tatkräftig am Wiederaufbau ihres von Krieg und Elend verwüsteten Landes mitzuwirken. Da sehe ich doch eher Lösungsmöglichkeiten im trostlosen Umfeld der zahlreichen arbeitslosen jungen Menschen in Südeuropa, sei es in Spanien, Portugal, Griechenland oder Italien. Wenn wir wirklich soviel Facharbeiter brauchen, wie oft behauptet wird, dann lassen sich in diesem Bereich doch viel einfacher Nachwuchskräfte rekrutieren als unter von Bomben, Not und Armut traumatisierten Vertriebenen. Zudem wäre das endlich ein aktiver und wirkungsvoller Beitrag für das Zusammenwachsen von Europa.

Und auch bei der sogenannten Energiewende müssen wir uns doch so langsam von der reinen Legendenbildung und dem Bauen von Wolkenkuckucksheimen verabschieden. Die Deutschen haben seit 2011 mit ihrer radikalen Abkehr von der Kernenergie lediglich ihren europäischen Nachbarn Munition an die Hand gegeben, wie man es nicht machen soll. Um Deutschland herum sind weiterhin zahlreiche Kernkraftwerke in Betrieb, zum Teil in einem äußerst bedenklichen Zustand. Sollte es hier wirklich zu einer Katastrophe kommen, dann wird Deutschland mit Sicherheit davon betroffen sein, da nützen uns auch die ganzen tollen Windräder und Solaranlagen auf unseren Dächern nichts. Zudem haben wir es den übrigen EU-Ländern auch erleichtert, bei ihren Bemühungen zum Umweltschutz ein wenig auf die Bremse zu treten, weil durch die radikalen Veränderungen auf dem deutschen Energiemarkt die gesamteuropäische Schadstoffbilanz ein wenig nach unten gesenkt wird. Schließlich sind wir das bevölkerungsreichste Land in Europa mit dem größten Energieverbrauch. Die deutschen Bemühungen und Experimente in diesem Bereich sind aber ziemlich wirkungslos, solange es keine Energiewende in unseren Nachbarländern gibt und vor allem die großen Energieverbraucher China und USA weiterhin so tun, als hätte unsere Erde kein Umweltproblem. Und irgendwie gehören für mich diese beiden hier kurz umrissenen Problemfelder eng zusammen – der Fachkräftemangel und die Energiewende. Es wird von Seiten der Bundesregierung viel mit Symbolpolitik agiert, aber kaum an echten und nachhaltigen Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit gearbeitet. Solange die Bevölkerung diese Handlungsweise nicht durchschaut, mag das ja gut gehen. Aber wenn man alle anfallenden Aufgaben immer nur nach hinten schiebt und stattdessen hauptsächlich bemüht ist, einen einigermaßen guten Eindruck zu hinterlassen, dann bricht auch das beste Kartenhaus irgendwann zusammen. Und dann wird es richtig schwierig, ungemütlich und unangenehm. Nicht nur symbolisch!

Ich wünsche allen HASEPOST-Lesern ein Adventswochenende, an dem es ausnahmsweise mal nichts zu mösern gibt. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Ihr

Justus Möser

Hier alle bislang erschienenen Kolumnen von Justus Möser.

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Justus Möser

Justus ist unser "ältester Mitarbeiter", seit 1720 wandelt er durch unsere Stadt - wobei er inzwischen eher "geistert". Sein Vertreter in der Gegenwart ist unser Autor Wolfgang Niemeyer, der sich in dieser Kolumne regelmäßig darüber Gedanken macht „was würde Möser dazu meinen“?

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