UN warnt vor dramatischen Folgen, falls der Krieg anhält.
Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten könnten zu einer dramatischen Verschärfung der globalen Hungerkrise führen. Wie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) in Genf mitteilte, könnten bis Juni weitere 45 Millionen Menschen in akute Hungersnot geraten, falls der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran andauert. Die steigenden Preise für Grundnahrungsmittel und die Unterbrechung humanitärer Lieferketten verschärfen die Lage zusätzlich. „Schon vor diesem Krieg befanden wir uns in einem perfekten Sturm, in dem Hunger noch nie so schwerwiegend war wie heute“, erklärte Carl Skau, stellvertretender Direktor des WFP. Die Kosten für Schiffstransporte seien seit Beginn der Kämpfe um 18 Prozent gestiegen, was die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft. Die USA und Israel hatten am 26. Februar mit Angriffen auf iranische Ziele begonnen, was zu einer Blockade wichtiger Handelsrouten führte.
USA rechnen mit schnellem Ende des Konflikts
Wie der Independent berichtet, zeigt sich die US-Regierung unter Präsident Donald Trump jedoch optimistisch, dass der Konflikt „in Wochen, nicht Monaten“ beendet sein könnte. Kevin Hassett, wirtschaftspolitischer Berater des Weißen Hauses, erklärte gegenüber CNBC, erste Tanker würden bereits wieder die Straße von Hormus passieren. Dies sei ein Zeichen dafür, dass der Iran nur noch über geringe Kapazitäten verfüge. Gleichzeitig warnte Hassett vor möglichen Rückwirkungen auf die Ölversorgung, falls asiatische Länder ihre Exporte in die USA reduzieren sollten. Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts sind bereits jetzt spürbar. Wie Al Jazeera berichtet, ist die Ölproduktion in den Golfstaaten von 21 Millionen auf 14 Millionen Barrel pro Tag gesunken.
Ölproduktion im Golfstaat halbiert sich dramatisch
Sollte die Blockade der Straße von Hormus anhalten, könnte die Produktion auf bis zu 6 Millionen Barrel pro Tag fallen, warnt das Analysehaus Rystad Energy. Die Golfstaaten, die weiterhin stark von ihren Ölexporten abhängig sind, könnten in diesem Fall massive wirtschaftliche Einbußen erleiden. Qatar und Kuwait stünden vor einem möglichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 14 Prozent, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate müssten mit Einbußen von 3 bis 5 Prozent rechnen. Die Schließung des Luftraums und die Absage tausender Flüge haben zudem zu massiven Einbußen im Tourismussektor geführt. Allein in den ersten zehn Tagen des Konflikts wurden über 37.000 Flüge gestrichen, was die Region nach Angaben des World Travel & Tourism Council täglich rund 600 Millionen US-Dollar kostet. Die israelische Armee hatte unterdessen mitgeteilt, bei Luftangriffen auf Tehran seien hochrangige iranische Sicherheitskräfte getötet worden, darunter Ali Larijani, ein enger Vertrauter des iranischen Revolutionsführers Ali Khamenei.
Iran dementiert israelische Angaben
Wie der Indian Express berichtet, hat Iran diese Angaben jedoch bisher nicht bestätigt. Die israelischen Streitkräfte hatten erklärt, Larijani habe persönlich die Niederschlagung von Protesten gegen das iranische Regime angeführt. Die iranische Regierung wies unterdessen Berichte über mögliche Friedensgespräche mit den USA zurück. Außenminister Abbas Araghchi erklärte, es gebe keinerlei Verhandlungen mit Washington. Die USA hatten zuvor Verbündete aufgefordert, sich an einer militärischen Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Bisher hat jedoch kein Land zugesagt, Truppen in die Region zu entsenden.
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