Rund 2,2 Millionen Menschen in Deutschland haben weiterhin keinen Zugang zu einem Internetanschluss mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde – obwohl dieses Versorgungsziel politisch bereits vor acht Jahren erreicht sein sollte. Eine aktuelle Marktanalyse des Vergleichsportals Verivox auf Grundlage der Daten im Bundesbreitbandatlas zeigt, dass nahezu alle Städte und Gemeinden in Deutschland beim Mindeststandard von 50 Megabit pro Sekunde Versorgungslücken aufweisen. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, während einige Bundesländer beim Ausbau deutlich weiter sind.
2,2 Millionen Menschen ohne schnellen Internetanschluss
Nach der Auswertung des Vergleichsportals Verivox auf Basis der Daten im Bundesbreitbandatlas, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet, haben etwa 2,2 Millionen Menschen in Deutschland noch immer keinen Internetzugang mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Demnach weisen 96 Prozent aller deutschen Städte und Gemeinden Internetlücken beim Mindeststandard von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) auf. Insgesamt 10.520 Kommunen sind damit nicht vollständig versorgt.
Bundesweit können zwar 97,3 Prozent aller Haushalte theoretisch einen Anschluss mit mindestens 50 Mbit/s erhalten, doch die verbleibenden 2,7 Prozent sind davon abgeschnitten. Die Ausbauquote verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um lediglich 0,72 Prozentpunkte.
Ambitioniertes politisches Ziel verfehlt
Der politische Anspruch war ein anderer: Seit 2018 sollte Deutschland flächendeckend mit mindestens 50 Mbit/s versorgt sein. Was damals als ambitioniertes Ziel galt, ist inzwischen technisch längst überholt. Das Tempo beim Netzausbau gilt als zu niedrig, um den bestehenden Rückstand in absehbarer Zeit aufzuholen.
Große regionale Unterschiede beim Breitbandausbau
Das Gefälle zwischen den Regionen ist groß. Während viele Gemeinden in Rheinland-Pfalz oder Thüringen noch auf die Grundversorgung warten, sind in Schleswig-Holstein Hunderte Gemeinden bereits zu 100 Prozent mit schnellem Internet versorgt. Darunter befinden sich allein im Kreis Herzogtum Lauenburg mehr als 70 Orte.
Besonders drastisch ist die Lage dem Bericht der „Welt am Sonntag“ zufolge in 113 Gemeinden, in denen die Abdeckung mit 50 Mbit/s maximal zehn Prozent beträgt. In 61 dieser Gemeinden existiert schlicht kein fester Breitbandanschluss dieser Geschwindigkeit – weder per DSL noch über Kabel oder Glasfaser.
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