Mit 32.191 registrierten Straftaten bewegt sich die Kriminalität in Stadt und Landkreis Osnabrück mit leichtem Anstieg auf dem Niveau des Vorjahres. Mit 63,47 Prozent liegt die Aufklärungsquote auf einem Rekordhoch im Vergleich der letzten zehn Jahre. Bei einem Pressegespräch erläutert die Polizeiinspektion Osnabrück die Ergebnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik genauer.
Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) wird alljährlich nach bundesweit festgelegten Standards einheitlich erhoben. Verkehrsdelikte und politisch motivierte Straftaten sind nicht Inhalt der PKS, genauso wie bei der Kriminalität von einem erheblichen Dunkelfeld ausgegangen werden muss, dass ebenso keine Berücksichtigung finden kann.
Insgesamt zeigt die Statistik für 2025 eine Kriminalität ähnlich dem Vorjahr mit 32.191 Straftaten und einer hohen Aufklärungsquote bei 63,47 Prozent. Insgesamt zeigt sich außerdem, dass in der Stadt Osnabrück mehr Straftaten als im Landkreis registriert wurden.
7.827 Personen wurden 2025 Opfer einer Straftat in Stadt und Landkreis Osnabrück
Als Opfer gelten in der Statistik Personen, die körperlich Opfer wurden – Diebstähle fallen daher raus. Die Opfer verteilen sich gleichteilig auf Stadt und Landkreis Osnabrück und sind etwas häufiger männlich (56,67 Prozent).
14.731 Tatverdächtige gab es 2025 in Stadt und Landkreis Osnabrück
In der Stadt wurden dabei 7.385 Tatverdächtige und im Landkreis 7.863 Tatverdächtige ermittelt. In dieser Statistik können Personen doppelt gezählt werden, die in Stadt und Landkreis auffällig geworden sind. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Anzahl der Tatverdächtigen um 2,56 Prozent bei Männern und 8,31 Prozent bei Frauen. Die männlichen tatverdächtigen dominieren dabei mit 11.082 (Frauen 3.649) deutlich.
Immer mehr Kinder werden zu Tätern
Auch Kinder, Jugendliche und Heranwachsende wurden 2025 als Tatverdächtige ermittelt. Der Anteil der unter 21-Jährigen sank auf 20,47 Prozent (21.65 Prozent im Vorjahr). Kriminalität in der Altersgruppe der unter 14-Jährigen steigt dabei jedoch. Mit 645 Tatverdächtigen verdoppelte sich der Wert in den letzten zehn Jahren. Hendrik Fuest, stellvertretender Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, erklärt: „Kinder werden in verschiedensten Bereichen zu Tatverdächtigen – bei Diebstahl, Körperverletzungen und besonders bei der Verbreitung pornographischer Inhalte.“ Dabei spielt die frühe Nutzung von Smartphones und sozialen Medien eine Rolle. Leiter der Polizeiinspektion Osnabrück, Oliver Voges, betont: „Die Kriminalitätsprävention bei Kindern liegt uns besonders am Herzen. Wir sehen hier eine zentrale Rolle im Elternhaus, nicht nur in der Schule. Wir als Polizei appellieren hier besonders an die Eltern.“
Anzahl der nicht-deutschen Straftäter auf hohem Niveau
Die registrierten Straftaten wurden 2025 zu 62,2 Prozent von deutschen Tätern und 37,8 Prozent von nicht-deutschen Tätern verübt. Das ist hinsichtlich der Bevölkerungszusammensetzung in Stadt und Landkreis Osnabrück ein hohes Niveau nicht-deutscher Täter. Die Verteilung variiert im Vergleich zwischen Stadt und Landkreis nicht nennenswert. Die PKS führt außerdem von Flüchtlingen begangene Straftaten auf. Als Flüchtlinge werden Personen mit dem Status Asylbewerber, Schutz- und Asylberechtigte, Kontingentflüchtlinge, Duldung und Unerlaubter Aufenthalt definiert. Diese Gruppe verübte im Jahr 2025 5,7 Prozent der Straftaten.
12 (versuchte) Tötungsdelikte 2025
In der Stadt Osnabrück kam es 2025 zu fünf versuchten und ausgeführten Tötungsdelikten, im Landkreis auf sogar sieben. Fuest erklärt: „Hier kommen auch fahrlässige Tötungen zum Ausdruck. Das sind in der Regel tragische Unfälle.“ Insbesondere der Femizid im Schinkel und das Tötungsdelikt in Dissen erschütterten Osnabrück 2025.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stiegen 2025 vor allem im Landkreis
Insgesamt wurden in Stadt und Landkreis Osnabrück 2025 797 Delikte registriert, das entspricht einem Anstieg von 5,28 Prozent zum Vorjahr. Im Landkreis Osnabrück wurden 466 Taten registriert, 68 mehr als 2024. Rund 45 Prozent der Fälle sind Verbreitungen pornographischer Inhalte.
Häusliche Gewalt findet mehr im Landkreis statt
Registrierte Fälle von Häuslicher Gewalt stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,37 Prozent auf 1.742 Fälle. Die Opfer sind vorwiegend weiblich (1.218), Männer sind 2025 jedoch auch häufiger betroffen (523) als im Vorjahr. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Stadt und Landkreis: Während 2025 in der Stadt 639 Fälle registriert wurden, sind es im Landkreis 1.103. Voges betont: „Wir haben ein großes Netzwerk gegen Häusliche Gewalt in Osnabrück. Wir Stufen die Gefährlichkeit der Täter ein und versuchen präventiv zu wirken. Das funktioniert nicht immer, wie auch der Femizid im Schinkel gezeigt hat.“ Doch er hat Hoffnung für die Zukunft: „Ich befürworte das geplante Gefahrenabwehrgesetz nach dem spanischen Modell.“
Raub, Körperverletzungen und Straftaten gegen die persönliche Freiheit
Raubdelikte sanken 2025 im Vergleich zum Vorjahr (243) leicht auf 230 Taten. Währenddessen stiegen die registrierten Körperverletzungen auf 3.422 Taten (3.401 im Vorjahr) leicht an. Straftaten gegen die persönliche Freiheit stiegen hingegen deutlicher an: mit 162 mehr Taten als 2024 wurden 2025 1.768 Taten registriert. Die Aufklärungsquote bei Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit liegen dabei mit jeweils rund 88,5 Prozent hoch.
Gewaltkriminalität und Diebstähle sinken das zweite Jahr in Folge
1.216 Gewaltdelikte wurden in Stadt und Landkreis Osnabrück 2025 registriert. Diebstähle gab es 10.560. Versuchte Wohnungseinbrüche stiegen jedoch deutlich an auf 401 (2024 waren es 338). Fuest erklärt: „Von den 401 Einbrüchen waren 164 nicht gelungene Versuche. Das Täter nicht erfolgreich sind, liegt daran, dass Bewohner sich schützen. Das hilft auch unserer Aufklärung enorm.“
Messerangriffe steigen drastisch
Sowohl in der Stadt (73 Taten) als auch im Landkreis Osnabrück (77 Taten) stiegen die Angriffe mit Messern auf insgesamt 150 Taten deutlich. Dabei zeigt sich im zehn-Jahre-trend eine kontinuierliche Steigerung der Messerangriffe. Fuest erläutert: „Das Thema beschäftigt uns sehr und bereitet auch Sorgen. Positiv ist allerdings zu erwähnen, dass 2025 kein Todesfall in Verbindung mit einem Messerangriff registriert werden konnte und auch nur wenige Verletzte.“
Sachbeschädigungen vor allem an Autos, Straßen und durch Graffitis
Insgesamt registrierte die Polizeiinspektion Osnabrück 2025 3.351 Fälle von Sachbeschädigung. Am häufigsten wurden Autos (976 Fälle), Straßen (793 Fälle) und mit Graffitis (904 Fälle) beschädigt.
Schockanrufe schlugen auch 2025 Wellen
Seit Jahren sind Betrugsmaschen wie der Enkeltrick oder Schockanrufe bekannt. Auch 2025 kamen diese Betrugsmaschen in Wellen in Stadt und Landkreis Osnabrück vor. Die Polizeiinspektion Osnabrück registrierte einen Anstieg auf 522 Fälle. Voges warnt: „Aufklärung ist hier enorm wichtig. Gleichzeitig sollten auch alle Versuche gemeldet werden, denn wir haben eine Ermittlungsgruppe, die den Tätern so auf die Spur kommen kann. Wir verzeichnen hier immer wieder große Erfolge.“
Drogenstatistik hinkt wegen Cannabiskonsumgesetz
Insgesamt sanken die Rauschgiftdelikte in Stadt und Landkreis Osnabrück deutlich. Voges erklärt: „Durch das Cannabiskonsumgesetz fällt Cannabis aus der Statistik raus und verfälscht so auch die Zahlen. Auch deshalb, weil Cannabis häufig als Ermittlungseinstieg diente und dieser durch das neue Gesetz auch wegfällt und andere Delikte weniger registriert wurden.“
Fast jeden Tag wird ein Polizist angegriffen
Widerstand und tätlichen Angriffe auf Polizeibeamte sind kein neues Phänomen. Seit Jahren steigt die Gewaltbereitschaft. 2025 wurden 313 Fälle registriert. Gleichzeitig sank die Gewalt gegen Rettungskräfte deutlich auf 12 Fälle.
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