Nachdem am 25. November 2025 – am internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ – die erste orangene Bank im Meller Stadtgebiet im Friedensgarten in Melle-Mitte eingeweiht worden war, hat Bürgermeisterin Jutta Dettmann am Internationalen Frauentag eine weitere dieser auffälligen und ausdrucksstarken Sitzgelegenheiten am Busbahnhof in Buer offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Insgesamt hat die Arbeitsgemeinschaft Melle des Sozialverbands Deutschland auf Initiative von Marianne Lindner zwölf dieser Bänke gestiftet, die jetzt nach und nach an verschiedenen Standorten im Meller Stadtgebiet aufgestellt werden.
Orangene Bänke als sichtbares Zeichen von Solidarität gegenüber Frauen
Während der kleinen Einweihungsfeier, die mit der Begrüßung der Anwesenden durch die städtische Gleichstellungsbeauftragte Katja Rauer begann, betonte Bürgermeisterin Jutta Dettmann die symbolische Bedeutung der Aktion: „Die orangenen Bänke sind weit mehr als nur ein farbiges Sitzmöbel – sie sind ein sichtbares Zeichen unserer Solidarität mit allen Betroffenen häuslicher Gewalt, ein Ort des Innehaltens und ein Mahnmal dafür, dass wir als Gemeinschaft gemeinsam handeln müssen.“ Erfreut zeigte sich die Rednerin darüber, dass neben der Bank am Busbahnhof eine weitere dieser Bänke in Buer platziert werden solle – und zwar am Georg-Bruns-Weg gegenüber dem Martini-Kindergarten. Beide sollten bewusst im öffentlichen Raum Aufmerksamkeit erzeugen, stellte Jutta Dettmann fest.
Internationale Kampagne „Orange the World“
Die orangefarbene Gestaltung ist Teil der internationalen Kampagne „Orange the World“, die weltweit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzt. „Diese Bank soll symbolisch sein: Sie steht für das Recht der Opfer, gesehen und gehört zu werden“, erklärte die Bürgermeisterin. „Wenn Menschen vorbeigehen, erinnert diese Bank daran, dass häusliche Gewalt, die oft im Verborgenen stattfindet, wie jede Form von Gewalt nicht toleriert werden darf. Vor allem denken wir heute an die Betroffenen, die oft im Stillen so viel erleiden müssen“, sagte Dettmann. „Diese Bänke sollen ihnen zeigen: Ihr Leid bleibt nicht unsichtbar – und sie sind nicht allein.“ An den Bänken sind Plaketten angebracht, die über Hilfsangebote informieren. Diese Plaketten wurden vom ZONTA Club Westfälischer Friede gestiftet und verweisen auf das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Unter der Nummer 116 016 erhalten Betroffene, Angehörige, Freunde und Fachkräfte rund um die Uhr Beratung und Unterstützung in 18 Sprachen – auch in Gebärdensprache.
Bürgermeisterin bedankt sich bei Helferinnen und Helfern
Abschließend dankte Jutta Dettmann allen Beteiligten für ihren Einsatz: Marianne Lindner als Initiatorin aus den Reihen des SoVD, dem Vorsitzende des SoVD-Ortsverbandes Buer, Christopher Mason, den Unterstützerinnen und Unterstützern und nicht zuletzt den beteiligten Fachstellen. Einen besonderen Dank sprach die Bürgermeisterin dem Baubetriebsdienst der Stadt Melle mit Wiebke Heimhalt an der Spitze sowie ihren Mitarbeitern Jörg Lanvermeyer, Carsten Woßmann, Ralf Schmiegel, Michael Uffmann und Rolf Witte für das Anstreichen und Aufstellen der Bänke aus.
Auch Andere zeigen sich begeistert
„Wir als Bueraner sind stolz darauf, an diesem Projekt beteiligt zu sein“, betonte Ortsbürgermeister Wilhelm Hunting. Er freute sich darüber, dass das Aufstellen der orangenen Bänke nach dem Auftakt in Melle-Mitte jetzt in Buer fortgesetzt werde. Nicht nur mit Blick auf die Femizide, welche die Stadt Osnabrück und den Landkreis Osnabrücker in jüngerer Vergangenheit erschütterten, werde deutlich, „dass Gewalt gegen Frauen längst in unserer Region angekommen ist“. Insofern sei es wichtig und richtig, von Gewalt betroffenen Frauen über die orangenen Bänke die nationale Notrufnummer zu vermitteln. Wilhelm Hunting schloss seine Ansprache mit den Worten: „Hoffen wir, dass diese Nummer niemals in Anspruch genommen werden muss.“
Der Vorsitzende des SoVD-Ortsverbandes Buer, Christopher Mason, dankte zum Abschluss der Einweihungsfeier allen Anwesenden für ihr Erscheinen. Heute sei es wichtiger denn je, der Öffentlichkeit vor Augen zu führen, „was die Farbe Orange bedeutet“, sagte er und verband damit die Hoffnung, „dass mit dem Aufstellen der zweiten orangenen Bank in Buer noch mehr Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt wird“.
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