Das Porträt des aus Melle stammenden Erzbischofs Albert Bitter ist nach einer Restaurierung ins Grönegau-Museum in Melle-Mitte zurückgekehrt. Das Ölgemälde war im Museumsspeicher von der Wand gefallen und beschädigt worden.
Nach Angaben des Heimatvereins Melle führte die Diplom-Restauratorin Marion Schmidt aus Ostercappeln die Arbeiten zwischen August und Oktober 2026 aus. Inzwischen übergab sie das Bild an den Vereinsvorsitzenden Uwe Plaß und dessen Stellvertreter Jürgen Krämer. Die Rückkehr fällt in das Jahr des 100. Todestages von Bitter am 19. Dezember.
Porträt von Albert Bitter entstand 1898
Die Restauratorin hat nach Angaben des Heimatvereins auch die Herkunft des Bildes recherchiert. Gemalt wurde es 1898 in Schweden von Enrique Jaraba Jiménez (1871–1926), einem Künstler aus Málaga, der sich damals während einer Europareise zeitweise in Stockholm aufhielt. Das signierte Ölgemälde auf Leinwand misst 97 mal 76 Zentimeter und stammt aus Bitters Nachlass. Erst viele Jahre nach dessen Tod kam es in den Bestand des Museums.
Albert Bitter wurde am 15. August 1848 in Melle geboren und starb dort am 19. Dezember 1926. Er leitete rund drei Jahrzehnte die katholische Kirche in Schweden als Bischof von Stockholm. Anlässlich seines Ruhestands erhob ihn Papst Pius XI. zum Erzbischof.
Restauratorin setzt Leinwand und Rahmen instand
Bei dem Sturz und durch den Zustand des Gemäldes waren verschiedene Schäden entstanden beziehungsweise sichtbar geworden: Die Leinwand hatte Wellen gebildet, die Malschicht zeigte Fehlstellen, Befestigungsnägel fehlten. Außerdem waren die Oberfläche verschmutzt und Eckverbindungen des Holzrahmens gelockert.
Schmidt spannte die Leinwand neu, verstärkte Stellen auf der Rückseite mit Vlies und reinigte die Oberfläche. Anschließend schloss sie Fehlstellen, retuschierte Farben und trug einen neuen Firnis auf. Auch den Rahmen setzte sie instand. Die Expertin erklärte: „Ich habe dabei die gelösten Holzverbindungen neu verleimt und das Gemälde anschließend reversibel neu befestigt“.