An der Spitze mittelständischer Unternehmen in Deutschland sind wieder etwas mehr Frauen anzutreffen. Laut einer Untersuchung der KfW wurden im Jahr 2025 rund 16 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen von einer Frau geführt. Parallel dazu ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen über alle Hierarchieebenen hinweg zuletzt jedoch rückläufig gewesen.
Leichter Anstieg bei Chefinnen im Mittelstand
Im Jahr 2025 wurden von den rund 3,87 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland laut KfW rund 16 Prozent oder 621.000 von einer Frau geführt. Ein Jahr zuvor hatte die Quote mit 14,3 Prozent auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2003 gelegen, während das Hoch im Jahr 2022 mit 19,7 Prozent erreicht wurde.
Dem leichten Aufwärtstrend an der Spitze der Unternehmen steht eine gegenteilige Entwicklung bei den weiblichen Führungskräften insgesamt gegenüber. Betrachtet werden dabei laut KfW sämtliche Hierarchieebenen von Team-, Abteilungs- oder Bereichsleitung bis hin zu Geschäftsführung, Vorstand oder Inhaberschaft.
Rückgang beim Anteil weiblicher Führungskräfte
Im vergangenen Jahr waren den Angaben der KfW zufolge 34,3 Prozent dieser Managementpositionen weiblich besetzt. Ein Jahr zuvor lag dieser Anteil noch bei 35,6 Prozent, 2023 sogar bei 40,0 Prozent.
„Nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen im Mittelstand deutlich unterrepräsentiert“, sagte Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. „Die wirtschaftliche Bedeutung der frauengeführten Mittelständler ist nicht zu unterschätzen, bewegt sich seit vielen Jahren allerdings seitwärts und nimmt in der Gesamtsicht nicht zu.“ Nach Daten der KfW beschäftigen frauengeführte Mittelständler in Deutschland rund 3,3 Millionen Menschen, was etwa zehn Prozent der Erwerbstätigen im Mittelstand entspricht, und erzielen insgesamt 435 Milliarden Euro Umsatz, rund acht Prozent der Gesamtumsätze des Mittelstands.
Frauen führen vor allem kleine Dienstleistungsunternehmen
Frauen stehen in Deutschland vor allem an der Spitze von Dienstleistungsunternehmen. Nach der KfW-Untersuchung entfallen 88 Prozent aller Unternehmen mit einer Chefin auf dieses Wirtschaftssegment. Besonders stark vertreten sind Frauen demnach im Gastgewerbe, in Teilen des stationären Einzelhandels, im Tourismus sowie bei körpernahen Dienstleistungen.
Zudem führen Frauen häufig sehr kleine Unternehmen: Insgesamt 84 Prozent – oder 514.000 – der frauengeführten Unternehmen sind Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten. Auf größere Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden entfallen nur rund 6.000 Chefinnen, sodass lediglich ein Prozent der frauengeführten Mittelständler dieser Unternehmensgruppe angehört.
Im Durchschnitt beschäftigte ein frauengeführtes Unternehmen im Jahr 2025 nach KfW-Angaben etwa 7,2 Personen, inklusive Inhaber. Männergeführte Unternehmen waren mit durchschnittlich zehn Mitarbeitern um etwa 39 Prozent größer. Beim Umsatz lag der Median bei männergeführten Unternehmen bei 288.000 Euro und damit um 23 Prozent höher als bei frauengeführten Unternehmen.
✨ mit KI bearbeitet