Die Vereinigung Cockpit ruft zu einem 48-stündigen Streik auf. Hunderte Flüge fallen aus.
Die Lufthansa steht vor erneuten massiven Flugausfällen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat mehr als 5.000 Beschäftigte zu einem 48-stündigen Streik am kommenden Donnerstag und Freitag aufgerufen. Betroffen sind nicht nur die Lufthansa-Kerngesellschaft und die Frachttochter Lufthansa Cargo, sondern erstmals auch die Regionalgesellschaft Lufthansa Cityline, wie der Spiegel berichtet. Die Gewerkschaft fordert substanzielle Verbesserungen der betrieblichen Altersversorgung, die nach ihrer Darstellung bisher nicht angeboten wurden. VC-Präsident Andreas Pinheiro kritisierte, dass die Gesprächsbereitschaft der Lufthansa nicht ausreiche, wenn keine konkreten Angebote auf dem Tisch lägen. Die Lufthansa hatte nach dem letzten Streik im Februar kostenneutrale Reformen des Betriebsrentensystems vorgeschlagen, um danach über die grundsätzliche Organisation des Flugbetriebs zu verhandeln.
Lufthansa-Piloten fordern hohe Lohnsteigerungen
Vorstandschef Carsten Spohr betonte, dass die Beschäftigten vor allem an Karrierechancen interessiert seien, wie die Tagesschau berichtet. Die Cityline-Piloten hatten sich mit 99 Prozent für den Streik ausgesprochen. Die Gewerkschaft hat für die Jahre 2024, 2025 und 2026 Vergütungsanpassungen um jeweils 3,3 Prozent jährlich gefordert. Ein erstes Angebot der Lufthansa wurde abgelehnt, da es eine Friedenspflicht bis Ende 2027 beinhaltete. Die Lufthansa hatte nach dem Streik bei der Kerngesellschaft kostenneutrale Reformen des Betriebsrentensystems vorgeschlagen, um danach mit Hilfe eines externen Moderators über die grundsätzliche Organisation des Flugbetriebs zu sprechen. Daran hängen auch die Karrierechancen der einzelnen Piloten.
Cityline soll trotz Streiks geschlossen werden
Die Cityline erledigt für die Kerngesellschaft Lufthansa regionale Zubringerflüge und soll nach Angaben des Konzern-Managements im kommenden Jahr geschlossen werden. Die Verbindungen sollen bis dahin auf die neue Tochter Lufthansa City Airlines übergehen. Die VC betont jedoch, dass die bevorstehende Schließung nichts mit den laufenden Tarifverhandlungen zu tun habe. Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings läuft eine entsprechende Abstimmung noch bis Montag, so dass sich die Eurowings-Piloten an den Streiks in dieser Woche nicht beteiligen werden. Es ist bereits die zweite Streikwelle in der laufenden Tarifauseinandersetzung bei der Lufthansa-Kerngesellschaft. Am 12.
Hunderte Flugausfälle durch Pilotenstreik
Februar hatten die Piloten für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Mehr als 800 Flüge mit rund 100.000 Passagieren fielen damals aus. Auch diesmal sind wieder Hunderte Flugausfälle zu erwarten. Flüge in den Nahen Osten sind jedoch von den Streiks ausgenommen, darunter Ziele wie Ägypten, Israel, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Gewerkschaft hatte in der vergangenen Woche wegen der angespannten Situation im Luftverkehr nach Nahost noch von Streikmaßnahmen abgesehen. Nun sind Ziele in den arabischen Raum ausdrücklich von den Streiks ausgenommen.
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