Die Lufthansa plant am Flughafen München eine erhebliche Erweiterung ihrer Kapazitäten. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Focus sollen dort zusätzliche Kapazitäten für bis zu zehn Millionen Passagiere pro Jahr entstehen. Die Entscheidung gilt als Rückschlag für parallel verhandelte Ausbaupläne in Frankfurt.
Großprojekt am Terminal 2 in Vorbereitung
Konkret geht es nach dem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus um die Erweiterung des Terminals 2 um den sogenannten T-Stiel. Im Jahr 2019 war bereits eine Absichtserklärung für dieses Bauprojekt unterschrieben worden, das wegen der Corona-Pandemie zunächst auf Eis gelegt wurde. Nun sollen die Pläne in Angriff genommen werden, so ist laut Focus in Unternehmenskreisen zu hören.
Die Umsetzung ist demnach wieder als Joint-Venture der beiden bisherigen Partner geplant, wie schon beim Bau des Terminals 2. 60 Prozent der Anteile daran hält die Flughafen München GmbH, 40 Prozent die Lufthansa. Mit der Investition sollen Kapazitäten für zehn Millionen zusätzliche Passagiere pro Jahr geschaffen werden, berichtet Focus.
Am Montag feiert die Lufthansa am Münchner Flughafen mit einem Festakt ihr 100-jähriges Jubiläum, im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Für den Anlass hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr bereits eine Nachricht angekündigt.
Folgen für den Standort Frankfurt
Die Entscheidung für die Investition in München ist ein Rückschlag für die Ambitionen Frankfurts, wo ebenfalls über eine Erweiterung verhandelt wird. Mit dem Zuschlag für München sind diese Pläne laut Focus wohl fürs Erste obsolet. „Für beides besteht kein Bedarf“, hatte Lufthansa-Chef Spohr im Vorfeld bereits deutlich gemacht, wie Focus berichtet.
Hintergrund ist, dass der Konzern nach eigenen Angaben nur an einem seiner beiden deutschen Heimatdrehkreuze – Frankfurt oder München – in den kommenden Jahren so stark wachsen will, dass eine größere Infrastrukturerweiterung nötig wird. Mit der nun geplanten Investition deutet sich an, dass München bei diesem Wachstumskurs den Zuschlag erhalten soll, berichtet Focus.
Forderungen nach Startbahn und ICE-Anschluss
Um das zusätzliche Flugaufkommen in München zu bewältigen, hält Spohr dort den Bau einer dritten Startbahn für unverzichtbar. „Wir schulden es der nächsten Generation, dass wir diese Option offenhalten“, sagte der Lufthansa-Chef jüngst bei einem Empfang des bayerischen Finanzministers Albert Füracker (CSU) in der Münchner Residenz. Das Zitat wurde von Focus aufgegriffen.
Für die bessere Anbindung des Flughafens fordert Spohr zudem vehement den Bau eines ICE-Anschlusses. Dieses Vorhaben wird laut Focus seit Jahren diskutiert, ohne dass es vorangekommen wäre. Mit dem Ausbau des Terminals verstärkt die Lufthansa nun den Druck auf die Deutsche Bahn in der Frage, berichtet das Nachrichtenmagazin.
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