CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wendet sich gegen Forderungen, die Abschaffung von Minijobs in den Mittelpunkt der arbeitsmarktpolitischen Debatte zu stellen. Stattdessen plädiert er für eine stärkere Entlastung der Beschäftigten bei Steuern und Sozialabgaben, um höhere Nettoeinkommen im Hauptberuf zu erreichen.
Linnemann verteidigt Bedeutung von Minijobs
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hält es nicht für sinnvoll, die Abschaffung der Minijobs in den Fokus der Arbeitsdebatte zu rücken. „Es gibt sehr viele Menschen, die machen einen Minijob, weil sie im Hauptjob netto zu wenig übrig haben“, sagte er dem TV-Sender „Welt“ am Mittwoch, wie „Welt“ berichtete.
Linnemann betonte, es gehe vor allem um die verfügbaren Einkommen der Beschäftigten: „Nicht die Bruttolöhne sind in Deutschland zu klein, sondern die Nettolöhne sind zu klein.“ Mit Blick auf mögliche Einschränkungen bei Minijobs stellte er die Frage: „Nein, wollen wir jetzt den Leuten die Minijobs wegnehmen, die das brauchen, um sich vielleicht auch zusätzlichen Urlaub zu leisten oder die mit dem Hauptjob nicht auskommen?“, sagte er „Welt“ zufolge.
Forderung nach Entlastungen beim Hauptjob
Statt einer Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung fordert Linnemann nach Angaben von „Welt“ Entlastungen bei Steuern und Abgaben im regulären Arbeitsverhältnis. „Wenn wir beim Hauptjob mehr netto rausbekommen, die Sozialabgaben runterziehen, Steuerentlastung machen, dann können wir über alles reden beim Minijob“, so Linnemann im Gespräch mit „Welt“.
Eine sofortige Abschaffung der Minijobs lehnt er jedoch klar ab. „Aber wir können jetzt nicht den Leuten sagen, die den Minijob brauchen, um zu überleben – ich sage es mal jetzt mal ganz platt: Das schaffen wir jetzt auch ab“, sagte Linnemann dem TV-Sender „Welt“.