Die nordfranzösische Stadt Lille wird Standort der zukünftigen Europäischen Zollbehörde (EUCA). Das teilten der Europäische Rat und das EU-Parlament am Mittwoch mit. Die Behörde soll die nationalen Zollbehörden in der Europäischen Union koordinieren und unterstützen und voraussichtlich rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen.
Lille setzt sich als EUCA-Standort durch
Die nordfranzösische Großstadt Lille ist als Sitz der neuen Europäischen Zollbehörde ausgewählt worden. Nach Angaben von Europäischem Rat und EU-Parlament soll die EUCA die Aktivitäten der nationalen Zollbehörden in der gesamten Union koordinieren und unterstützen. Geplant ist, dass die Behörde rund 250 Mitarbeiter haben wird.
Die Entscheidung über den Sitz der EUCA wurde den Angaben zufolge in einem informellen interinstitutionellen Treffen auf politischer Ebene getroffen. Der Standort Lille wird nun in die umfassende Zollreformverordnung aufgenommen, über die Rat und Parlament derzeit in den letzten Verhandlungsphasen stehen. Im Rahmen dieser Verhandlungen muss auch das Datum festgelegt werden, an dem die Behörde ihre Arbeit aufnehmen wird.
Teil einer umfassenden Zollreform
Die Gründung der neuen Behörde ist Teil der Bemühungen, das gesamte Zollsystem der EU zu reformieren. Ziel ist es, den erheblichen Druck durch gestiegene Handelsströme, fragmentierte nationale Systeme, den rasanten Anstieg des E-Commerce und sich verändernde geopolitische Realitäten zu bewältigen.
Im Oktober 2025 hatte die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten aufgerufen, ihr Interesse an der Ausrichtung der EUCA zu bekunden. Neun Mitgliedstaaten reichten Bewerbungen ein: Belgien mit Lüttich, Kroatien mit Zagreb, Frankreich mit Lille, Italien mit Rom, die Niederlande mit Den Haag, Polen mit Warschau, Portugal mit Porto, Rumänien mit Bukarest und Spanien mit Malaga.
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