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Startseite AktuellLeserbrief: Verboten, aber überall verfügbar: Warum Deutschlands Regulierung von Nikotinbeutel gescheitert ist
AktuellLeserbriefMeinung & KolumneOsnabrück

Leserbrief: Verboten, aber überall verfügbar: Warum Deutschlands Regulierung von Nikotinbeutel gescheitert ist

von Hasepost 19. Oktober 2025
von Hasepost 19. Oktober 2025
Snus Nikotinbeutel
30

Die HASEPOST veröffentlicht gelegentlich Leserbriefe, wie diesen hier. Wir können leider nicht jeden Leserbrief veröffentlichen, freuen uns aber über jede Zuschrift, die ein Anstoß für weitere Recherchen sein kann. Die Autoren der Leserbriefe sind der Redaktion immer bekannt, auch wenn – auf Wunsch der Verfasser – der Name nicht genannt wird. Über Zuschriften per Mail freuen wir uns sehr!


Jugendliche konsumieren sie, der Staat schaut weg, und die Regulierung scheitert an ihrer eigenen Absurdität. Warum das Verbot von Nikotinbeuteln wirkungslos ist und was jetzt passieren muss.

Osnabrück, September 2025. Bei Routinekontrollen von Kiosken und kleinen Läden stoßen Kontrolleure auf Produkte, die eigentlich gar nicht da sein dürften: Nikotinbeutel, kleine, tabakfreie Beutelchen, die unter die Oberlippe gelegt werden, um Nikotin über die Schleimhaut aufzunehmen. Offiziell sind sie in Deutschland nicht zugelassen. Und trotzdem tauchen sie immer häufiger auf. Nicht nur in Osnabrück, auch in Hannover, Hameln und anderswo. Behörden reagieren mit Allgemeinverfügungen, warnen vor Gesundheitsrisiken, doch der Trend ist ungebrochen.

Der Fall Osnabrück ist kein Einzelfall. Er steht exemplarisch für eine Entwicklung, die bundesweit an Fahrt aufnimmt: Ein Verbot, das in der Praxis kaum durchgesetzt werden kann. Und ein Markt, der anstelle von klaren Regeln im rechtlichen Graubereich wächst.

Doch was läuft hier eigentlich schief? Und warum greifen auch immer mehr Jugendliche zu einem Produkt, das weder zugelassen noch kontrolliert ist?

Ein Verbot, das niemandem hilft

Offiziell gelten Nikotinbeutel in Deutschland als „neuartige Lebensmittel“. Das liegt nicht etwa daran, dass sie gegessen werden, sondern daran, dass das deutsche Recht keinen besseren Begriff für ein Produkt kennt, das zwar Nikotin enthält, aber keinen Tabak. Und weil Nikotin in Lebensmitteln nicht zugelassen ist, dürfen die Beutel auch nicht verkauft werden.

Klingt klar, ist es aber nicht. Denn: Der Besitz ist erlaubt. Der Konsum ist erlaubt. Der Online-Handel boomt. Und viele Verkäufer wissen nicht einmal, dass sie gegen geltendes Recht verstoßen. In der Praxis heißt das: Der ist Verkauf verboten, der Zugang ist einfach, auch für Jugendliche.

Jugendschutz? Fehlanzeige. Kontrollen finden nur statt, wenn Behörden aktiv werden. Und selbst dann können sie nur reagieren, wenn Produkte bereits im Umlauf sind. Das zeigt: Die jetzige Rechtslage schützt niemanden, sie schafft Verwirrung, fördert den Schwarzmarkt und lässt vor allem die jüngsten Konsumenten ungeschützt zurück.

Regulierung statt Verbotsillusion

Das Ziel sollte klar sein: Risiken minimieren, besonders für Jugendliche. Aber genau das gelingt mit dem aktuellen Verbot nicht. Wenn ein Produkt überall erhältlich ist, obwohl es offiziell nicht verkauft werden darf, bleibt von der gesetzlichen Intention nur Symbolpolitik.

Dabei liegt eine bessere Lösung längst auf dem Tisch: Regulierung statt Verdrängung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer umfassenden Stellungnahme bestätigt, dass Nikotinbeutel, unter klaren Auflagen, eine risikoärmere Alternative zum Rauchen darstellen. Sie enthalten keine Verbrennungsstoffe, kein Teer, keine Tabakbestandteile. Die Schadstoffbelastung ist gering, vergleichbar mit medizinischen Nikotinersatzprodukten. Was fehlt, sind Standards: klare Grenzwerte für Nikotingehalt, Warnhinweise, Altersgrenzen, Verpackungsvorgaben. All das wäre möglich, wenn Nikotinbeutel unter das Tabakerzeugnisgesetz fallen würden. Stattdessen wählt Deutschland den Sonderweg: Einstufung als Lebensmittel und damit ein faktisches Verkaufsverbot, das niemand durchsetzt und niemanden schützt.

Wer den Konsum nicht verhindert, muss ihn mit Augenmaß regulieren. Alles andere ist realitätsfern und gefährlich.

Die Realität spricht eine klare Sprache

Die Zahlen zeigen: Das bestehende System versagt. Laut einer repräsentativen Umfrage der DAK hat bereits jeder siebte Schüler im Alter von 16 bis 17 Jahren Nikotinbeutel ausprobiert. Die Beutel gelten als „cool“, sind diskret konsumierbar und schmecken nach Kirsche, Cola oder Minze. Viele Jugendliche halten sie für harmloser als Zigaretten und greifen deshalb zu.

Gleichzeitig fehlt jede systematische Erfassung: Die offizielle deutsche Tabak-Studie DEBRA erhebt keinerlei Daten zum Konsum von Nikotinbeuteln. Die Politik schaut weg, obwohl der Markt längst da ist.

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags bestätigt die rechtliche Absurdität: Nikotinbeutel sind kein Tabakprodukt, also gilt das Tabakrecht nicht. Gleichzeitig sind sie kein zulassungsfähiges Lebensmittel, also sind sie verboten. Diese juristische Zwischenwelt lässt Nutzer, Händler und Behörden im Unklaren. Und dann ist da noch das BfR: Es bestätigt nicht nur, dass die Produkte im Schnitt deutlich weniger Schadstoffe enthalten als Zigaretten, sondern auch, dass eine sachgerechte Regulierung, mit Grenzwerten und Warnhinweisen, möglich und sinnvoll wäre. Erste internationale Studien zeigen sogar: In Ländern mit regulierten Märkten, wie den USA, kann der Konsum von Nikotinbeuteln zur Reduktion des Zigarettenkonsums beitragen, teils sogar als Hilfe zum Rauchstopp. In Saudi-Arabien gaben 41 % der Nutzer an, erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört zu haben

Zeit für eine realistische Politik

Nikotinbeutel sind da. Verfügbar, beliebt und längst Teil der Alltagsrealität vieler Jugendlicher. Das derzeitige Verbot schafft keine Sicherheit, sondern nur eine Illusion von Kontrolle. Wer nicht mit Augenmaß reguliert, überlässt den Markt dem Zufall, und im Zweifel dem Schwarzmarkt.

Deutschland braucht einen klaren, rechtskonformen Rahmen: Regulierung unter dem Tabakerzeugnisgesetz, mit Altersgrenzen, Produktstandards, Warnhinweisen und Transparenz. Nur so lässt sich das Risiko für Jugendliche senken und gleichzeitig erwachsenen Rauchern eine risikoärmere Alternative bieten.

Andere Länder wie Schweden oder die USA zeigen, dass vorsichtige Regulierung funktioniert. Deutschland sollte nicht länger im toten Winkel verharren, sondern mit gesundem Menschenverstand handeln: Schützt die Jugend durch klare Regeln, nicht durch ein Verbot, das niemand ernst nimmt.

Felix Hosse


Als Leserbrief gekennzeichnete Beiträge geben stets ausschließlich die Meinung des jeweiligen Verfassers wieder, nicht die der Redaktion. Der Autor dieses Leserbriefs ist der Redaktion namentlich bekannt.

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