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Startseite Deutschland & die WeltLauterbach attackiert Merz: Hoher Krankenstand kein Blaumachen
Deutschland & die Welt

Lauterbach attackiert Merz: Hoher Krankenstand kein Blaumachen

von Hasepost Redaktion 17. Januar 2026
von Hasepost Redaktion 17. Januar 2026
Friedrich Merz und Karl Lauterbach (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
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Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für dessen Aussagen zum Krankenstand in Deutschland scharf kritisiert. Lauterbach wendet sich vor allem gegen die von Merz infrage gestellte elektronische Krankschreibung und fordert stattdessen eine Stärkung der Präventionsmedizin. Auch aus der Opposition kommt deutliche Kritik an den Aussagen des Kanzlers zur angeblich mangelnden Leistungsbereitschaft der Bürger.

Lauterbach fordert mehr Prävention statt „Gängelei der Kranken“

Karl Lauterbach betonte im Gespräch mit dem Tagesspiegel die Bedeutung von Vorbeugung im Gesundheitswesen. „Wenn wir dahingehend eine Verbesserung erreichen wollen, müssen wir endlich besser in der Vorbeugemedizin werden“, sagte Lauterbach dem Tagesspiegel. „Das gelingt uns durch Früherkennung, etwa von Bluthochdruck, durch eine Erhöhung der Tabaksteuer und andere präventive Maßnahmen – und nicht durch Gängelei der Kranken.“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung in Baden-Württemberg erklärt, die Beschäftigten kämen im Schnitt auf 14,5 Krankentage – zu viel, so der Kanzler. In diesem Zusammenhang stellte Merz auch das System der elektronischen Krankschreibung infrage.

Streit um elektronische Krankschreibung

Lauterbach wies die Kritik an der elektronischen Krankschreibung entschieden zurück. „Die Abschaffung der elektronischen Krankschreibung wäre völlig kontraproduktiv, weil sie zu noch volleren Praxen führen würde“, sagte der SPD-Politiker dem Tagesspiegel. „Diese sind ohnehin schon überfüllt, ein weiterer Anstieg würde weder Patienten noch Ärzten helfen. Eine solche Schikane einzubauen, und das wäre ein Zwang zum persönlichen Erscheinen, wenn ein Arzt die Diagnose auch problemlos telefonisch stellen kann, halte ich nicht für angemessen.“

Auch der Deutung von Merz, die Bürger müssten angesichts der anhaltend schlechten Wirtschaftsleistung Deutschlands mehr „Leistungsbereitschaft“ zeigen, widerspricht Lauterbach. „Der im internationalen Vergleich hohe Krankenstand in Deutschland reflektiert kein Blaumachen“, sagte er dem Tagesspiegel. Vielmehr sei das Problem nach seiner Einschätzung Ausdruck einer veränderten Struktur am Arbeitsmarkt: „Der Arbeitsmarkt hat inzwischen auch viele Menschen aufgenommen, die früher eigentlich zu krank für Arbeit gewesen wären.“

Opposition wirft Merz „dumme Sprüche“ vor

Auch aus der Opposition kommt Widerspruch zu den Äußerungen des Kanzlers. „Wirtschaftlich ist es klar, dass wir mehr arbeiten müssen – aber das lässt sich nicht durch dumme Sprüche erreichen, sondern mit besseren Rahmenbedingungen“, sagte Franziska Brantner, Bundesvorsitzende der Grünen, dem Tagesspiegel. Merz` Äußerungen zeugten von Unkenntnis und einem falschen Verständnis seiner Aufgabe, so Brantner weiter. Wirtschaft und Arbeitnehmer bräuchten nach ihren Worten vielmehr die passenden Rahmenbedingungen, etwa verlässliche Kinderbetreuung. „Denn es gibt sehr viele Frauen, die gerne mehr arbeiten möchten, aber nicht können“, so Brantner.

Mit Blick auf die Situation vieler Familien legte Brantner nach: „Für sie ist Merz` Äußerung der blanke Hohn, wenn sie Montagmorgens in der Kita-App wieder lesen: `eingeschränkte Betreuungszeiten wegen Personalmangel`.“ Statt Pauschalurteile zu fällen, sei eine andere Haltung des Kanzlers nötig: „Statt Pauschalurteile rauszuhauen und allen Deutschen Faulheit zu unterstellen, sollte Friedrich Merz sich lieber an die eigene Nase fassen.“

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Hasepost Redaktion

Die HASEPOST-Redaktion liefert täglich aktuelle Nachrichten für Osnabrück und die Region. Dieser Artikel basiert auf Basismaterial der dts Nachrichtenagentur, das – sofern gekennzeichnet – durch KI bearbeitet wurde. Der Artikel wurde von unserer Redaktion geprüft, inhaltlich bearbeitet und gegebenenfalls um lokale Aspekte oder weiterführende Informationen aus anderen Quellen ergänzt.

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