FDP-Politiker Wolfgang Kubicki hat für den Fall einer Niederlage bei der Wahl zum Parteivorsitz auf dem Bundesparteitag seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Zugleich umriss er seine Vorstellungen für den künftigen Kurs der Partei, eine mögliche Zusammenarbeit mit anderen Parteien sowie die Rolle seines Kontrahenten Henning Höne.
Der Bewerber um den FDP-Vorsitz Wolfgang Kubicki kündigte an, sich aus der Politik zurückzuziehen, sollte er beim Bundesparteitag nicht gewählt werden. „Sollte die Partei mich nicht wählen, akzeptiere ich das“, sagte Kubicki dem Portal T-Online. „Dann gehe ich tatsächlich auch mal aufs politisches Altenteil, trinke mein Glas Wein und gucke mir die Entwicklung der Partei dann in Ruhe weiter an“ (T-Online).
Rolle für Höne im Falle eines Wahlsiegs
Für den Fall seiner Wahl an die FDP-Spitze äußerte Kubicki den Wunsch, seinem innerparteilichen Kontrahenten Henning Höne eine zentrale Funktion zu geben. „Ich denke, ein Henning Höne mit einem starken Ergebnis aus der Landtagswahl im Rücken ist gesetzt in der Partei auch für weitere Aufgaben“, sagte er dem Portal T-Online. Weiter erklärte Kubicki: „Ich würde mir wünschen, dass er, wenn er unterliegen sollte bei der Wahl – was ja möglich ist, um es freundlich zu formulieren – , als stellvertretender Bundesvorsitzende mir und der Partei erhalten bleibt, weil er eine wichtige Funktion hat“ (T-Online).
Selbstverständnis als Sozialliberaler
Zu seiner persönlichen politischen Ausrichtung sagte Kubicki: „Ich bin nach wie vor ein Sozialliberaler. Das Problem ist nur, dass mir die Sozialdemokraten abhandengekommen sind, die zur Kategorie Willy Brandt, Helmut Schmidt, Sigmar Gabriel gehören, einschließlich Gerhard Schröder. Die Sozialdemokraten dieser Zeit gibt es einfach nicht mehr“ (T-Online).
Kubicki bekräftigte zudem sein Ziel, die FDP wieder auf zweistellige Zustimmungswerte zu führen. „Weniger als zehn Prozent wäre extrem unterambitioniert“, sagte Kubicki T-Online. „Wir haben 2017 und 2021 dokumentiert, dass das machbar ist“ (T-Online).
Mögliche Koalitionspartner und Regierungsbeteiligung
Im Falle eines Wiedereinzugs in den Bundestag schließt Kubicki eine Regierungsbeteiligung seiner Partei nicht aus. „Eine Partei wie die FDP muss den Willen haben, nicht nur stark im Parlament vertreten zu sein, sondern auch die Ideen, die wir haben, dann umzusetzen“, sagte er T-Online. Als denkbare Koalitionspartner nannte er eine „reformierte Union“ sowie eine SPD, die Fortschritt wage und die „wieder Stolz auf das Land“ sei (T-Online).
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