In der Debatte um Leihmutterschaft steht Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) nach der Geburt seines Kindes mittels einer Leihmutter in den USA in der Kritik. Besonders aus den Reihen der Linken werden ihm ein widersprüchlicher Umgang mit reproduktiven Rechten und eine ungleiche Behandlung je nach sozialem Status vorgeworfen.
Kritik an Spahns Umgang mit reproduktiven Rechten
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Kathrin Gebel, sagte der „Rheinischen Post“: „In Spahns Handeln zeigt sich seit Jahren ein fragwürdiges Verständnis von reproduktiven Rechten.“ Gebel ergänzte, wenn Frauen eine Notfallverhütung brauchten oder eine Schwangerschaft beenden wollten, begegne Spahn ihnen mit Strafrecht und Misstrauen. Für den eigenen Kinderwunsch nehme er die Schwangerschaft einer anderen Person in Anspruch und nutze seine finanziellen Möglichkeiten, um ins Ausland auszuweichen. Sie fügte hinzu: „Reproduktive Rechte dürfen aber weder von bigotter Moral noch vom Geldbeutel abhängig sein.“
Leihmutterschaft im Ausland trotz Verbot in Deutschland
Jens Spahn und sein Mann hatten am Mittwoch bekannt gegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte den Jungen zur Welt. In Deutschland gibt es laute Kritik, weil Leihmutterschaft hier verboten ist und sich die CDU klar gegen eine Legalisierung ausspricht, so wie in der Vergangenheit auch Spahn selbst.
