Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt vor den Plänen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), einen Großteil der in Deutschland lebenden Syrer in den kommenden Jahren zur Rückkehr zu bewegen. Nach Angaben der DKG hätte ein Weggang syrischer Fachkräfte spürbare Auswirkungen auf die medizinische Versorgung. Besonders betroffen wären Ärzte und Pflegekräfte, die in deutschen Krankenhäusern arbeiten.
DKG: Syrische Mediziner für Versorgung „von erheblicher Bedeutung“
Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Henriette Neumeyer, verwies auf die wichtige Rolle syrischer Mediziner im deutschen Gesundheitssystem. „Syrische Ärzte stellen die größte Gruppe unter den ausländischen Ärzten in Deutschland dar“, sagte Neumeyer dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Sie haben damit eine erhebliche Bedeutung für die Gesundheitsversorgung“, fügte Neumeyer an.
Ende 2024 hätten 5.745 syrische Ärzte in deutschen Krankenhäusern gearbeitet. Auch in der Krankenpflege seien syrische Fachkräfte von größter Bedeutung. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft gehe von mehr als 2.000 syrischen Pflegekräften in deutschen Krankenhäusern aus. „Würden diese Fachkräfte wieder das Land verlassen, hätte das spürbare Auswirkungen auf die Versorgung“, warnte Neumeyer. „Eine Rückkehr zu forcieren, wäre aus Sicht der Gesundheitsversorgung nicht produktiv.“
Aussagen von Bundeskanzler Merz
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Montag in Berlin in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa seine Vorstellungen zur Rückkehr syrischer Staatsangehöriger erläutert. Merz sagte, rund 80 Prozent der noch in Deutschland lebenden Syrer sollten in „der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre“ das Land verlassen und in ihre Heimat zurückkehren.
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