Die Ultras sind unartig und der Gutbürger gibt sich empört
Es gab wieder Mal Aufregung um die bösen Ultras von der Hüpfburg-Ost. Sie hatten es tatsächlich gewagt, beim Heimspiel gegen den SV Sandhausen mit unzähligen Spruchbändern ihren Protest gegen das unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Winterpause stattgefundene Trainingsspiel gegen Red Bull Leipzig zu protestieren.
Typisch ist, unabhängig von den in meinen Augen zum Teil überzogen formulierten Transparenten der Ultras, dass sich die Täter (der Verein und die KGaA) als Opfer darstellen.
Auf welcher Grundlage eigentlich? Wer klammheimlich mit Privatjet als offizieller(!) „Sports for Future„-Verfechter zum RB-Marketingprojekt des Rechtspopulisten Mateschitz fliegt und ein Trainingslager beim Despoten Erdogan absolviert, darf sich nicht wundern, wenn das etliche Fans ohne Scheuklappen anders sehen. Fans, denen Menschenrechte und demokratische Werte womöglich wichtiger sind als der nächste Punktgewinn.
Dass dieser ganze selbst eingebrockte Winterpausen-Wahnwitz von der NOZ völlig unkritisch als Medienpartner des VfL vor Ort begleitet wurde, während unzählige Journalisten, deren Freilassung man hätte fordern müssen, in türkischen Foltergefängnissen sitzen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Und sich darüber hinaus nun aktuell mit Kommentaren als Moralwächter gegenüber den Ultras aufzuspielen, ist dann der Gipfel der Doppelzüngigkeit.