„Ein Fest der Demokratie“ soll es gewesen sein – so jedenfalls hieß es in einer Anmoderation des ZDF zu den Demonstrationen gegen den AfD Parteitag in Erfurt. Bei einem Sender, der in einer Werbekampagne damit kokettiert, dass Menschen sich zwei Finger vor das linke Auge halten – also sinnbildlich auf dem linken Auge blind sind.
Ein Kommentar von HASEPOST-Herausgeber Heiko Pohlmann
Wenn ich für mich zusammenfasse, was an diesem Wochenende in Erfurt passiert ist, dann bleiben mir nicht die Reden auf dem AfD-Parteitag in Erinnerung – oder die davor. Auch nicht die Demonstranten, die ihre angekündigten Blockaden zum größten Teil verschlafen haben. Und ebenso wenig die absurden Bilder einer blockierten Autobahn, die ohnehin bereits für den Verkehr gesperrt war.
Was bleibt, ist etwas anderes: Journalisten wurden durch die Straßen von Erfurt gejagt. Sie wurden zu Fall gebracht. Mit Springerstiefeln wurde auf sie eingetreten – auch gegen den Kopf. Wer so handelt, nimmt schwere und schwerste Verletzungen billigend in Kauf. Mindestens.
Natürlich war 1933 vieles anders. Und natürlich verbieten sich einfache Gleichsetzungen schon deshalb, weil wir heute wissen, welche Menschheitsverbrechen danach folgten. Trotzdem fühle ich mich erinnert. Und ich erlaube mir, Parallelen zu ziehen – gerade weil jene, die in Erfurt für „unsere Demokratie“ auf die Straße gegangen sind und aus deren Mitte die Jagd auf die Journalisten von Apollo News erfolgte, selbst nicht müde werden zu mahnen, dass sich 1933 niemals wiederholen dürfe.
Nein, das darf es nicht!
Die Neue Osnabrücker Zeitung hat in ihrem Archiv einen sehr lesenswerten Artikel darüber, wie es 1933 einem Journalisten in unserer Stadt erging. 1933 darf sich nicht wiederholen – auch nicht durch jene, die diesen Vergleich ständig im Munde führen und dabei glauben, auf der richtigen Seite zu stehen, während aus ihrer Mitte heraus Journalisten durch die Straßen gejagt werden.
