Nachdem am Dienstagmorgen (11. Juli 2023) der Auflieger eines Sattelzuges auf der Autobahn bei Melle in Brand geraten war, dauerten die Löscharbeiten und die Bergung bis nach Mittag an. Wegen starker Rauchentwicklung musste auch die Gegenfahrbahn mehrere Stunden voll gesperrt werden.
Um kurz nach 7 Uhr waren zunächst die Ortsfeuerwehr Altenmelle und ein Tanklöschfahrzeug aus Melle-Mitte alarmiert worden, nachdem es zu einer Rauchentwicklung an einem LKW auf Höhe der Abfahrt Melle-West gekommen war. Während der Führer des Sattelzuges und ein Ersthelfer die Zugmaschine abkoppelten und in Sicherheit brachten, entwickelte sich der Brand weiter, sodass auch Flammen aus dem Auflieger schlugen. Die gesamte Ortsfeuerwehr Melle-Mitte und Tanklöschfahrzeuge aus Gesmold und Riemsloh wurden deshalb zur Unterstützung gerufen.
Die starke Rauchentwicklung war viele Kilometer weit zu sehen und Asche flog auf den Fahrbahnen umher. Rasch sperrte die Polizei deshalb auch die Gegenfahrbahn, um Unfälle durch die Sichtbehinderung, gesundheitliche Risiken für die Verkehrsteilnehmer und Sachschäden an vorbeifahrenden Fahrzeugen zu verhindern.
Anstrengender Einsatz für die Feuerwehr
Den Brand mussten die rund 35 freiwilligen Feuerwehrleute um Einsatzleiter Patrick Aßhoff mit mehreren Strahlrohren bekämpfen. Dafür konnte anfangs in den Löschfahrzeugen mitgebrachtes Wasser genutzt werden. Weil es auf Autobahnen keine Hydranten gibt, mussten danach vier Tanklöschfahrzeuge abwechselnd Wasser holen und zum Brandort bringen. Zahlreiche Löschtrupps arbeiteten unter schwerem Atemschutz und später unter Filtermasken im lang anhaltenden Brandrauch. Der anstrengende Einsatz, der bei einigen Brandbekämpfern noch vor dem Frühstück kam, sowie die sommerlichen Temperaturen führten bei manchen zu temporärer körperlicher Erschöpfung.
Rund zehn Ehrenamtliche der DRK Kreisbereitschaft Melle rückten zum Eigenschutz der Feuerwehrleute an, damit die Kräfte des regulären Rettungdienstes wieder frei zur Verfügung standen. Außerdem versorgten sie die Feuerwehrleute mit Getränken.
Als der Brand unter Kontrolle war, wurde ein Bagger bestellt, um die Ladung für die Nachlöscharbeiten auseinandernehmen und ablöschen zu können. Erst danach konnte die Bergung stattfinden. Beladen war der Auflieger mit Papierprodukten, darunter viele Pappteller.
Autobahnsperrungen und viel Stau
Der aufgestaute Verkehr in Fahrtrichtung Osnabrück konnte von der Polizei schon kurz nach Einsatzbeginn zur Anschlussstelle Melle-Ost zurückgeführt und abgeleitet werden. In Fahrtrichtung Bad Oeynhausen konnten die Fahrzeuge erst nach circa anderthalb Stunden abfahren, während nachfolgende Verkehrsteilnehmer an der Anschlussstelle Gesmold die Autobahn verlassen mussten. Gegen 10:15 Uhr konnte die Autobahn nach Bad Oeynhausen wieder freigegeben werden, in Osnabrücker Richtung erst nach Einsatzende am frühen Nachmittag. Die Autobahnmeisterei unterstützte die Polizei bei den Absperrmaßnahmen. In beiden Richtungen kam es zu kilometerlangen Staus und auch der Verkehrsfluss im Meller Stadtgebiet wurde durch die Umfahrung der Unglücksstelle beeinträchtigt.
Warum das Feuer ausbrach, ließ sich vor Ort nicht eindeutig bestimmen. Nach bisherigen Erkenntnissen, könnte ein Reifenplatzer und daraus resultierender Funkenflug das Feuer ausgelöst haben.