Die höchstpersönliche Betrachtung eines trostlosen Platzes mit der Kamera,
von Christian Schmidt
Ein Platz mit Aufenthaltsqualität soll der Neumarkt irgendwann einmal werden. Die Autos sind aktuell (mal wieder) ausgesperrt. Ein paar besonders optimistische Anlieger stellen sogar Schirme, Tische und Stühle auf – nur “aufhalten” will sich auch jetzt noch nicht einmal ein einziger Spaziergänger.
Wirklichkeit gar nicht weit entfernt vom Architekten-Traum
Am Sonntagnachmittag, als diese Fotos entstanden, waren die einzigen Menschen die ich rund um den Neumarkt angetroffen habe irgendwie alle auf dem Weg von oder zu einem besseren Ort. Ob ein teurer Marmorboden und ein Springbrunnen zukünftig dafür sorgen, dass die Plätze unter dem Sonnenschirm besetzt werden?
Und wie lange wird es dauern, bis auch dieser Springbrunnen wieder wegen Defekten und/oder Kosten trocken bleibt?
Es kann so schön sein …in den Entwürfen
Dabei sehen die Architekturentwürfe (hier mehr davon), die zeigen sollen wie der Platz nach einem noch durchzuführenden und millionenteuren Umbau aussehen soll, gar nicht so anders aus, als der ungeliebte Platz sich schon jetzt präsentiert.
Es fehlt noch das Einkaufscenter an Stelle der Wöhrl-Ruine und das sogenannte “Baulos 2” gegenüber H&M, doch auch diese Geschäftshäuser werden an zukünftigen Sonntagen geschlossen und verrammelt sein. Und was nie geschehen wird: Das Gerichtsgebäude wird – anders als es sich der siegreiche Architekt vorgestellt hat – wohl niemals weiß getüncht werden. Und auch die rund 2.000 über den Neumarkt fahrenden Busse, sollen dies in Zukunft weiterhin tun.
Neben den ohnehin am Sonntag geschlossenen neuen Geschäftshäusern fehlen tatsächlich nur der vom Architekten herbeigezeichnete Springbrunnen, ein besserer Bodenbelag… und Menschen…
Wo sind sie also, die Menschen, die auf diesem Platz ihre Freizeit verbringen wollen?
Die Autos sind schon weg, doch niemand will den Neumarkt zur “Neuen Mitte” der Stadt machen. Warum auch? Nach Ladenschluss und bis Montagmorgen ist auf dem Heger Friedhof traditionell mehr los als zwischen der Großen Straße und der Johannisstraße.
Zum Thema: Warum die Grünen nicht mit den Architektur-Entwürfen werben dürfen.