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Startseite Aktuell(k)ein Happy End für Straßenzeitungsverkäuferin vor Osnabrücker Aldi
AktuellOsnabrück

(k)ein Happy End für Straßenzeitungsverkäuferin vor Osnabrücker Aldi

von Heiko Pohlmann 11. September 2018
von Heiko Pohlmann 11. September 2018
abseits-Verkäuferin vor virtueller-Verbotslinie
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Petra Lehmkuhl verkauft wieder und weiter die Straßenzeitung „abseits“ vor der neuen Aldi-Filiale an der Hannoverschen Straße in Osnabrück Fledder. Auch die abseits-Redaktion hat sich inzwischen zu Wort gemeldet. Ein Happy End also, nachdem sich unsere Redaktion der Angelegenheit Mitte August angenommen hatte? Nicht wirklich!

Erst einmal möchte sich die Verkäuferin der Straßenzeitung bei unseren Leserinnen und Lesern bedanken. Nachdem die HASEPOST mit einem von unserer Leserin Katharina-Maria Brüggemann-Heilek verfassten Gastbeitrag die Sache ins Rollen und öffentlich gemacht hatte, und Aldi-Nord sich in einem Statement sogar zu dem Verkaufsverbot „vor dem Geschäft“ bekannte, gab es von Seiten zahlreicher Aldi-Kunden sehr viele positive Reaktionen und Zuspruch für die Petra Lehmkuhl. Das Dankeschön dafür geben wir gerne weiter.

Hat die HASEPOST von einem grundsätzlichen Verkaufsverbot berichtet?

Und auch die abseits-Redaktion meldete sich zwischenzeitlich zu Wort, deren Statement wir hier gerne ungekürzt im Wortlaut veröffentlichen, jedoch unten weiter etwas geraderücken müssen:

Liebe Leserinnen und Leser der Hasepost,
zunächst einmal herzlichen Dank für die vielen Reaktionen und Kommentare, die sich in unterstützender Weise zugunsten von abseits ausgesprochen haben. Das wissen wir sehr zu schätzen!
Wir nehmen erst jetzt Stellung zu der Angelegenheit, da wir uns noch im Gespräch mit der Aldi-Regionaldirektion befunden haben und den Sachverhalt zunächst detailliert aufklären wollten.
Nach diesen sehr konstruktiven Gesprächen möchten wir nun festhalten, dass es – wie mehrmals von der Hasepost berichtet kein Verkaufsverbot für abseits auf dem Gelände vor der Aldi-Filiale Hannoversche Straße gibt, geschweige denn dass Aldi ein grundsätzliches Verbot vor allen Niederlassungen in Osnabrück ausgesprochen hat. Ganz im Gegenteil: „Generell begrüßen wir den Ansatz, der mit dem Verkauf des Magazins ‚abseits‘ verbunden ist“, wie die Geschäftsleitung der Aldi-Regionaldirektion schreibt.
Die in den Hasepost-Artikeln erwähnte abseits-Verkäuferin wurde lediglich gebeten, einige Meter vom Filialeingang entfernt zu stehen: „Wenn künftig der Verkauf der abseits im Bereich der angrenzenden Bäckerei erfolgt sehen wir das als problemlos an“, so die Stellungnahme von Aldi.
Wir hoffen, dass der Sachverhalt damit geklärt werden konnte und freuen uns auf ein weiterhin gutes Verhältnis zwischen unseren abseits-Verkäufern, der Firma Aldi, und Ihnen, den Aldi-Kunden und abseits-Lesern.
Mit freundlichen Grüßen
Die abseits-Redaktion

abseits-Redaktion schiebt uns falsche Aussagen unter

Sorry, liebe abseits-Redaktion, das ist auf gut Deutsch quatsch und gewissermaßen auch unverschämt. Unverschämt uns gegenüber – vor allem aber auch unfair und unverschämt gegenüber Eurer Vertriebskollegin
Von Seiten Aldi wurde unserer Redaktion im August bestätigt, dass der „Verkauf direkt vor der Filiale einzustellen“ sei; nicht mehr und nicht weniger haben wir berichtet, siehe hier. Es war von Seiten unserer Redaktion nie die Rede davon, dass gegen Frau Lehmkuhl ein (grundsätzliches) „Verkaufsverbot“ ausgesprochen wurde, noch wurde von unserer Redaktion behauptet, dass „Aldi ein grundsätzliches Verbot vor allen Niederlassungen in Osnabrück“ habe.
Wie uns zwischenzeitlich nochmals bestätigt wurde, hatte man die Verkäuferin erst an den Rand des Parkplatzes verwiesen, später (dazu unten mehr) zur Beachtung einer virtuellen Grenze auf dem Gelände aufgefordert.
Es ist schon irgendwie seltsam, wenn abseits hier Bezug auf zwei Artikel nimmt, und unserer Redaktion vollkommen falsche Aussagen unterschiebt um sich so zum Verteidiger des Aldi-Konzerns zu machen und nicht für die eigene Kollegin einzustehen. Bei allem Verständnis dafür, dass die Straßenzeitung es sich nicht mit Aldi und anderen Discountern verscherzen will, man sollte schon bei der Wahrheit bleiben!

Aldi verlangt Beachtung virtueller Grenze

Wie aber sieht es inzwischen an der Hannoverschen Straße aus?
Tatsächlich möchte auch die neben dem Aldi-Haupteingang gelegene Bäckerei wohl nicht, dass der Verkauf der Straßenzeitung „im Bereich der angrenzenden Bäckerei“ (Zitat abseis/Aldi) erfolgt, so jedenfalls die Aussage der abseits-Verkäuferin gegenüber unserer Redaktion.
Und tatsächlich kann man die Bäckerei durchaus verstehen. „Ihr Bereich“ sind Sitzgruppen mit Tischchen und Sonnenschirmen, wo Frühstück und eine bunte Vielfalt an frischem Kuchen gegessen und Kaffee getrunken werden kann – aka: „Außengastronomie“.
Dort also, zwischen den Stühlen und Tischen, soll – so Aldi und abseits im Gleichklang – die Straßenzeitung verkauft werden dürfen, nicht aber im Eingangsbereich des Aldi. Diese Fläche soll offensichtlich höhenwertigen Tätigkeiten (Einkaufswagen schieben?) vorbehalten bleiben.

abseits Verbot Aldi Osnabrück

Nördlich der etwas helleren Pflasterung darf die Straßenzeitung nicht verkauft werden

Schutz vor Wind und Wetter: nicht für abseits-Verkäuferin

Die freundliche abseits-Verkäuferin zeigte uns vor Ort, wo Aldi die „Grenze“ für sie gezogen hat. Es ist eine hellgraue Steinreihe im Pflaster, die ausgerechnet vor dem weiten und hohen Vordach endet. Frau Lehmkuhl muss nun immer vor dieser nahezu virtuellen Grenze stehen bleiben und darf nicht unter dem Schutz spendenden Vordach stehen.
Bei der aktuellen Wetterlage kein Problem – doch in den heißen Tagen des Hochsommers war dass die einzige Stelle, an der es ein wenig Schatten gab. Und wenn der Herbst Regenschauer bringt und im Winter ein kalter Wind um das Haus zieht, wäre das auch der Ort, an dem sich die abseits-Verkäuferin ein wenig Zuflucht vor dem Wetter erhofft.

Vermutlich war eine Zigarette der Auslöser

Im Gespräch erzählte uns die abseits Verkäuferin auch ganz offen, wie es ihrer Ansicht nach zu dem Konflikt mit dem Marktleiter in diesem Sommer gekommen ist. Sie ist Raucherin, gibt die freundliche Frau an, und ja, sie hat im Sommer auch geraucht als sie vor dem Aldi stand: „das war sicher nicht richtig und hat vielleicht einige Kunden gestört“. Allerdings bestreitet sie, dass es vorher ein Gespräch oder einfach nur einen Hinweis gab, stattdessen habe man sie gleich fortgejagt. Für die Zukunft ist die Angelegenheit für sie klar: Sie kann problemlos auf die Zigaretten verzichten, würde aber gerne die Möglichkeit haben sich bei schlechtem Wetter nicht auf der freien Fläche aufhalten zu müssen.

Was meinen unsere Leser? Ist es richtig, wenn abseits sich hier auf die Seite von Aldi stellt und der HASEPOST falsche Aussagen unterschiebt?
Sollte Aldi sich „einen Ruck“ geben und den Verkauf von abseits bei schlechtem Wetter auch unter dem (bei dieser Filiale wirklich weitläufigen) Vordach erlauben?

Wir freuen uns über Kommentare unter dem Facebook-Teaser zu diesem Artikel.

 

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Heiko Pohlmann

Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2014, basierend auf dem unter dem Titel "I-love-OS" seit 2011 erschienenen Tumbler-Blog. Die Ursprungsidee reicht auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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