Die Potsdamer Rechtswissenschaftlerin Frauke Brosius-Gersdorf fordert, Eizellspenden in Deutschland zu erlauben. Samenspenden seien bereits seit jeher gestattet, während Eizellspenden verboten sind. Brosius-Gersdorf sieht darin einen offensichtlichen Gleichheitsverstoß.
Eizellspenden als Schritt zur Leihmutterschaftsregelung
"Samenspenden sind bei uns seit jeher erlaubt", sagte die Potsdamer Juraprofessorin der Funke-Mediengruppe. Eizellspenden seien aber nicht erlaubt. „Das ist ein offensichtlicher Gleichheitsverstoß.“ Brosius-Gersdorf sieht in einer Legalisierung einen ersten Schritt zur Neuregelung der Leihmutterschaft in Deutschland.
Forderung nach breiter Debatte und gesetzlichem Rahmen
"Das wäre mal das erste Thema, an das man rangehen könnte", sagte die Juristin. Danach müsse es eine breite Debatte über das Thema Leihmutterschaft geben, inklusive eines Blickes auf die Regelungen in anderen Ländern. Dann müsse geprüft werden, "ob es nicht einen geeigneten gesetzlichen Rahmen gibt, wie wir wirklich das zum Schutz und zum Wohle aller sicherstellen können".
Wenn der Staat die freiwillige Leihmutterschaft verbiete, dann sei das ein Grundrechtseingriff. "Wenn eine Frau autonom, freiwillig, selbstbestimmt sagt: `Ja, sie möchte sich als Leihmutter bereitstellen, zum Beispiel um anderen Menschen zu helfen, um denen ihren Kinderwunsch zu erfüllen`, dann darf der Staat das nicht untersagen, er darf sie nicht vor sich selbst schützen", erläuterte die Juristin ihre Position. Der Staat müsse aber sicherstellen, dass dies wirklich eine freiwillige Entscheidung sei, die nicht unter Druck oder aufgrund von wirtschaftlicher Not zustande komme.