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Startseite Deutschland & die WeltJede vierte Person in Deutschland hat Einwanderungsgeschichte
Deutschland & die Welt

Jede vierte Person in Deutschland hat Einwanderungsgeschichte

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 22. Mai 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 22. Mai 2025
Menschenmassen (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
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Im Jahr 2024 lebten in Deutschland etwa 21,2 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete, dass damit gut jede vierte Person in Deutschland einen Migrationshintergrund hatte – ein Anstieg um rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zunahme der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte

Die Zahl der Menschen mit Einwanderungsgeschichte erreichte 2024 nach Erstergebnissen des Mikrozensus 21,2 Millionen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte. Das ist ein Zuwachs von vier Prozent oder 873.000 Personen im Vergleich zu 2023, als es noch 20,4 Millionen waren. Der Anteil dieser Gruppe an der Gesamtbevölkerung stieg auf 25,6 Prozent (2023: 24,7 Prozent). Sowohl selbst Eingewanderte (erste Generation) als auch deren in Deutschland geborene Nachkommen, bei denen beide Elternteile seit 1950 eingewandert sind (zweite Generation), werden zu dieser Gruppe gezählt.

Die Hochrechnung beruht auf aktualisierten Bevölkerungseckwerten des Zensus 2022, die ab 2021 rückwirkend angewendet wurden.

Struktur und Entwicklung der Migrationsbevölkerung

Im Jahr 2024 lebten knapp 16,1 Millionen selbst Eingewanderte in Deutschland, was 19,4 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Dies sind 582.000 mehr als 2023. Knapp 5,2 Millionen Menschen – 6,3 Prozent der Bevölkerung – waren direkte Nachkommen, also in Deutschland geborene Kinder von zwei seit 1950 eingewanderten Elternteilen. Deren Zahl erhöhte sich im Vorjahresvergleich um sechs Prozent oder 291.000. Weitere 4,1 Millionen Bürgerinnen und Bürger hatten nur einen eingewanderten Elternteil und zählen damit nicht zur Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte.

Neben diesen Gruppen blieben 57,4 Millionen Menschen, die weder selbst noch deren Eltern seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind – 1 Prozent oder 734.000 weniger als 2023. Das entsprach 69,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Junge Altersstruktur und Einwanderungsmotive

Die Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte ist laut Destatis im Durchschnitt deutlich jünger. Im Jahr 2024 hatte in der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen mehr als jede dritte Person einen Migrationshintergrund (34 Prozent). Bei den über 65-Jährigen lag der Anteil nur bei 14 Prozent. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte betrug 38,2 Jahre, gut neun Jahre weniger als das der übrigen Bevölkerung (47,4 Jahre). Besonders niedrig war das Durchschnittsalter bei Personen mit nur einem eingewanderten Elternteil (25,1 Jahre).

Seit 2015 sind insgesamt knapp 6,5 Millionen Menschen nach Deutschland eingewandert, so Destatis. Davon kamen gut 4,2 Millionen zwischen 2015 und 2021, vor allem aus Syrien (716.000), Rumänien (300.000) und Polen (230.000). Von 2022 bis 2024 wanderten weitere gut 2,2 Millionen Menschen zu, vorwiegend aus der Ukraine (843.000), Syrien (124.000) und der Türkei (112.000).

Die wichtigsten Einwanderungsgründe seit 2015 waren Flucht, Asyl und internationaler Schutz (31 Prozent), gefolgt von Erwerbstätigkeit (23 Prozent) und Familienzusammenführung (21 Prozent). Außerdem gaben acht Prozent der seit 2015 Eingewanderten an, wegen Studiums oder Ausbildung nach Deutschland gekommen zu sein. Männer nannten hauptsächlich Flucht (32 Prozent) und Arbeit (28 Prozent) als Motive, Frauen hingegen Flucht (30 Prozent) und Familiennachzug (26 Prozent).

Auswirkungen des Zensus 2022 auf die Statistik

Der Zensus 2022 ergab, dass am 15. Mai 2022 in Deutschland 1,4 Millionen Menschen oder 1,6 Prozent weniger lebten als angenommen. Vor allem bei Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag die Zahl niedriger als bisher fortgeschrieben (-1,0 Millionen bzw. -8,1 Prozent). Dies wirkte sich auch auf die Zahlen der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte aus, die für 2022 um 908.000 Personen (-4 Prozent) gesenkt wurden.

Besonders deutlich zeigten sich die Unterschiede bei Eingewanderten mit einer Aufenthaltsdauer unter zehn Jahren: In dieser Gruppe lag die Zahl um 530.000 Personen (-9 Prozent) niedriger als zuvor geschätzt. Unterschiede gab es insbesondere bei Menschen aus Syrien (-125.000 bzw. -10 Prozent), Afghanistan (-40.000 bzw. -9 Prozent), der Ukraine (-54.000 bzw. -9 Prozent) und dem Irak (-31.000 bzw. -8 Prozent).

Als mögliche Gründe für diese Abweichungen nennt das Statistische Bundesamt die Auswirkungen von Fluchtbewegungen auf die melderechtliche Erfassung. So heißt es laut Destatis: „Personen, die beim Zuzug nach Deutschland melderechtlich erfasst wurden, [könnten] bereits ohne melderechtliche Erfassung wieder weggezogen sein, etwa in ihre Herkunftsländer.“ Auch weisen die Statistiker darauf hin, dass Schutzsuchende am Zensus-Stichtag möglicherweise noch nicht als Einwohner erfasst waren.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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