Viele ostdeutsche Unternehmen sorgen sich um die Demokratie, scheuen sich aber vor politischer Positionierung. Das ist das Ergebnis einer Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), über die die "Rheinische Post“ berichtet.
Größere Sorge, weniger Engagement
Sechs von zehn der ostdeutschen Geschäftsleiter sehen die Demokratie demnach als gefährdet an, im Westen sind es 55 Prozent. Die größere Sorge übersetze sich im Osten jedoch nicht in mehr öffentliche Positionierung, schreibt Studienautor Knut Bergmann.
Im Westen gibt mit fast 65 Prozent ein deutlich größerer Anteil der Geschäftsführer an, es sei Aufgabe von Unternehmen, sich demokratiestabilisierend einzusetzen. In Ostdeutschland teile nicht einmal die Hälfte diese Auffassung. Rund jedes vierte ostdeutsche Unternehmen nennt mögliche Boykotte oder Hasskommentare sowie Konflikte in der Belegschaft als Engagement-Hemmnis. Konflikte mit Kunden und Lieferanten würden etwas häufiger genannt.
Bergmann sagte: "Ostdeutsche Unternehmen zeigten sich schon in der Vergangenheit zurückhaltender in der Positionierung explizit gegen die AfD."
Im IW-Zukunftspanel wurden 903 Unternehmen befragt, darunter 138 ostdeutsche.