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Deutschland & die Welt

IW-Direktor fordert längere Lebensarbeitszeit und mehr Arbeitsstunden

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 5. August 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 5. August 2025
Katherina Reiche (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
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Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, Michael Hüther, spricht sich für eine längere Lebensarbeitszeit aus und unterstützt damit die Überlegungen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. In einem Gastbeitrag für die Nachrichtenseite ntv betont Hüther, dass die Rente mit 67 angesichts einer steigenden Lebenserwartung nicht ausreiche und plädiert für weitere Maßnahmen zur Sicherung der Sozialsysteme.

Demografischer Wandel als Herausforderung

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, macht in seinem Gastbeitrag für ntv auf die demografischen Herausforderungen in Deutschland aufmerksam. „Die Rente mit 67 Jahren kann bei wieder steigender Lebenserwartung nicht das letzte Wort gewesen sein“, schreibt Hüther. Die Erhöhung der Lebensarbeitszeit und damit die höhere Erwerbsbeteiligung älterer Menschen sei ein wichtiger Baustein, um die in Deutschland anfallende Arbeit zu erledigen und die Sozialsysteme zu sichern, so Hüther.

Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen in Deutschland sei laut Hüther „schlicht zu niedrig“. Dies liege nicht zwangsläufig an mangelndem Fleiß, sondern an der Alterung der Gesellschaft. „Während in den Jahren 2026-2029 – also der laufenden Legislaturperiode – 5,2 Millionen Menschen das Alter von 66 erreichen werden, wachsen nur 3,1 in die Altersgruppe ab 20 Jahren nach. Als Reflex des Pillenknicks, der von 1965 bis 1975 zu einer Verringerung der Geburtenrate je gebärfähiger Frau von 2,1 auf 1,5 führte, stehen wir von nun an für eine Dekade in einem anstrengenden demografischen Übergang“, so Hüther weiter. Zudem habe sich die Anzahl der jährlichen Arbeitsstunden je Erwerbstätigen von 1.554 im Jahr 1991 um 14,3 Prozent auf 1.332 im Jahr 2024 verringert; im Jahr 1970 lag diese Zahl in Westdeutschland bei 1.966.

Forderung nach längerer und intensiverer Erwerbstätigkeit

Neben einer Anhebung des Rentenalters fordert Michael Hüther laut ntv auch eine Steigerung der Jahresarbeitszeit: „Bei gegebenem Teilzeitanteil kann dies über die Wochenarbeitszeit und die Anzahl der Arbeitstage erreicht werden. Anders als bei der Lebensarbeitszeit adressiert die Jahresarbeitszeit unterschiedliche Regulierungen und institutionelle Bedingungen.“ Die Wochenarbeitszeit würden im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes die Sozialpartner bestimmen, ebenso den Urlaubsanspruch oberhalb des gesetzlichen Mindestniveaus von 20 Tagen. „Die Anzahl der gesetzlichen und kirchlichen Feiertage wird landesgesetzlich geregelt. Schließlich lässt sich die Jahresarbeitszeit dort gezielt erhöhen, wo Menschen unfreiwillig in Teilzeit beschäftigt sind; beispielsweise Alleinerziehende, die keine angemessene Kinderbetreuung finden“, so Hüther.

Zuwanderung und Flexibilisierung des Arbeitsmarkts

Auch gezielte Zuwanderung könne, so Michael Hüther gegenüber ntv, das Rentensystem absichern. Er halte sowohl eine „gezielt aus Sicht des Arbeitsmarktes gesteuerte Fachkräftezuwanderung“ für nötig als auch „weiter steigende Erwerbstätigenquoten potenziell erwerbsfähiger Personen, die sich im Lande befinden“. Es gehe darum, Menschen aus der stillen Reserve für den Arbeitsmarkt zu gewinnen, insbesondere durch den Abbau von Fehlanreizen der Sozialsysteme sowie durch Integrations- und Bildungsangebote.

Insgesamt fehle es laut Michael Hüther an Dynamik im Ordnungsrahmen zur Arbeit. Es müsse endlich eine „Flexibilisierung bei der betrieblichen Organisation von Arbeitszeit und Arbeitsort“ angegangen werden. Zudem solle durch „Deregulierung der Zeitarbeit sowie befristeter Beschäftigung“ das Arbeitsvolumen in Deutschland erhöht werden.

Wichtig sei es, arbeitsmarktpolitische Ideen nicht „ideologisch zu verteufeln, ohne nach Sinn und Zweck zu fragen“. Hüther betont: „Es gibt einen Strauß von Maßnahmen, die sich gegenseitig verstärken und deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten. Und in einem insgesamt flexibleren und dynamischeren Ordnungsrahmen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Arbeitsproduktivität stärker expandiert. Können wir darüber ohne Scheuklappen und ohne ideologische Verteufelung reden?“ (Quelle: ntv)

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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