Der Dax ist zum Handelsstart deutlich ins Minus gerutscht. Der Leitindex notierte kurz nach 9:30 Uhr bei rund 22.425 Punkten und damit 0,8 Prozent unter dem Vortagesschluss. Begleitet wird die schwache Entwicklung von steigenden Ölpreisen und einem etwas schwächeren Euro.
Dax rutscht ab – Hoffnung auf Stabilisierung
Kurz nach 9:30 Uhr lagen im Frankfurter Börsensaal rund 22.425 Punkte auf der Anzeigetafel, 0,8 Prozent weniger als bei Vortagesschluss, und die Tendenz war weiter sinkend. Seit Kriegsbeginn ist der Dax damit mittlerweile um gut ein Zehntel gefallen.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, kommentierte das Börsengeschehen am Morgen mit den Worten: „Niemand weiß, wie es im Irankonflikt weitergeht, aber Krieg mit Diplomatie ist besser als Krieg ohne Diplomatie“. Er hofft darauf, dass sich die Kurse trotz des schlechten Starts noch stabilisieren. „Die Diplomatie und die Verlängerung des Ultimatums könnten im Dax einen allmählichen Vertrauensbonus aufbauen.“ Eine Stabilisierung der Kurse zusammen mit einer Beruhigung der Schwankungsintensität sei „eine zwingend notwendige Zutat für eine Bodenbildung“, und ohne Bodenbildung werde es keinen neuen Trendaufbau nach oben geben können.
Wochenende- und Ostereffekt an den Märkten
Stanzl beobachtet beim bisherigen Konflikt einen besonderen Verlauf an den Handelstagen: „Was wir im bisherigen Konflikt gesehen haben, war ein Wochenendeffekt: An Freitagen und Montagen wurde eher verkauft, unter der Woche standen die Anleger eher auf der Käuferseite. Dieser Wochenendeffekt könnte sich zum Ostereffekt ausweiten.“ Das neue Ultimatum endet am Ostermontag, einem handelsfreien Tag in Deutschland. Nach Einschätzung des Analysten könnten sich die Anleger darauf verständigen, zunächst bis nach Ostern abzuwarten, um dann zu entscheiden, ob sie wieder in Aktien einsteigen wollen oder nicht.
„In den gefallenen Kursen ist bereits ein Teil der negativen Folgen der hohen Energiepreise enthalten. In den Kursen steckt auch immer noch etwas Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft trotz aller absehbaren Belastungen vielleicht noch einmal mit einem blauen Auge davonkommt“, so Stanzl weiter.
Ölpreis legt zu, Euro schwächer
Parallel zur Dax-Schwäche stieg der Ölpreis deutlich. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 110,00 US-Dollar, das waren 1,8 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Freitagmorgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1520 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8681 Euro zu haben.