Der Chef des Ladesäulenbetreibers Ionity, Jeroen van Tilburg, hat von der Politik mehr Verlässlichkeit beim Thema Elektromobilität gefordert. In Deutschland seien die Signale widersprüchlich, während gleichzeitig hohe Erwartungen an den Ausbau der Ladeinfrastruktur gestellt würden, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Zugleich sieht er steuerliche Anreize für Dienstwagen und Flotten als möglichen Schub für die E-Mobilität.
Widersprüchliche Signale aus der Politik
Jeroen van Tilburg, Chef des Ladesäulenbetreibers Ionity, kritisierte im Gespräch mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ die aktuelle Ausrichtung der deutschen Politik im Bereich Elektromobilität. „Was wir derzeit von der Politik in Deutschland hören, ist widersprüchlich“, sagte van Tilburg dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Einerseits wird gefordert, dass wir mehr Ladepunkte installieren. Andererseits wird der Ausbau durch sehr komplexe Regelwerke erschwert.“
Ionity sei bereit, in den kommenden Jahren mehrere Tausend zusätzliche Ladepunkte in Deutschland zu errichten. Der Ausbau werde jedoch durch eine stark zersplitterte Struktur behindert. Man habe es mit mehr als 800 regionalen Verteilnetzbetreibern zu tun, die alle unterschiedliche Vorgaben machten. „Das muss einfacher werden“, sagte van Tilburg dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Verunsicherung durch Debatten über CO2-Ziele
Nach den Worten des Managers nimmt die Elektromobilität zwar an Fahrt auf, bleibt aus seiner Sicht aber hinter ihren Möglichkeiten zurück. „Das geht aber noch schneller, wenn die Politik verlässlich wird“, sagte van Tilburg dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die derzeitige Debatte über die Ziele der CO2-Reduktion und die CO2-Bepreisung bringe große Verunsicherung für Autofahrer, die Industrie und für Investoren.
Steuerliche Anreize als „Booster“
Als echten „Booster“ für die E-Mobilität sieht van Tilburg stärkere steuerliche Vergünstigungen für Dienstwagen und die Fahrzeugflotten von Unternehmen. „Dann werden E-Autos für Flotten-Manager, die hart kalkulieren müssen, deutlich attraktiver als Verbrenner“, sagte van Tilburg dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Zudem würden diese Fahrzeuge nach Ablauf der Leasingverträge nach drei oder vier Jahren auf den Gebrauchtwagenmarkt kommen. „Dadurch wird der Kreis der Kunden erhöht: wegen der günstigen Preise“, so der Ionity-Chef laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Ionity ist ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem auch die deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz beteiligt sind. Das Unternehmen gehört zu den größten Anbietern von Hochleistungsladesäulen in Europa.
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