Nach der Festnahme mutmaßlicher russischer Agenten warnen führende Innenpolitiker von SPD und CDU vor gezielten Operationen gegen die deutsche Rüstungsindustrie. Sie verweisen auf eine anhaltend hohe Gefährdungslage und sehen Deutschland im Fokus hybrider Kriegsführung Russlands.
Warnungen vor Angriffen auf die Rüstungsindustrie
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, sieht die deutsche Rüstungsbranche gezielt ins Visier Russlands genommen. Es sei „innerhalb der russischen Logik, dass die deutsche Rüstungsindustrie einschließlich ihrer Verantwortungsträger im Zielspektrum von Spionage, Sabotage und Anschlagsplänen liegt“, sagte Fiedler dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe).
Die Gefährdungslage in Deutschland sei nach wie vor auf einem „abstrakt sehr hohen Niveau“, sagte Fiedler dem „Handelsblatt“. „Deutschland befindet sich bei der hybriden Kriegsführung durch Russland im Fadenkreuz.“ Man müsse davon ausgehen, dass die Bundesrepublik in Europa „Zielland Nummer eins“ sei.
Hinweise auf eine Serie russischer Operationen
Auch Marc Henrichmann (CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Nachrichtendienste, ordnet den aktuellen Vorgang in einen größeren Zusammenhang ein. Er sagte dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe), der aktuelle Fall reihe sich „in eine lange Kette russischer Tötungsoperationen in Westeuropa ein“ und sei „scharf zu verurteilen“.
Henrichmann verwies zudem auf frühere Erkenntnisse zu möglichen Angriffszielen. Bereits 2024 habe es Meldungen über einen Anschlagsplan gegen Rheinmetall-Chef Armin Papperger gegeben, „den unsere Sicherheitsbehörden zusammen mit europäischen Partnern vereiteln konnten“, sagte Henrichmann dem „Handelsblatt“.
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