Die Entscheidung, ob Sie beim Verkauf oder Kauf Ihrer Immobilie einen Immobilienmakler wie https://www.muellerimmobilien.info beauftragen sollten, ist eine der wichtigsten Weichenstellungen im gesamten Prozess. Während manche Eigentümer die Maklerprovision einsparen möchten und den Verkauf in Eigenregie durchführen, schwören andere auf die professionelle Unterstützung durch einen Experten. Doch welcher Weg ist der richtige für Sie? In diesem umfassenden Ratgeber beleuchten wir alle Aspekte rund um die Beauftragung eines Immobilienmaklers, zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile auf und helfen Ihnen, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die zu Ihrer individuellen Situation passt.
Der Immobilienmarkt ist komplex und unterliegt ständigen Veränderungen. Gerade in Zeiten schwankender Zinsen und sich wandelnder Marktbedingungen kann die Expertise eines Fachmanns entscheidend sein. Gleichzeitig stehen moderne digitale Werkzeuge zur Verfügung, die einen Eigenverkauf einfacher machen als je zuvor. Wir zeigen Ihnen, wann sich ein Makler lohnt und wann Sie möglicherweise auch ohne auskommen.
Was macht ein Immobilienmakler eigentlich?
Ein Immobilienmakler ist weit mehr als nur ein Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer. Die Tätigkeiten eines professionellen Maklers umfassen ein breites Spektrum an Dienstleistungen, die den gesamten Verkaufsprozess begleiten und Sie als Eigentümer erheblich entlasten können.
Zu Beginn steht die professionelle Immobilienbewertung. Ein qualifizierter Makler analysiert den lokalen Markt, vergleicht ähnliche Objekte und berücksichtigt objektspezifische Faktoren wie Lage, Zustand, Ausstattung und Entwicklungspotenzial der Umgebung. Anders als Online-Bewertungstools, die lediglich auf Durchschnittswerten basieren, kann ein erfahrener Makler auch weiche Faktoren einbeziehen und so zu einer realistischen Preiseinschätzung gelangen. Diese neutrale Bewertung ist essenziell, da Eigentümer ihre Immobilie aufgrund emotionaler Bindung häufig über- oder unterschätzen.
Die Beschaffung aller notwendigen Unterlagen gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich. Dazu zählen Grundbuchauszüge, Flurkarten, Energieausweise, Baupläne, Wohnflächenberechnungen und bei Eigentumswohnungen die Teilungserklärung sowie Protokolle der Eigentümerversammlungen. Ein fehlender oder veralteter Energieausweis kann beispielsweise mit Bußgeldern bis zu 15.000 Euro geahndet werden. Der Makler kennt alle Anforderungen und stellt sicher, dass die Dokumentation vollständig und aktuell ist.
Ein weiterer zentraler Bereich ist die professionelle Vermarktung. Der Makler erstellt ein ansprechendes Exposé mit hochwertigen Fotos, verfasst verkaufsfördernde Texte und platziert das Angebot auf relevanten Immobilienportalen, in Printmedien und in seinem eigenen Netzwerk. Viele Makler verfügen über eine umfangreiche Datenbank mit vorgemerkten Kaufinteressenten, sodass die Immobilie oft bereits vor der öffentlichen Vermarktung einen passenden Käufer findet.
Die Organisation und Durchführung von Besichtigungen nimmt ebenfalls viel Zeit in Anspruch. Der Makler koordiniert Termine, führt Interessenten durch das Objekt, beantwortet Fragen und präsentiert die Immobilie in professioneller Weise. Dabei übernimmt er auch die Vorqualifizierung potenzieller Käufer durch Bonitätsprüfungen, was Sie vor unqualifizierten Anfragen und Besichtigungstourismus schützt.
In der Verhandlungsphase agiert der Makler als neutraler Vermittler. Er führt Preisgespräche mit Interessenten, balanciert die Interessen beider Parteien aus und arbeitet auf einen Vertragsabschluss hin, der für alle Beteiligten fair ist. Seine Verhandlungserfahrung und emotionale Distanz zum Objekt führen häufig zu besseren Ergebnissen als bei Eigenverhandlungen.
Schließlich begleitet der Makler den gesamten Prozess bis zur notariellen Beurkundung. Er bereitet den Kaufvertrag in Zusammenarbeit mit dem Notar vor, klärt letzte Fragen und ist bei der Vertragsunterzeichnung sowie der Schlüsselübergabe anwesend. Diese durchgängige Betreuung gibt beiden Parteien Sicherheit und minimiert das Risiko von Fehlern oder Missverständnissen.
Die Vorteile eines Immobilienmaklers
Die Beauftragung eines Immobilienmaklers bringt zahlreiche Vorteile mit sich, die weit über die reine Vermittlungsleistung hinausgehen. Diese Mehrwerte können sich sowohl finanziell als auch zeitlich deutlich bemerkbar machen.
Professionelle Marktkenntnis und realistische Preisfindung
Einer der größten Vorteile liegt in der fundierten Marktkenntnis des Maklers. Er kennt die aktuellen Preisentwicklungen in Ihrer Region, weiß um saisonale Schwankungen und kann Trends frühzeitig erkennen. Diese Expertise führt zu einer realistischen Preisfindung, die weder zu niedrig angesetzt ist und Ihnen Geld kostet, noch zu hoch und dadurch Interessenten abschreckt. Studien zeigen, dass professionell bewertete und vermarktete Immobilien im Schnitt höhere Verkaufspreise erzielen als Objekte im Privatverkauf. Der Mehrerlös kann die Maklerprovision dabei oft ausgleichen oder sogar übersteigen.
Erhebliche Zeitersparnis und Stressreduktion
Der Verkauf einer Immobilie ist zeitintensiv und kann sich über mehrere Monate erstrecken. Vom Zusammenstellen der Unterlagen über das Schalten von Anzeigen, die Beantwortung unzähliger Anfragen, die Koordination von Besichtigungen bis hin zu Verhandlungen und der Vertragsabwicklung – all diese Aufgaben fallen bei einem Eigenverkauf in Ihrer Freizeit an. Ein Immobilienmakler nimmt Ihnen diese Last vollständig ab. Sie müssen lediglich einmal Zeit für die Erstbegehung investieren und werden dann regelmäßig über den Fortschritt informiert. Besonders für beruflich stark eingespannte Menschen oder bei emotionalen Verkaufssituationen wie einer Erbschaft oder Scheidung kann diese Entlastung von unschätzbarem Wert sein.
Zugang zu einem exklusiven Netzwerk
Professionelle Makler verfügen über ein breites Netzwerk aus Kontakten zu potenziellen Käufern, anderen Maklern, Notaren, Gutachtern, Handwerkern und Finanzierungsexperten. Viele Immobilien werden bereits innerhalb dieses Netzwerks verkauft, bevor sie überhaupt öffentlich inseriert werden. Dies kann den Verkaufsprozess erheblich beschleunigen und führt oft zu diskreteren Transaktionen, was insbesondere bei hochpreisigen Objekten gewünscht ist.
Verhandlungsgeschick und emotionale Distanz
Die emotionale Distanz eines Maklers ist ein oft unterschätzter Vorteil. Während Sie als Eigentümer eine persönliche Beziehung zu Ihrer Immobilie haben und möglicherweise bei Kritik oder niedrigen Angeboten emotional reagieren, kann ein Makler sachlich bleiben. Seine Verhandlungserfahrung ermöglicht es ihm, auch in schwierigen Situationen konstruktiv zu kommunizieren und tragfähige Kompromisse zu finden. Zudem kennt er typische Verhandlungstaktiken von Käufern und kann entsprechend reagieren.
Rechtssicherheit und Risikominimierung
Der Immobilienverkauf ist rechtlich komplex. Fehler bei der Dokumentation, unvollständige Angaben oder unklare Formulierungen im Kaufvertrag können zu kostspieligen Rechtsstreitigkeiten führen. Ein erfahrener Makler kennt alle rechtlichen Anforderungen, achtet auf vollständige und korrekte Unterlagen und arbeitet eng mit dem Notar zusammen. Dies minimiert Haftungsrisiken und schützt Sie vor späteren Gewährleistungsansprüchen. Bei vermieteten Objekten, Erbengemeinschaften oder denkmalgeschützten Immobilien wird diese Expertise besonders wichtig.
Professionelle Vermarktung und höhere Reichweite
Die Art und Weise, wie eine Immobilie präsentiert wird, hat enormen Einfluss auf den Verkaufserfolg. Professionelle Makler investieren in hochwertige Fotografie, teilweise sogar in Drohnenaufnahmen, virtuelle Rundgänge oder Home-Staging. Sie verfassen verkaufsfördernde Texte, die die Vorzüge Ihrer Immobilie optimal herausstellen, ohne dabei unrealistische Erwartungen zu wecken. Zudem schalten sie Anzeigen auf mehreren relevanten Portalen gleichzeitig und nutzen gezielte Marketingmaßnahmen, um die richtige Zielgruppe anzusprechen. Diese professionelle Aufbereitung führt in der Regel zu mehr qualifizierten Anfragen und einem schnelleren Verkauf.
Wann lohnt sich ein Immobilienmakler?
Die Entscheidung für oder gegen einen Immobilienmakler hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es gibt Situationen, in denen sich die Beauftragung eines Maklers besonders lohnt, und andere, in denen ein Eigenverkauf durchaus sinnvoll sein kann.
Situationen, die klar für einen Makler sprechen:
- Keine Verkaufserfahrung vorhanden: Wenn Sie zum ersten Mal eine Immobilie verkaufen, fehlt Ihnen das notwendige Wissen über Abläufe, rechtliche Anforderungen und Marktgegebenheiten. Ein Makler führt Sie sicher durch den Prozess und vermeidet kostspielige Anfängerfehler.
- Zeitmangel: Berufstätige, die keine Zeit für die aufwendige Organisation von Besichtigungen und die Beantwortung zahlreicher Anfragen haben, profitieren enorm von einem Makler, der diese Aufgaben übernimmt.
- Komplexe Immobilien: Bei denkmalgeschützten Objekten, vermieteten Mehrfamilienhäusern, Erbengemeinschaften oder Immobilien mit baulichen Besonderheiten ist Fachwissen unerlässlich.
- Emotionale Verkaufssituationen: Bei Scheidungen, Erbschaften oder krankheitsbedingten Verkäufen kann die neutrale Position eines Maklers hilfreich sein und Konflikte vermeiden.
- Maximierung des Verkaufspreises: Wenn Sie den bestmöglichen Preis erzielen möchten und bereit sind, dafür in professionelle Expertise zu investieren, ist ein erfahrener Makler die richtige Wahl.
- Diskrete Vermarktung gewünscht: Bei hochwertigen Immobilien oder wenn Nachbarn nicht von einem Verkauf erfahren sollen, kann ein Makler diskret vorgehen und potenzielle Käufer aus seinem Netzwerk ansprechen.
Situationen, in denen ein Eigenverkauf möglich ist:
Wenn Sie bereits Erfahrung mit Immobilienvermittlungen haben, über ausreichend Zeit verfügen und sich zutrauen, die notwendigen Schritte selbst zu organisieren, kann ein Privatverkauf funktionieren. Dies gilt besonders bei einfachen, attraktiven Objekten in gefragten Lagen, die sich quasi von selbst verkaufen. Auch wenn Sie bereits einen konkreten Käufer im Bekanntenkreis haben, ist ein Makler möglicherweise nicht zwingend erforderlich. Bedenken Sie jedoch, dass Ihnen bei Fehlern niemand zur Seite steht und Sie das volle Haftungsrisiko tragen.
Eine Kosten-Nutzen-Analyse ist in jedem Fall sinnvoll. Rechnen Sie aus, wie viel Zeit Sie investieren müssten, welchen Stundensatz Ihre Zeit wert ist und ob Sie realistischerweise den gleichen Verkaufspreis erzielen können wie ein Profi. Häufig zeigt sich, dass die vermeintliche Ersparnis der Maklerprovision durch einen niedrigeren Verkaufspreis, zeitlichen Aufwand oder Fehler wieder aufgebraucht wird.
Den richtigen Immobilienmakler finden: Darauf sollten Sie achten
Die Qualität von Immobilienmaklern variiert erheblich. Während einige über hervorragende Ausbildungen, jahrelange Erfahrung und ein exzellentes Netzwerk verfügen, gibt es auch schwarze Schafe, die mit minimalem Aufwand maximale Provisionen kassieren möchten. Die Auswahl des richtigen Maklers ist daher entscheidend für Ihren Verkaufserfolg.
Qualifikationen und Mitgliedschaften prüfen
Ein seriöser Immobilienmakler sollte über fundierte Qualifikationen verfügen. Achten Sie auf:
- Gewerbeanmeldung und Erlaubnis nach § 34c GewO: Diese ist gesetzlich vorgeschrieben und kann bei der zuständigen Behörde überprüft werden.
- Fachliche Ausbildung: Auch wenn keine spezifische Ausbildung gesetzlich vorgeschrieben ist, sprechen Qualifikationen wie Immobilienkaufmann, Immobilienfachwirt (IHK) oder ein immobilienwirtschaftliches Studium für Professionalität.
- Mitgliedschaft in einem Berufsverband: Makler, die dem Immobilienverband Deutschland (IVD), dem Ring Deutscher Makler (RDM) oder dem Bundesverband der Deutschen Immobilienspezialisten (BVFI) angehören, unterliegen strengen Standesregeln und Weiterbildungspflichten.
- Berufshaftpflichtversicherung: Eine ausreichende Berufshaftpflicht (mindestens 250.000 Euro pro Schadensfall) ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt Sie bei Fehlern des Maklers.
Regionale Expertise und Referenzen
Ein guter Makler kennt Ihren lokalen Markt in- und auswendig. Er weiß, welche Stadtviertel besonders gefragt sind, kennt die Infrastruktur, Schulen, Verkehrsanbindungen und kann Preisentwicklungen einschätzen. Fragen Sie nach:
- Wie viele Objekte hat der Makler in Ihrer Region bereits verkauft?
- Welche durchschnittliche Vermarktungsdauer erreicht er?
- Kann er Referenzen vorweisen?
- Sind Online-Bewertungen vorhanden? (Vorsicht: Diese können manipuliert sein, sollten aber dennoch berücksichtigt werden)
Transparente Kommunikation und Chemie
Die Zusammenarbeit mit einem Makler erstreckt sich meist über mehrere Monate. Wählen Sie daher jemanden, bei dem die Chemie stimmt und der:
- Sich Zeit für ein ausführliches Erstgespräch nimmt
- Ihre Fragen geduldig und verständlich beantwortet
- Keine unrealistischen Versprechungen macht
- Transparent über Kosten, Ablauf und zu erwartende Herausforderungen informiert
- Regelmäßige Updates über den Verkaufsfortschritt zusichert
- Erreichbar und kommunikativ ist
Die wichtigsten Kriterien im Überblick:
- Gültige Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO
- Fachausbildung im Immobilienbereich (IHK-Zertifikate, Studium)
- Mitgliedschaft in einem anerkannten Berufsverband (IVD, RDM, BVFI)
- Berufshaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckungssumme
- Nachweisbare regionale Marktkenntnis und Verkaufserfolge
- Professioneller Außenauftritt (Website, Marketing-Materialien)
- Transparente Kostenstruktur ohne versteckte Gebühren
- Positive Referenzen und Bewertungen
- Persönliche Sympathie und vertrauensvolle Kommunikation
- Keine Vorauszahlung der Provision (diese wird erst bei Erfolg fällig)
Nehmen Sie sich Zeit für die Maklerauswahl und führen Sie Gespräche mit mehreren Kandidaten. Viele Makler bieten kostenlose Erstberatungen an, bei denen Sie einen ersten Eindruck gewinnen können. Achten Sie darauf, wie der Makler Ihre Immobilie einschätzt – Vorsicht ist geboten, wenn er einen deutlich höheren Preis ansetzt als seine Kollegen, nur um den Auftrag zu bekommen.
Immobilienmakler beauftragen: Die wichtigsten Schritte
Haben Sie sich für einen Immobilienmakler entschieden, beginnt der formale Beauftragungsprozess. Dabei gibt es wichtige rechtliche und praktische Aspekte zu beachten, die maßgeblich über den Erfolg der Zusammenarbeit entscheiden.
1. Auswahl der Vertragsart
Bei der Beauftragung eines Maklers haben Sie grundsätzlich drei Optionen:
Einfacher Maklerauftrag: Sie beauftragen mehrere Makler parallel und behalten sich das Recht vor, die Immobilie selbst zu verkaufen. Die Provision erhält nur derjenige Makler, der den Käufer vermittelt. Diese Variante führt zu weniger Engagement seitens der Makler, da sie nicht sicher sein können, dass sich ihre Investition lohnt.
Alleinauftrag: Sie beauftragen exklusiv einen Makler, behalten sich aber das Recht vor, selbst einen Käufer zu finden, ohne Provision zahlen zu müssen. Der Makler hat mehr Anreiz, in die Vermarktung zu investieren, trägt aber immer noch das Risiko eines erfolglosen Abschlusses.
Qualifizierter Alleinauftrag: Sie beauftragen einen Makler exklusiv und verkaufen auch nicht selbst. Der Makler verpflichtet sich im Gegenzug zu bestimmten Leistungen wie regelmäßigen Verkaufsberichten, professioneller Vermarktung und aktiver Käufersuche. Dies ist die empfehlenswerteste Variante, da sie zu höchstem Engagement führt.
2. Maklervertrag sorgfältig prüfen
Der Maklervertrag ist die rechtliche Grundlage Ihrer Zusammenarbeit und sollte sorgfältig geprüft werden. Wichtige Bestandteile sind:
- Vertragslaufzeit: Üblich sind 3 bis 6 Monate mit Option auf Verlängerung. Vorsicht bei überlangen Laufzeiten ohne Kündigungsrecht.
- Provisionshöhe: Die genaue Höhe muss klar definiert sein, inklusive Mehrwertsteuer. Achten Sie auf das Bestellerprinzip.
- Kündigungsfristen: Auch bei einem Alleinauftrag sollten faire Kündigungsmöglichkeiten bestehen.
- Leistungsumfang: Welche konkreten Leistungen schuldet der Makler? Beim qualifizierten Alleinauftrag sollten diese detailliert aufgeführt sein.
- Datenschutz: Wie werden Ihre Daten und die der Interessenten behandelt?
3. Provisionsvereinbarung verstehen
Die Maklerprovision ist seit der Gesetzesänderung vom 23. Dezember 2020 neu geregelt:
| Aspekt | Details |
| Höhe bundesweit | 5,95% bis 7,14% des Kaufpreises (inkl. MwSt.) |
| Verteilung | Hälftige Teilung zwischen Käufer und Verkäufer |
| Regelung Verkäufer | Muss mindestens 50% der Provision tragen |
| Fälligkeit | Erst nach notarieller Beurkundung des Kaufvertrags |
| Bestellerprinzip | Wer den Makler beauftragt, zahlt mindestens die Hälfte |
| Ausnahmen | Gilt nur für Wohnimmobilien, nicht für Gewerbe |
| Vorauszahlung | Gesetzlich unzulässig, Zahlung erst bei Erfolg |
| Verhandlungsspielraum | Provision ist grundsätzlich verhandelbar |
4. Kommunikation und Erwartungen klären
Besprechen Sie von Anfang an klar:
- Wie oft werden Sie über den Verkaufsfortschritt informiert?
- Auf welchen Kommunikationswegen ist der Makler erreichbar?
- Wie schnell können Sie mit Rückmeldungen rechnen?
- Welche Unterlagen benötigt der Makler von Ihnen?
- Wann darf der Makler Besichtigungen durchführen?
- Müssen Sie bei Besichtigungen anwesend sein?
5. Den Verkaufsprozess aktiv begleiten
Auch mit Makler sollten Sie den Prozess nicht komplett aus den Augen verlieren:
- Objektaufbereitung: Bereiten Sie Ihre Immobilie optimal auf die Vermarktung vor. Kleine Reparaturen, gründliche Reinigung und neutrale Dekoration können den Verkaufspreis steigern.
- Freigabe des Exposés: Prüfen Sie das Exposé sorgfältig auf Richtigkeit und Vollständigkeit, bevor es veröffentlicht wird.
- Feedback einholen: Fragen Sie regelmäßig nach Rückmeldungen von Interessenten. Was wird positiv gesehen? Wo gibt es Bedenken?
- Preisanpassungen besprechen: Wenn nach mehreren Wochen keine qualifizierten Anfragen eingehen, sollte eine mögliche Preisanpassung diskutiert werden.
- Verhandlungen begleiten: Auch wenn der Makler verhandelt, sollten wichtige Entscheidungen mit Ihnen abgestimmt werden.
- Notartermin vorbereiten: Lassen Sie sich den Vertragsentwurf im Vorfeld zusenden und prüfen Sie ihn in Ruhe. Bei Unklarheiten können Sie rechtlichen Rat einholen.
Die wichtigsten Unterlagen, die Sie bereitstellen sollten:
- Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate)
- Flurkarte/Lageplan
- Baupläne und Grundrisse
- Energieausweis (Pflicht seit 2014)
- Bei Wohnungen: Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung
- Protokolle der letzten 3 Eigentümerversammlungen
- Nachweise über Modernisierungen und Sanierungen
- Betriebskostenabrechnungen (bei vermieteten Objekten)
- Mietverträge (bei vermieteten Objekten)
- Versicherungsunterlagen
- Aufstellung über Hausgeld/Wohngeld
Je vollständiger Sie diese Unterlagen vorlegen können, desto schneller kann die Vermarktung beginnen und desto professioneller wirkt das Angebot auf potenzielle Käufer.
Die versteckten Kosten beim Privatverkauf
Viele Eigentümer unterschätzen die tatsächlichen Kosten eines Privatverkaufs. Auch wenn die Maklerprovision entfällt, entstehen dennoch erhebliche Aufwendungen:
Direkte Kosten:
- Professionelle Fotos: 300-800 Euro
- Energieausweis: 50-500 Euro (je nach Verfahren)
- Grundbuchauszüge und Flurkarten: 30-100 Euro
- Inserate auf Immobilienportalen: 50-300 Euro pro Portal
- Druckmaterialien und Werbekosten: 100-500 Euro
- Rechtliche Beratung: 200-1.000 Euro
Indirekte Kosten:
- Zeitaufwand (20-100 Stunden): Je nach Stundensatz erheblich
- Fahrtkosten zu Behörden und Besichtigungen
- Telefon- und Portokosten
- Mögliche Preisminderung durch fehlende Verhandlungserfahrung
Hinzu kommt das Risiko rechtlicher Fehler, die im schlimmsten Fall zu Gewährleistungsansprüchen oder gar zur Rückabwicklung des Kaufvertrags führen können. Diese Risiken sollten bei der Entscheidung für oder gegen einen Makler ebenfalls berücksichtigt werden.
Alternative Vermarktungsmodelle
Neben dem klassischen Maklerauftrag und dem reinen Privatverkauf gibt es mittlerweile auch Hybridmodelle:
Online-Makler und digitale Plattformen: Anbieter wie McMakler, Homeday oder Immoverkauf24 bieten Teilservices zu reduzierten Kosten an. Sie übernehmen beispielsweise die Bewertung und Exposé-Erstellung, während Sie die Besichtigungen selbst durchführen. Die Provisionen liegen oft bei 1-3% und damit deutlich unter klassischen Maklern. Diese Modelle eignen sich für Verkäufer, die einige Aufgaben selbst übernehmen möchten, aber Unterstützung bei speziellen Aspekten benötigen.
Makler-Light-Services: Einige Makler bieten auch Beratungsleistungen auf Stundenbasis an, ohne vollständigen Vermittlungsauftrag. Sie können sich beispielsweise nur für die Bewertung oder die Vertragsverhandlung professionelle Hilfe holen, während Sie den Rest selbst organisieren.
Diese Modelle können eine gute Mittelweg-Lösung sein, erfordern aber, dass Sie genau wissen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen und bei welchen Aufgaben Sie Unterstützung benötigen.
Häufig gestellte Fragen: Immobilienmakler beauftragen
Was kostet ein Immobilienmakler beim Hausverkauf 2025?
Die Maklerprovision liegt in Deutschland zwischen 5,95% und 7,14% des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Seit der Gesetzesänderung vom Dezember 2020 gilt das Bestellerprinzip mit hälftiger Teilung: Käufer und Verkäufer tragen jeweils die Hälfte der Provision, also in der Regel je 3,57%. Bei einem Verkaufspreis von 300.000 Euro entspricht dies etwa 10.710 Euro Gesamtprovision, wovon Sie als Verkäufer rund 5.355 Euro tragen. Die genaue Höhe kann regional variieren und ist grundsätzlich verhandelbar.
Kann ich meine Immobilie auch ohne Makler verkaufen?
Ja, ein Privatverkauf ist grundsätzlich möglich und kann die Maklerprovision einsparen. Allerdings müssen Sie dann alle Aufgaben selbst übernehmen: Immobilienbewertung, Beschaffung der Unterlagen, Erstellung des Exposés, Schaltung von Anzeigen, Organisation von Besichtigungen, Bonitätsprüfung der Interessenten, Preisverhandlungen und die rechtliche Abwicklung. Dies erfordert erheblichen Zeitaufwand (oft 50-100 Stunden), Fachwissen und birgt Haftungsrisiken. Bei komplexen Objekten oder fehlender Erfahrung ist professionelle Unterstützung empfehlenswert.
Welche Vorteile bietet ein Immobilienmakler beim Verkauf?
Ein professioneller Immobilienmakler bietet zahlreiche Vorteile: Realistische Preisfindung durch Marktkenntnis, erhebliche Zeitersparnis durch Übernahme aller Verkaufsaufgaben, professionelle Vermarktung mit hochwertigen Fotos und Exposés, Zugang zu einem Netzwerk potenzieller Käufer, Vorqualifizierung und Bonitätsprüfung der Interessenten, Verhandlungsgeschick durch emotionale Distanz, rechtliche Sicherheit und Minimierung von Haftungsrisiken sowie Begleitung bis zur notariellen Beurkundung und Schlüsselübergabe. Studien zeigen, dass professionell vermittelte Immobilien häufig höhere Verkaufspreise erzielen.
Wer zahlt den Immobilienmakler – Käufer oder Verkäufer?
Seit dem 23. Dezember 2020 gilt bei Wohnimmobilien das Bestellerprinzip mit Kostenaufteilung: Wer den Makler beauftragt, muss mindestens 50% der Provision zahlen. Der andere Teil kann auf die Käuferseite umgelegt werden, sodass in der Praxis meist eine hälftige Teilung erfolgt. Bei einem Gesamtprovisionssatz von 7,14% zahlen also beide Parteien je 3,57%. Wichtig: Der Verkäufer darf maximal 50% auf den Käufer umlegen. Bei Gewerbeobjekten und Mehrfamilienhäusern gelten teilweise andere Regelungen, hier ist die Provision frei verhandelbar.
Wann lohnt sich ein Immobilienmakler?
Ein Immobilienmakler lohnt sich besonders bei: fehlender Verkaufserfahrung, Zeitmangel durch berufliche Einspannung, komplexen Immobilien (Denkmalschutz, vermietete Objekte, Erbengemeinschaften), emotionalen Verkaufssituationen (Scheidung, Erbschaft, Krankheit), dem Wunsch nach Maximierung des Verkaufspreises, diskreter Vermarktung gewünschter Objekte sowie bei schwierigen Marktverhältnissen. Bei einfachen, attraktiven Objekten in gefragten Lagen kann ein Eigenverkauf funktionieren, wenn Sie über Zeit, Erfahrung und Marktkenntnisse verfügen.
Wie finde ich einen seriösen Immobilienmakler?
Achten Sie auf folgende Kriterien: Gültige Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO, fachliche Qualifikationen (Immobilienkaufmann, IHK-Fachwirt, Studium), Mitgliedschaft in einem anerkannten Berufsverband (IVD, RDM, BVFI), ausreichende Berufshaftpflichtversicherung (mindestens 250.000 Euro), nachweisbare regionale Marktkenntnis und Verkaufserfolge, positive Referenzen früherer Kunden, transparente Kostenstruktur ohne versteckte Gebühren sowie keine Forderung von Provisionsvorauszahlungen. Führen Sie Gespräche mit mehreren Maklern und vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl bezüglich Sympathie und Vertrauenswürdigkeit.
Was ist der Unterschied zwischen Alleinauftrag und einfachem Maklerauftrag?
Beim einfachen Maklerauftrag beauftragen Sie mehrere Makler parallel und dürfen die Immobilie auch selbst verkaufen. Provision erhält nur der Makler, der erfolgreich vermittelt. Dies führt zu geringerem Engagement. Beim Alleinauftrag beauftragen Sie exklusiv einen Makler, behalten aber das Recht zum Eigenverkauf ohne Provision. Der qualifizierte Alleinauftrag ist die engste Bindung: Sie verkaufen ausschließlich über diesen Makler, der sich im Gegenzug zu bestimmten Leistungen verpflichtet (regelmäßige Berichte, aktive Vermarktung). Diese Variante führt zum höchsten Engagement und ist meist am erfolgversprechendsten, da der Makler sicher in die Vermarktung investieren kann.
Sind Maklerkosten steuerlich absetzbar?
Die steuerliche Absetzbarkeit der Maklerkosten hängt von der Situation ab: Bei Vermietung können Vermieter die Maklerprovision als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung absetzen. Bei Verkauf innerhalb der Spekulationsfrist (10 Jahre nach Kauf) können die Maklerkosten als Veräußerungskosten vom Gewinn abgezogen werden, was die Steuerlast reduziert. Bei selbstgenutzten Immobilien außerhalb der Spekulationsfrist sind Maklerkosten nicht steuerlich absetzbar. Käufer können die Provision in der Regel nicht absetzen, es sei denn, die Immobilie wird sofort vermietet oder gewerblich genutzt. Eine steuerliche Beratung ist in jedem Fall empfehlenswert, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen.