Ein funktionierendes Homeoffice steht und fällt mit Details. Nicht mit Bildschirm, Stuhl oder Internet, sondern mit der Stromversorgung. Wenn Steckerleisten überfüllt sind, Verlängerungen quer durch den Raum laufen oder Kabel unter Teppichen versteckt werden, ist der Sturz in das Chaos schnell vollzogen, und damit auch das Risiko und der Stress. Gute Kabelführung ist nicht Frage der Schönheit, sondern der Ordnung und Sicherheit.
Strombedarf realistisch abschätzen, sinnvoll verteilen
Zuerst ist eine Bestandsaufnahme hilfreich. Welche Geräte müssen die meiste Zeit laufen? Router, Monitor, Laptop Dockingstation, Lampe, Ladegeräte. Welche Geräte sind nur gelegentlich in Betrieb? Drucker, Heizlüfter. Bei Geräten mit starker Leistung ist hier mehr Vorsicht geboten, weil sie Mehrfachsteckdosen und Verlängerungen stärker belasten können als die üblichen Bürogeräte.
Hilfreich ist eine Aufteilung in Zonen. Eine Zone für den Arbeitsplatz, eine Zone für Peripherie und eine Zone für Ladegeräte. Dann ist auch schnell klar, welche Steckdosenleiste wofür gedacht ist. So sinkt gleichzeitig die Gefahr, dass irgendwo spontan ein Gerät „eingestöpselt“ wird und hinterher niemand mehr weiß, was wozu gehört. Wer Kabel beschriftet (z. B. mit kleinen Etiketten oder farbigen Klebebändern), findet Netzteile schneller wieder und vermindert typisches Herumsuchen nach dem richtigen Stecker. Wer für ein ordentliches Setup gezielt Stromkabel kaufen will, sollte erst einmal Länge, Einsatzort und Steckertyp definieren, und nicht mehrere alte Verlängerungskabel kombinieren.
Kabelmanagement im Raum
Kabelsalat entsteht vor allem dort, wo Kabel frei hängen oder am Boden liegen. Eine einfache Regel ist, Kabel möglichst entlang von Kanten zu führen, also hinter dem Schreibtisch, entlang der Fußleiste oder unter der Tischplatte. Kabelclips, Klettbinder oder Kabelkanäle helfen ohne zu bohren. Für Mietwohnungen sind klebende Lösungen oft klüger, denn sie lassen sich bei Bedarf rückstandsfrei entfernen, wenn nur gute Produkte verwendet werden.
Stolperfallen entstehen zuhause häufig in zwei Fällen. Erstens, wenn Verlängerungen quer durch den Raum verlaufen, weil die Steckdose ungünstig gesetzt ist. Zweitens, wenn Geräte überraschend umgestellt werden und die Kabelführung nicht mitwächst. Hier hilft eine vorausschauende Platzierung der Steckdosenleiste, möglichst dicht am Arbeitsplatz und nie im Durchgangsbereich. Und auch darunter wird darauf geachtet, dass nicht alles Kabel locker runterhängt, weil man beim Aufstehen und Verrücken des Stuhls sonst gern mal daran zieht.
Kabel unter Teppichen machen zwar einen aufgeräumten Eindruck, sind oft aber auch keine gute Idee. Sie werden gequetscht, können Wärme schlechter abgeben und sind schwer zu kontrollieren. Besser ist eine flache, definierte Führung am Rand oder eine Lösung, die Kabel sichtbar, aber ordentlich hält und mit der man gut leben kann.
Eine kleine Routine hilft längerfristig
Nach der Einrichtung hilft eine kleine Routine, damit das System nicht gleich wieder zerfällt. Einmal im Monat reicht es aus, um durchzusehen, ob die Kabelbinder noch gut sind, ob die Steckverbindungen fest sitzen, ob neue Geräte dazugekommen sind, die eine Anpassung brauchen. Bei Umstellungen, etwa ein zweiter Monitor oder ein neuer Router, bietet es sich an, das Thema Kabelführung gleich ganz bewusst im Blick zu haben. Eine kleine Routine hilft längerfristig, wenn Ladezone klar ist. Wenn Ladegeräte überall verteilt sind, ist es klar, dass automatisch Chaos entsteht. Ein fester Platz, an dem Smartphones, Kopfhörer, Powerbanks geladen werden, ist ein kleines Wunder für die Gesamtordnung.