Historisches Ergebnis: AfD vor SPD, CDU erstmals nicht im Landtag
Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat ein historisches Ergebnis hervorgebracht. Laut vorläufigem amtlichen Ergebnis geht die AfD mit 38,2 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft aus der Wahl hervor, wie der NDR und die Tagesschau übereinstimmend berichten. Die SPD folgt mit 35,5 Prozent knapp dahinter und bleibt damit erstmals seit 28 Jahren nicht mehr stärkste Partei im Landtag. Die Linke erreicht 6,5 Prozent, die Grünen 5,7 Prozent. Damit schaffen beide den Einzug ins Parlament, während die CDU mit 4,9 Prozent erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verpasst mit 4,8 Prozent den Einzug, wie n-tv und der NDR melden. Die FDP kommt auf 1,0 Prozent und bleibt ebenfalls außerhalb des Landtages.
AfD fordert Gespräche trotz Koalitionsausschluss
AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm sah in den Interviews am Wahlabend einen Regierungsauftrag für seine Partei und kündigte an, alle anderen Parteien zu Gesprächen einzuladen. Er betonte, es gehe darum, „Verbesserungen für die Bürger“ zu erreichen, wie die Tagesschau zitiert. Allerdings haben alle anderen im Landtag vertretenen Parteien eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zeigte sich erleichtert und sprach von einer „Aufholjagd“, die ihrer Partei gelungen sei. Sie betonte, viele Wähler wünschten, dass sie ihre Arbeit fortsetze, wie der NDR und n-tv berichten.
AfD dominiert ländliche Regionen SPD in Städten stark
Die Wahlbeteiligung lag bei 78,1 Prozent und damit deutlich höher als bei der vorherigen Landtagswahl 2021, als sie bei 70,8 Prozent gelegen hatte. Erstmals durften auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Die AfD gewann in vielen ländlichen Regionen, während die SPD vor allem in urbanen Gebieten wie Rostock, Schwerin und Greifswald stark abschnitt. Von den 36 Direktmandaten gingen 22 an die AfD und 14 an die SPD. Schwesig verteidigte ihr Direktmandat in Schwerin mit 54,4 Prozent der Erststimmen gegen Holm, der dort 28,2 Prozent erreichte.
Rot-rot-grün nötig für neue Mehrheit in Schwerin
Für die Regierungsbildung in Schwerin könnte eine rot-rot-grüne Koalition rechnerisch möglich sein, da SPD, Linke und Grüne gemeinsam eine Mehrheit im Landtag erreichen würden. Die bisherige rot-rote Koalition von SPD und Linker hätte jedoch keine Mehrheit mehr. Schwesig müsste daher die Grünen mit ins Boot holen, um weiterregieren zu können. Die AfD wird als einzige Oppositionspartei im Landtag vertreten sein, da alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit ihr ausschließen.
CDU erlebt historisches Wahldebakel in MV
Die CDU erlebte in Mecklenburg-Vorpommern ein historisches Debakel. Landeschef Daniel Peters sprach von einer „krachenden Niederlage“ und führte die Ursachen auf den polarisierten Wahlkampf und die Bundespolitik zurück, wie n-tv berichtet. Eckhardt Rehberg, ehemaliger CDU-Fraktionschef in MV, kritisierte die mangelnde Empathie von Bundeskanzler Friedrich Merz und forderte mehr Unterstützung für die Landes-CDU. Merz selbst betonte, trotz des „Desasters“ in MV Kanzler bleiben zu wollen, wie der NDR meldet.