Probealarm um 11 Uhr: Warnsysteme werden bundesweit getestet
Heute wird in ganz Deutschland der bundesweite Warntag durchgeführt. Ab 11 Uhr heulen in vielen Städten und Gemeinden Sirenen, Smartphones schlagen Alarm und Warnmeldungen werden über Radio, Fernsehen, Internet und digitale Anzeigetafeln verbreitet. Ziel ist es, die Warnsysteme für den Ernstfall zu testen und die Bevölkerung mit den verschiedenen Warnwegen vertraut zu machen, wie der NDR berichtet. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betont, dass eine leistungsfähige Warninfrastruktur ein zentraler Bestandteil des Bevölkerungsschutzes sei.
Norddeutschland testet Sirenen ungleich
In Norddeutschland wird der Warntag unterschiedlich umgesetzt. Während in Schleswig-Holstein laut Innenministerin Magdalena Finke (CDU) rund 2.800 Sirenen aktiv sind und ein landesweiter Aktionstag zum Katastrophenschutz stattfindet, hängt die Teilnahme in Niedersachsen von den Kommunen ab. Dort gibt es keine zentrale Erfassung der Sirenenstandorte, wie das Niedersächsische Innenministerium dem NDR mitteilte. In Hamburg werden 205 Sirenen getestet, zusätzlich wird um 10.45 Uhr eine Testmeldung zur Sturmflutsaison versendet, wie die Tagesschau berichtet.
Bundesweite Warnung per App und Cell Broadcast
Um 11 Uhr löst das BBK bundesweit eine Probewarnung über das Modulare Warnsystem (MoWaS) aus. Dazu gehören Warn-Apps wie NINA und KATWARN, Cell Broadcast sowie Durchsagen in Medien und auf digitalen Tafeln. Gegen 11.45 Uhr folgt eine Entwarnung, erstmals auch über Cell Broadcast, wie das BBK mitteilt. In Hamburg entfällt das Böllerschießen als Warnmittel, nachdem im vergangenen Jahr zwei Polizisten verletzt worden waren.
Warntag stärkt Notfallvorsorge und Aufklärung
Der Warntag findet seit 2020 jährlich am zweiten Donnerstag im September statt. Er soll nicht nur die Technik prüfen, sondern auch die Bevölkerung für Notfälle sensibilisieren. Behörden raten, sich über die verschiedenen Warnkanäle zu informieren und im Anschluss zu prüfen, ob die Meldungen verständlich und rechtzeitig angekommen sind. In Hamburg und anderen Städten nutzen Hilfsorganisationen den Tag, um über Eigenvorsorge und Notfall-Rucksäcke zu informieren.
Sirenen erreichen zwei Drittel der Bevölkerung
Laut BBK wurden beim Warntag 2025 rund 66 Prozent der Bevölkerung über Sirenen erreicht – ein steigender Anteil. Dennoch gibt es weiterhin Unterschiede in der Umsetzung: Während einige Kommunen wie Stralsund Drohnen mit Lautsprechern einsetzen, verzichten andere auf lokale Tests. In Schleswig-Holstein nehmen fast 480 Schulen am Aktionstag teil, um Schülerinnen und Schüler für den Katastrophenschutz zu sensibilisieren.