Der anhaltende Iran-Krieg sorgt in der Medizintechnik-Branche für wachsende Sorgen um die Versorgung mit Helium, das unter anderem für den Betrieb von MRT-Geräten unverzichtbar ist. Branchenvertreter und Politik warnen vor möglichen Engpässen, steigenden Preisen und einem drohenden absoluten Mangel.
Medizintechnik warnt vor Engpässen bei Helium
Der Deutsche Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik (Spectaris) verwies gegenüber der „Welt am Sonntag“ auf erste Auswirkungen. „Aktuell bestehen nur vereinzelt Einschränkungen, allerdings erwartet ein Teil der Unternehmen hier kurzfristig Engpässe und steigende Kosten“, teilte Spectaris der Zeitung mit. Der Verband führt unter seinen Mitgliedsunternehmen derzeit eine Befragung zu den Folgen des Iran-Kriegs durch.
Die bisherigen Rückläufe zeigten laut Spectaris, dass „rund ein Viertel der teilnehmenden Unternehmen Helium in Produkten oder Prozessen“ nutze. Essenziell ist Helium demnach etwa für den Betrieb von MRT-Geräten. Viele Medizintechnikunternehmen würden „bereits reagieren oder entsprechende Maßnahmen vorbereiten, etwa durch Anpassungen in der Beschaffung oder im Lieferantenmanagement“, hieß es weiter.
Warnung vor Preisexplosion und absolutem Mangel
Auch gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Janosch Dahmen warnt vor einer Zuspitzung des Helium-Mangels. „Durch den Ausfall von rund 40 Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten – insbesondere aus Katar – steigen die Preise bereits massiv. Gleichzeitig ist nicht ausgeschlossen, dass die USA ihre Exportpolitik strategisch einsetzen, etwa um den eigenen Binnenmarkt zu stabilisieren und Europa weiter unter Druck zu setzen. In einem solchen Szenario droht nicht nur eine weitere Preisexplosion, sondern ein tatsächlicher absoluter Mangel“, sagte Dahmen der „Welt am Sonntag“.
Forderung nach Lagebild und Gipfel
Dahmen fordert Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zu dringendem Handeln auf. „Wir brauchen erstens ein aktuelles Lagebild zu den Auswirkungen der Kriege im Iran und in der Ukraine auf unser Gesundheitswesen – von Lieferketten bis hin zu den mittelbaren Risiken für unsere Sozialversicherungen durch wirtschaftliche Verwerfungen“, so Dahmen in der „Welt am Sonntag“. Zudem brauche es „jetzt einen Gipfel mit allen relevanten Akteuren aus Gesundheitswesen und Industrie, um Versorgungssicherheit und resiliente Lieferketten zu gewährleisten, bevor sich die Lage weiter zuspitzt und die Kosten noch deutlich steigen“.
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