Die Flottenchefin der Reederei Hapag-Lloyd, Silke Lehmköster, rechnet nicht mit einem schnellen militärischen Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus. Hintergrund ist die derzeitige Lage am Persischen Golf, wo nach ihren Worten Krieg herrscht und Marineschiffe anderweitig gebunden sind. Zugleich stellt sie die praktische Umsetzbarkeit eines von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellten Geleitschutzes für Tanker infrage.
Geringe Erwartungen an militärischen Schutz
Silke Lehmköster
Zweifel an geplanter Tanker-Eskorte
Der von US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend in Aussicht gestellte Geleitschutz für Tanker sei nach Einschätzung Lehmkösters zudem organisatorisch und militärisch schwer umzusetzen. "Schiffe bewegen sich, eine Eskorte müsste aber relativ nah am Handelsschiff bleiben", sagte Lehmköster, die selbst Kapitänin ist, dem "Spiegel". "Die Marineschiffe haben ja nur einen gewissen Radius, in dem sie einen überhaupt luftmäßig beschützen können", sagte sie weiter. Es bräuchte ihrer Darstellung nach überall ein Marineschiff, wo auch nur ein Handelsschiff ist. "Wenn man das auf die Anzahl der Schiffe im Persischen Golf hochskaliert, merkt man schnell, dass das schwierig ist."
Blockierte Schiffe im Persischen Golf
Weil der Iran die Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus untersagt hat, stecken den Angaben zufolge aktuell Hunderte Schiffe im Persischen Golf fest, darunter mehrere von Hapag-Lloyd. Trump hatte am Dienstagabend in seinem Onlinedienst Truth Social erklärt: "Falls nötig, wird die US-Marine so schnell wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren."
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