Grünen-Politiker Robert Habeck traut Wolfgang Kubicki nicht zu, die FDP grundlegend zu erneuern. Vor dem Bundesparteitag der Liberalen kritisierte der frühere Vizekanzler im "Spiegel" die inhaltliche Ausrichtung der Partei und warnte vor einer Lücke im politischen Zentrum.
Habeck bezweifelt Führungsrolle Kubickis
Grünen-Politiker Robert Habeck hält Wolfgang Kubicki nicht für den Mann, der die FDP neu erfinden kann. „Er wird die FDP nicht zu der Partei machen, die Deutschland braucht“, sagte der frühere Vizekanzler dem „Spiegel“. An diesem Samstag wählt der Bundesparteitag der FDP eine neue Parteispitze – einziger Kandidat für den Vorsitz ist der bisherige Vize Wolfgang Kubicki.
„Liberale Kraft in Deutschland braucht, und die haben wir nicht“
Grundsätzlich sehe er in Deutschland eine wichtige Aufgabe für eine liberale Partei, so Habeck. „Ich will einmal sagen, dass ich glaube, dass es eine liberale Kraft in Deutschland braucht, und die haben wir nicht. Es gibt schon eine Aufgabe für eine liberale Partei in Deutschland, weil andere Parteien diese Lücke nicht so gut schließen können“, sagte er dem „Spiegel“.
Kritik am Kurs der FDP unter Kubicki
Genau in diese Richtung entwickle sich die FDP aber nicht. „Ich sehe das mit großem Bedauern und großer Sorge“, sagte Habeck laut „Spiegel“. Da gebe es im deutschen Parteiensystem „wirklich eine klaffende Lücke“, so Habeck. „Aber sie ist nicht zwischen Union und AfD, sondern die Lücke ist tatsächlich im Zentrum der Demokratie“, zitierte ihn das Magazin weiter.
Zum Kurs des 74-jährigen Kubicki sagte Habeck, es könne zwar sein, dass dessen trotziges „Man wird ja wohl noch sagen dürfen“-Auftreten kurzfristig Stimmen bringe. „Vielleicht wandern dann ein paar Stimmen von der AfD zur FDP, vielleicht ein paar Stimmen von der Union zur FDP“, so Habeck im „Spiegel“. „Aber das ist nicht die liberale Kraft, die dieses Land braucht.“
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