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Startseite Gute Nachricht des TagesGute Nachricht des Tages: Stadt Osnabrück vergibt Naturschutzpreis 2020 für besondere Streuobstwiesen
Gute Nachricht des Tages

Gute Nachricht des Tages: Stadt Osnabrück vergibt Naturschutzpreis 2020 für besondere Streuobstwiesen

von Hasepost 19. Januar 2021
von Hasepost 19. Januar 2021
HASEPOST Redaktion
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Es passieren jeden Tag viele schlimme Dinge – aber auch viele gute. Leider schaffen es die schönen Nachrichten viel zu selten in die Presse. Das wird sich jetzt ändern, denn die HASEPOST berichtet nach Möglichkeit jeden Tag über mindestens eine „Gute Nachricht“ aus der Region und aller Welt.

Die Stadt Osnabrück und die Haarmann Stiftung – Umwelt und Natur würdigen gemeinsam das Naturschutz-Engagement von Familie Tilebein-Milowski und den Evangelischen Stiftungen Osnabrück. Gemeinsam werden zwei gleichwertige Naturschutzpreise im Wert von je 2.500 Euro zum Thema Streuobstwiesen vergeben.

Beim Naturschutzpreis 2020 steht alles unter dem Motto: Streuobstwiesen anlegen, pflegen, schützen und entwickeln. Insgesamt sechs Bewerbungen sind dazu beim Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück eingereicht worden. Alle Bewerbungen präsentieren dabei auf sehr unterschiedliche Weise qualitativ hochwertige Streuobstwiesen-Projekte. Wie vielfältig Streuobstwiesen gestaltet sein können, zeigt der Vergleich von Sortenauswahl, Baumanzahl oder Pflegemaßnahmen. Dabei ist es egal, ob die Streuobstwiese eine Größe von 58.000 Quadratmetern oder von 400 Quadratmetern aufweist, als Naturschutzjuwel können alle bezeichnet werden.

Streuobstwiesen in Sutthausen und in der Wüste

Besonders überzeugt haben die diesjährige Fachjury Familie Tilebein-Milowski und ihre Streuobstwiese in der Wüste sowie die Streuobstwiese der Evangelischen Stiftungen in Osnabrück-Sutthausen. Beide werden mit dem Naturschutzpreis der Stadt Osnabrück im Wert von je 2.500 Euro gewürdigt.

Streuobstwiese von Familie Tilebein-Milowski im Stadtteil Wüste

Alles begann mit einer kleinen Herde der vom Aussterben bedrohten alten Landschafrasse Coburger Fuchsschaf im Jahr 2008. Drei Jahre später folgte die Erweiterung der Weidefläche mit dem Grundstück an der Limberger Straße im Stadtteil Wüste. Die große Fläche hatte aber mehr Potenzial. Inspiriert durch eine Idee des Naturschützers Friedhelm Scheel erarbeitete Familie Tilebein-Milowski mit Unterstützung der Baumschule Fels die Anlage einer Streuobstwiese. Dabei stehen eine naturnahe und nachhaltige Gestaltung und die Schaffung einer wertvollen Artenvielfalt im Mittelpunkt. Im Rahmen einer Umweltbildungsmaßnahme wurden im Januar 2012 insgesamt 22 Obstbäume mit Unterstützung von Schülerinnen und Schülern der AG-Natur des Gymnasiums in Mettingen gepflanzt. Bei der Auswahl der Obstgehölze wurde sowie wird auch bei Neupflanzungen besonders viel Wert auf die Regionalität und die Sortenwahl gelegt. Ausschließlich altdeutsche Obstsorten, wie Dülmer Rosenapfel, Westfälische Glockenbirne oder Büttners Rote Knorpelkirsche finden sich auf der Streuobstwiese in der Wüste. Dank der ganzjährigen Schafbeweidung kann nicht nur auf landwirtschaftliche Geräte verzichtet und dadurch die Strukturen geschont werden, sie fördert zudem die Biodiversität. Durch Totholzhecken, künstliche Nisthilfen und das benachbarte, auch zum Grundstück gehörende gesetzlich geschützte Biotop „Nasswiese“ zeigt sich eine beeindruckende Artenvielfalt. Diese lädt auch Jung und Alt aus der Nachbarschaft zum Verweilen ein. Die Bewirtschaftung erfolgt komplett in Eigenleistung durch Familie Tilebein-Milowski, bestehend aus Heiko Tilebein und Kerstin Milowski mit ihren drei Töchtern Johanna, Katharina und Greta sowie den Großeltern Heide und Heiko Tilebein Senior. „Mit der Streuobstwiese geht für uns ein Traum in Erfüllung“, so Kerstin Milowski im Bewerbungsvideo.

Streuobstwiese in Sutthausen der Evangelischen Stiftungen Osnabrück

„Das ganz besondere für mich an dieser Wiese ist: Die Wiese ist einmalig. Im weiteren Umkreis gibt es nichts Vergleichbares. Sie ist zu jeder Tageszeit und jeder Jahreszeit immer anders“ sagt Jörg Langen im Bewerbungsvideo. Seit fünf Jahren bewirtschaftet er als Pächter die Streuobstwiese der Evangelischen Stiftungen Osnabrück ganzjährig mit einer Herde von etwa 80 Bentheimer Landschafen. Die nach dem Ersten Weltkrieg angelegte Streuobstwiese ist im Jahr 2007 in das Eigentum der Evangelischen Stiftungen Osnabrück übergegangen. Seither pflegen und erhalten sie dieses alte, aber dennoch vitale Schutzgut im Stadtteil Sutthausen. Der alte Baumbestand sowie natürlich vorkommende und künstlich installierte Nisthilfen, Totholzhecken aus Gehölzschnittgut, der Verzicht auf Pestizide, nachhaltig gestaltete Zuwegungen und die Akzeptanz von verwilderten Bereichen haben die Entwicklung einer großen Artenvielfalt begünstigt. Die Vielfalt zeigt sich aber nicht nur in Flora und Fauna. Auch die Apfelsorten sind so vielfältig wie die Strukturen des Biotops an sich. Bei den regelmäßigen Neupflanzungen wird besonders auf Vielfalt, Sortenwahl und Regionalität Wert gelegt. Jährlich, im Zeitraum von August bis in den Oktober hinein, wird das Obst geerntet und anschließend zu Apfelsaft verarbeitet. Im Jahr 2019 konnten dadurch insgesamt 5.400 Liter gepresster Apfelsaft kostenlos an Kindergärten, Altenheime oder Kirchengemeinden abgegeben werden. Auch durch gemeinsame Aktionen mit Kindergärten oder Schulen aus der Nachbarschaft, wie Bau von Totholzhecken und Kontrolle von Nisthilfen, schaffen die Evangelischen Stiftungen Osnabrück bei allen Beteiligten ein Naturschutz-Bewusstsein und rücken das schützenswerte Biotop „Streuobstwiese“ in den Fokus der Öffentlichkeit.

Preis wird zum fünften Mal vergeben

Bereits zum fünften Mal vergeben die Stadt Osnabrück und die Haarmann Stiftung einen Naturschutzpreis an Osnabrückerinnen und Osnabrückern. In diesem Jahr aber erstmalig mit einem Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro anstatt 2.500 Euro. Die Stadt Osnabrück dankt der Haarmann Stiftung für die großzügige finanzielle Unterstützung.

Streuobstwiesen sind Biotope, die ganz unterschiedlich ausgestaltet sein können. Die Besitzer von zwei von Ihnen haben nun den Naturschutzpreis erhalten. / Foto: Jannes Bludau.

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